Beim Goodwill stimme ich dir zu, der ist relativ hoch (zu hoch in meinen Augen). Das momentan nicht mehr aus dem Umsatzwachstum hängen bleibt ist Schade und auch da stimme ich zumindest zu, dass man es kritisch sehen muss (und versuchen sollte die Gründe dafür zu erkennen). Ich denke auch, dass man es nicht NUR mit der Übernahme und Integrationskosten/ Umstrukturiereungskosten erklären kann.
Leider ist die Bewertung davon relativ schwierig, da man die Gründe nicht vollkommen aus den Kennzahlen und Finanzberichten ableiten kann. Mehr hat man als Aktionär aber nicht und muss sich damit seine Meinung bilden.
Bei dieser Meinung (über den Vorstand und die Gründe für die Einbrüche) gehen unsere Standpunkte dann etwas auseinander. Ich will nicht sagen, dass sie (oder jemand anders) es nicht hätte besser machen können. Besser geht immer. Und auch nicht, dass keine Fehler gemacht wurden, aber
- Wenn man die Jahre 2005- 2010 ansieht, in denen es jedes Jahr traumhafte Umsatz- und Gewinnsteigerungen gab, spricht das in meinen Augen klar für die Fähigkeiten und Qualität des Vorstandes und zeigt, dass sie es können. Der Einbruch kam erst mit der Übernahme telenet. Also ich denke die Übernahmen davor/ das Wachstum waren alle Super, nur telenet macht irgendwie Probleme.
- Warum die telenet zwei Jahre früher (vor Plan) übernommen werden musste (laut Vorstand) weiß ich nicht und warum sich die Eingliederung scheinbar so schwierig gestaltet kann ich mir leider auch nicht erklären (weiß dazu jemand was?). Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass telenet zum Zeitpunkt der Übernahme beinahe halb so groß war wie Euromicron. Vielleicht war ein 90 Mio schwerer Brocken einfach etwas zu groß um ihn reibungslos zu schlucken. Aber aufgrund der vorherigen sehr guten Leistung des Vorstands glaube ich, dass es dafür gute Gründe gab/ gibt. (Vielleicht war es aber auch einfach ein Fehler die telenet zu diesem Zeitpunkt/ zu diesem Preis/ überhaupt zu übernehmen. Glaube ich aber nicht.)
- Euromicron ist ein "kleines" Unternehmen. Da machen Integrationsaufwände von ca 4,5 Mio schon viel aus (Erklärt nicht alles aber viel) Wenn man die Zahlen von 2011 als Berechnugsgrundlage nimmt (Als Beispiel um den Effekt zu verdeutlichen, 2011 gab es diesen Aufwand nicht):
mit Aufwand: 17.852 (Ergebnis vor Steuer) -> 12.899 (nach Steuer) -> 12.229 (für Aktionäre) -> 2,33 EPS
ohne Aufwand: (17,852+ 4,500) = 22,352 -> 16,150 -> 15,480 -> 2,95 EPS
Also durch die 4,5 Mio Zusatzaufwand hätten wir einen Unterschied in den EPS von 0,62 Euro, was immerhin 27% sind! Wenn wir das jetzt auf 2013 projezieren wo konservative Schätzungen EPS von 1,42 annehmen -> ca 1,91 (womit alle schon deutlich glücklicher wären und was einen Kurs von mindestens 19 Euro rechtfertigen würde).
-> Ja Goodwill zu hoch. Ja man kann nicht alles mit der Übernahme und den Integrationskosten/ Umstrukturiereungskosten erklären ABER viel. Ich halte den Vorstand für Kompetent (auch wenn er wahrscheinlich nicht alles richtig gemacht hat).
-> Ich gehe für 2014 von EPS von mindestens 2,20 aus (eher deutlich mehr aber ich Schätze immer sehr konservativ).
@kat: Wie kommst du auf das anorganische Wachstum 2014? (Klar Ziel sind 500 Mio 2015 aber wurde da was konkret gesagt, hast du Quellen?)