D er Ex-Beatle hat kurz vor seinem Krebstod offenbar ein „letztes geheimes Album“ eingespielt. George Harrison habe die Songs seines Albums noch Tage vor seinem Tod für seine Familie in einer Klinik in Los Angeles gespielt, berichtete die die englische Zeitung „Sunday Times“. Er habe der CD den Titel „Porträt einer Leg Ende“ gegeben, was als Wortspiel zu verstehen sei.
Auf dem Album nimmt Harrison dem Bericht zufolge keinen Bezug zu seine Krankheit. Einer der Songs trage den Titel „Rising Sun“, womit der Ex-Beatle auf sein Interesse an fernöstlicher Religion und auch auf die Talente seines Sohnes Dhani als Gitarrist anspiele.
Außerdem soll Harrison die „traumatische Erfahrung“ des Anschlags auf ihn und seine Frau Olivia in seiner Villa bei London 1999 musikalisch aufgearbeitet haben, so die Zeitung. Die Pläne des Ex-Beatles, die Platte im Oktober überraschend herauszubringen, seien von seiner immer schwerer werdenden Krankheit durchkreuzt worden.
Letzte Ruhestätte in Indien
Die Asche von George Harrison soll in Indien über einem Fluss zerstreut werden. Die sterblichen Überreste des Ex-Beatles seien nach einer privaten Zeremonie bereits eingeäschert worden, bestätigte ein Beerdigungsinstitut in Hollywood am späten Samstagabend (Ortszeit).
Trauer auf der ganzen Welt
Nach London und Liverpool waren auch in New York und Hollywood die Menschen zusammengekommen, um an Harrison zu gedenken, seine Lieder zu spielen und zu singen, Kerzen anzuzünden oder Blumen, Karten und Geschenke niederzulegen.
Sir Paul McCartney (59), der nun zusammen mit Ringo Starr (61) der einzige noch lebende Beatle ist, sagte: „Er ist so etwas wie mein jüngerer Bruder gewesen.“ Yoko Ono, die Witwe des 1980 ermordeten John Lennon, sagte: „Danke George, es war großartig, dich zu kennen.“
Der Tod des „stillen Beatles“ löste auch bei gekrönten Häuptern, hochrangigen Politikern und Popstars Trauer aus. US-Präsident George W. Bush ließ durch seinen Sprecher mitteilen, er halte „die Beatles für eine der größten Musikgruppen aller Zeiten“ und er sei „traurig darüber, dass nun zwei der vier Beatles nicht mehr am Leben sind“. Königin Elizabeth II. sagte, die Nachricht von Harrisons Tod habe sie „sehr traurig“ gemacht. Zu Ehren Harrisons spielten die Soldaten vor dem Buckingham Palace in London beim Wachwechsel Beatles-Melodien. US-Popstar Michael Jackson zeigte sich bestürzt von dem Tod des Ex-Beatle. Harrison habe ihn stets inspiriert, als „Musiker, Komponist und Freund“. Er werde ihn vermissen, erklärte Jackson in Los Angeles.
Inoperabler Hirntumor
Harrison, der jüngste Beatle, war am Donnerstag in Los Angeles gestorben. Dort war er zuletzt wegen eines inoperablen Hirntumors behandelt worden. Seine Frau Olivia (51), mit der er seit 23 Jahren verheiratet war, und sein Sohn Dhani (23) waren bei ihm. Die Familie teilte am Freitag mit: „Er ist so gestorben, wie er gelebt hat: in dem Glauben an Gott, ohne Angst vor dem Tod und in Frieden, umringt von Familie und Freunden. Er hat oft gesagt: 'Alles andere kann warten, nicht aber die Suche nach Gott.'“
02.12.01, 18:00 Uhr
Quelle: www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=98551&streamsnr=9