Value-Strategie 1:
DAX-Aktien mit hoher Dividendenrendite
Im langfristigen Vergleich konnte mit der Dividenden-Strategie der Dax geschlagen werden. Ausgewählt werden einmal jährlich die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Für den Zeitraum 1960 bis 1998 wurde eine Überrendite von 3% gegenüber dem Dax nachgewiesen. Kauft man nur die 5 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, erhöht sich die Überrendite auf 4,4%. Die Strategie taugt auch für Europa und Asien.
Die Dividendenrendite ist ein Kriterium, um Value-Aktien auszuwählen. Für das Portfolio werden die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite ausgesucht.
Aktie Dividendenrendite in %
DaimlerChrysler 6,3
BASF 5,5
Commerzbank 4,6
ThyssenKrupp 3,9
Degussa 3,8
RWE 3,8
Bayer 3,5
Lufthansa 3,3
Linde 3,2
E.ON 3,1
Quelle: Gi-Recherche, Stand: 12.2.2001
Value-Strategie 2:
DAX-Aktien mit niedrigem KGV
Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) schneiden langfristig besser ab. Eine Studie für Deutschland erbrachte für den Zeitraum von 1967 bis 1994 eine Rendite-Differenz zwischen Value- und Wachstums-Aktien von 7,2%. Ähnliches wurde auch für das restliche Europa und die USA nachgewiesen. In der Tabelle wurde der für 2000 erwartete Jahresüberschuss je Aktie herangezogen. Am einfachsten ist es, die Aktien im Depot gleichzugewichten.
Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis deutet auf niedrig bewertete Aktien hin und ist ein Kriterium, um Value-Aktien auszuwählen.
Aktie KGV
Commerzbank 9,1
MAN 12,7
ThyssenKrupp 13,7
Degussa 14,2
VW 14,6
DaimlerChrysler 15,4
Preussag 17,1
BASF 17,5
Henkel 18,1
Linde 18,1
Quelle: Gi-Recherche, Stand: 12.2.2001
Auf lange Sicht schlagen Value-Aktien die Wachstumswerte um 4,4%
Aktien bringen im langfristigen Durchschnitt bessere Renditen als festverzinsliche Wertpapiere oder Immobilien“, sagt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ VermögensZentrums in München. Direktbanken bieten inzwischen die Möglichkeit, auch kleinere Beträge regelmäßig in Aktien der eigenen Wahl zu investieren.
Doch damit wächst auch die Gefahr, sich mit der eigenen Auswahlstrategie zu verkalkulieren. „Viele Anleger überschätzen sich und halten zu lange an Verlustaktien fest, während Gewinneraktien zu früh verkauft werden“, sagt Professor Martin Weber, Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität Mannheim.
Die Ursachen dafür sind meist irrational. Als Beispiel nennt er die Einstellung, an Aktien, die Verluste bescheren, hartnäckig festzuhalten. „Wem es gelingt, solche Fehler zu erkennen und zu vermeiden, der wird erfolgreicher investieren“, sagt Weber.
Eine Möglichkeit, mit System mehr herauszuholen, sind Value-Strategien, mit denen unterbewertete Aktien anhand von bestimmten Kennziffern ermittelt werden. Dazu zählen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die Dividendenrendite oder das Kurs-Cashflow-Verhältnis. „Der Vorteil für den Anleger besteht darin, dass er anhand objektiver, nachvollziehbarer Kriterien die Aktienauswahl treffen und überprüfen kann“, sagt Markus Glaser von der Behavioral Finance Group der Universität Mannheim.
Unter Professor Webers Leitung hat diese Forschungsgruppe zahlreiche internationale Studien ausgewertet. Das überraschende Ergebnis: Value-Aktien bringen im Vergleich zu Wachstumswerten eine höhere Rendite. So erreichten Value-Titel im Zeitraum 1970 bis 1998 eine jährliche Rendite von 14,9%, während es die Wachstums-Aktien lediglich auf 11,6% brachten.
Value-Aktien sind relativ leicht ausfindig zu machen. Der Anleger braucht nur wenige Angaben zu den Unternehmen, um sich ein Portfolio mit Value-Werten zusammenzustellen. Für den Privatanleger eignen sich wegen der leichteren Informationsbeschaffung Dividendenrendite und Kurs-Gewinn-Verhältnis am besten. Doch vom Prinzip her funktionieren alle Strategien nach demselben Muster:
Eine bestimmte Gruppe von Aktien, zum Beispiel alle Dax-Werte oder die 30 Werte des Dow-Jones-Index, werden nach einem Kriterium geordnet, zum Beispiel nach dem KGV. Die 10 Aktien mit dem niedrigsten KGV bilden das Value-Portfolio (s. Kasten). Diese Aktien werden zu einem bestimmten Stichtag gekauft und 1 Jahr lang gehalten. Dann werden erneut die 10 Aktien mit dem niedrigsten KGV herausgefiltert und das Portfolio entsprechend umgeschichtet. Dieser Vorgang wiederholt sich Jahr für Jahr.
Bei allen Bewertungskriterien geht es stets um die Aktien mit dem jeweils niedrigsten Verhältnis. Einzige Ausnahme: die Dividende. Da kommt es auf die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite an (s. Kasten). „Wichtig ist, dass der Anleger diese Strategie langfristig betreibt, also mindestens über 10 Jahre, und die Aktien nicht vorzeitig austauscht“, sagt Glaser.
Die Versuchung liegt nahe. Denn wer sein Depot im vergangenen Jahr nach der Dividendenstrategie bestückt hätte, wäre an DaimlerChrysler nicht vorbeigekommen. Die Aktie verlor im vergangenen Jahr aber 41,6%. „Da sollte man dennoch bei der Stange bleiben“, rät Glaser. „Denn solche Strategien sind langfristig angelegt und vertragen es nicht, wenn man nach eigenem Ermessen an den einmal ausgewählten Aktien herummanipuliert.“ Einzige Ausnahme, die Glaser zugesteht: Der Anleger merkt, dass ein Pleitekandidat ins Depot geraten ist.
Zwar ist nicht zu erwarten, dass jedes Jahr alle Aktien komplett ausgetauscht werden müssen, aber es empfiehlt sich, für das Depot eine Bank mit niedrigen Transaktionskosten zu suchen.
Ein günstiger Zeitpunkt für den Einstieg in die Strategie ist die 1. Hälfte des Jahres. Denn die Value-Strategen verlassen sich nicht auf Prognosen, sondern bilden ihre Kennziffern aus den Geschäftsberichten, die nicht vor dem Frühjahr vorliegen. Also wird der Gewinn pro Aktie oder der Cashflow pro Aktie für das vergangene Jahr zu dem aktuellen Kurs ins Verhältnis gesetzt.
Allerdings übersehen auch die Value-Strategen nicht, dass die Wachstumswerte in den vergangenen Jahren überproportional profitiert haben. So erreichten Value-Aktien in den USA im Zeitraum 1990 bis 1998 eine Rendite von 17,2%, während es Wachstumstitel auf 20,1% brachten. Doch Glaser sieht darin keinen generellen Trendwechsel, sondern lediglich eine Überbewertung bestimmter Aktiengruppen. Teilweise wurde das schon korrigiert. „Das hohe Wachstum fasziniert viele Anleger, doch schon auf Grund der zu optimistischen Erwartungen über zukünftige Gewinn- und Kursentwicklungen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Aktien früher oder später enttäuschen werden“, warnt Glaser. „Value-Aktien werden dagegen von der Mehrheit der Anleger tendenziell unterschätzt.“
ACHTUNG dient nur zur presöhnlichen Bereicherung
jo.
DAX-Aktien mit hoher Dividendenrendite
Im langfristigen Vergleich konnte mit der Dividenden-Strategie der Dax geschlagen werden. Ausgewählt werden einmal jährlich die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Für den Zeitraum 1960 bis 1998 wurde eine Überrendite von 3% gegenüber dem Dax nachgewiesen. Kauft man nur die 5 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite, erhöht sich die Überrendite auf 4,4%. Die Strategie taugt auch für Europa und Asien.
Die Dividendenrendite ist ein Kriterium, um Value-Aktien auszuwählen. Für das Portfolio werden die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite ausgesucht.
Aktie Dividendenrendite in %
DaimlerChrysler 6,3
BASF 5,5
Commerzbank 4,6
ThyssenKrupp 3,9
Degussa 3,8
RWE 3,8
Bayer 3,5
Lufthansa 3,3
Linde 3,2
E.ON 3,1
Quelle: Gi-Recherche, Stand: 12.2.2001
Value-Strategie 2:
DAX-Aktien mit niedrigem KGV
Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) schneiden langfristig besser ab. Eine Studie für Deutschland erbrachte für den Zeitraum von 1967 bis 1994 eine Rendite-Differenz zwischen Value- und Wachstums-Aktien von 7,2%. Ähnliches wurde auch für das restliche Europa und die USA nachgewiesen. In der Tabelle wurde der für 2000 erwartete Jahresüberschuss je Aktie herangezogen. Am einfachsten ist es, die Aktien im Depot gleichzugewichten.
Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis deutet auf niedrig bewertete Aktien hin und ist ein Kriterium, um Value-Aktien auszuwählen.
Aktie KGV
Commerzbank 9,1
MAN 12,7
ThyssenKrupp 13,7
Degussa 14,2
VW 14,6
DaimlerChrysler 15,4
Preussag 17,1
BASF 17,5
Henkel 18,1
Linde 18,1
Quelle: Gi-Recherche, Stand: 12.2.2001
Auf lange Sicht schlagen Value-Aktien die Wachstumswerte um 4,4%
Aktien bringen im langfristigen Durchschnitt bessere Renditen als festverzinsliche Wertpapiere oder Immobilien“, sagt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ VermögensZentrums in München. Direktbanken bieten inzwischen die Möglichkeit, auch kleinere Beträge regelmäßig in Aktien der eigenen Wahl zu investieren.
Doch damit wächst auch die Gefahr, sich mit der eigenen Auswahlstrategie zu verkalkulieren. „Viele Anleger überschätzen sich und halten zu lange an Verlustaktien fest, während Gewinneraktien zu früh verkauft werden“, sagt Professor Martin Weber, Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Universität Mannheim.
Die Ursachen dafür sind meist irrational. Als Beispiel nennt er die Einstellung, an Aktien, die Verluste bescheren, hartnäckig festzuhalten. „Wem es gelingt, solche Fehler zu erkennen und zu vermeiden, der wird erfolgreicher investieren“, sagt Weber.
Eine Möglichkeit, mit System mehr herauszuholen, sind Value-Strategien, mit denen unterbewertete Aktien anhand von bestimmten Kennziffern ermittelt werden. Dazu zählen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die Dividendenrendite oder das Kurs-Cashflow-Verhältnis. „Der Vorteil für den Anleger besteht darin, dass er anhand objektiver, nachvollziehbarer Kriterien die Aktienauswahl treffen und überprüfen kann“, sagt Markus Glaser von der Behavioral Finance Group der Universität Mannheim.
Unter Professor Webers Leitung hat diese Forschungsgruppe zahlreiche internationale Studien ausgewertet. Das überraschende Ergebnis: Value-Aktien bringen im Vergleich zu Wachstumswerten eine höhere Rendite. So erreichten Value-Titel im Zeitraum 1970 bis 1998 eine jährliche Rendite von 14,9%, während es die Wachstums-Aktien lediglich auf 11,6% brachten.
Value-Aktien sind relativ leicht ausfindig zu machen. Der Anleger braucht nur wenige Angaben zu den Unternehmen, um sich ein Portfolio mit Value-Werten zusammenzustellen. Für den Privatanleger eignen sich wegen der leichteren Informationsbeschaffung Dividendenrendite und Kurs-Gewinn-Verhältnis am besten. Doch vom Prinzip her funktionieren alle Strategien nach demselben Muster:
Eine bestimmte Gruppe von Aktien, zum Beispiel alle Dax-Werte oder die 30 Werte des Dow-Jones-Index, werden nach einem Kriterium geordnet, zum Beispiel nach dem KGV. Die 10 Aktien mit dem niedrigsten KGV bilden das Value-Portfolio (s. Kasten). Diese Aktien werden zu einem bestimmten Stichtag gekauft und 1 Jahr lang gehalten. Dann werden erneut die 10 Aktien mit dem niedrigsten KGV herausgefiltert und das Portfolio entsprechend umgeschichtet. Dieser Vorgang wiederholt sich Jahr für Jahr.
Bei allen Bewertungskriterien geht es stets um die Aktien mit dem jeweils niedrigsten Verhältnis. Einzige Ausnahme: die Dividende. Da kommt es auf die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite an (s. Kasten). „Wichtig ist, dass der Anleger diese Strategie langfristig betreibt, also mindestens über 10 Jahre, und die Aktien nicht vorzeitig austauscht“, sagt Glaser.
Die Versuchung liegt nahe. Denn wer sein Depot im vergangenen Jahr nach der Dividendenstrategie bestückt hätte, wäre an DaimlerChrysler nicht vorbeigekommen. Die Aktie verlor im vergangenen Jahr aber 41,6%. „Da sollte man dennoch bei der Stange bleiben“, rät Glaser. „Denn solche Strategien sind langfristig angelegt und vertragen es nicht, wenn man nach eigenem Ermessen an den einmal ausgewählten Aktien herummanipuliert.“ Einzige Ausnahme, die Glaser zugesteht: Der Anleger merkt, dass ein Pleitekandidat ins Depot geraten ist.
Zwar ist nicht zu erwarten, dass jedes Jahr alle Aktien komplett ausgetauscht werden müssen, aber es empfiehlt sich, für das Depot eine Bank mit niedrigen Transaktionskosten zu suchen.
Ein günstiger Zeitpunkt für den Einstieg in die Strategie ist die 1. Hälfte des Jahres. Denn die Value-Strategen verlassen sich nicht auf Prognosen, sondern bilden ihre Kennziffern aus den Geschäftsberichten, die nicht vor dem Frühjahr vorliegen. Also wird der Gewinn pro Aktie oder der Cashflow pro Aktie für das vergangene Jahr zu dem aktuellen Kurs ins Verhältnis gesetzt.
Allerdings übersehen auch die Value-Strategen nicht, dass die Wachstumswerte in den vergangenen Jahren überproportional profitiert haben. So erreichten Value-Aktien in den USA im Zeitraum 1990 bis 1998 eine Rendite von 17,2%, während es Wachstumstitel auf 20,1% brachten. Doch Glaser sieht darin keinen generellen Trendwechsel, sondern lediglich eine Überbewertung bestimmter Aktiengruppen. Teilweise wurde das schon korrigiert. „Das hohe Wachstum fasziniert viele Anleger, doch schon auf Grund der zu optimistischen Erwartungen über zukünftige Gewinn- und Kursentwicklungen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Aktien früher oder später enttäuschen werden“, warnt Glaser. „Value-Aktien werden dagegen von der Mehrheit der Anleger tendenziell unterschätzt.“
ACHTUNG dient nur zur presöhnlichen Bereicherung
jo.