Man muss bei diesen Stimmrechtsmitteilungen immer genauer hinsehen und vor allem zwischen direkten Stimmrechten, also echten Aktienanteilen, und dem Rest unterscheiden (was z. B. über Derivate gehalten wird). Die Transparenzregeln wurden ja vor einiger Zeit verschärft, und man muss eben auch größere Positionen in Swaps oder anderen Derivaten melden.
Nehmen wir als Beispiel die heutige GS-Meldung: GS hat nur 0.06% Aktien. Der Großteil der gemeldeten Stimmrechte, 5.3%, besteht aus "Right To Recall" und "Right Of Use". Beim ersten Fall hat GS Aktien verliehen, beim zweiten Fall, der 4.72% (!) ausmacht, haben sie sich Aktien geliehen. Diese 4.72% werden also von anderen Investoren gehalten (die auch stimmberechtigt sind). Was GS mit den geliehenen Aktien genau macht, weiß ich natürlich nicht…theoretisch könnten sie die Aktien weiterverleihen, als Absicherung für Derivate halten oder was sonst noch einer Investmentbank so einfällt.
Aber aus der heutigen GS-Meldung kann man meiner Meinung nach praktisch keine Deutung in Richtung Übernahme machen; ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie. Aber ich würde mich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen.