Hi Leute
Dieser Tread hat nur sehr indirekt mit Aktien zu tun und ist speziell an Tyler Durdan/stiller teilhaber und ernesto Guevara gerichtet. Natürlich kann ihn auch jeder andere den es interessiert lesen.
Ernesto Guevara
Das Idol einer ganzen Generation
Man sieht sein Gesicht überall: Auf Postern für "Rage against the machine", in den Nachrichten, wenn die Rebellen Tschetscheniens sein Bild hochhalten und in seinem Namen kämpfen, auf T-Shirts im Secondhandshop. Doch die wenigsten wissen, wer er wirklich war. In den 60ern wurde er von den Studenten verehrt, doch heute kennen zu wenige junge Menschen seine Geschichte, seinen Kampf für Gerechtigkeit.
Ernesto Guevara wird am 14. Juni 1928 in Argentinien als Sohn reicher, schwärmerischer Idealisten geboren. Seine Eltern erklären ihm frühzeitig, daß er sich nicht darum zu kümmern braucht, ob seine Freunde aus armen oder reichen Familien kommen, und um sich mit den Kindern aus den nahegelegenen Dörfern zu solidarisieren, trägt er nur sehr einfache Kleidung und so ist er auch einer der wenigen aus der reicheren Schicht, der von ihnen respektiert wird. Er leidet an Asthmaanfällen, ist dadurch anderen Kindern aus der Oberschicht nicht willkommen. Er weiß daher, was es heißt, anders zu sein. Früh entwickelt sich sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Seine Lehrer bezeichnen ihn als launisch und undiszipliniert, gestehen ihm aber eine große Persönlichkeit zu, auch wenn er der Anführer der Linken in seiner Klasse ist, marxistische Ideen hat und die katholische Kirche kritisiert.
Als er 16 ist, zieht seine Familie von Alta Garcia nach Buenos Aires um. Nach der Scheidung seiner Eltern lebt er bei seiner Mutter und beginnt Medizin zu studieren - zwischendurch arbeitet er im Leprahospital -, um den Armen helfen zu können. Später unternimmt er Reisen durch ganz Südamerika und kommt in engen Kontakt mit dem Elend, den Krankheiten, mit der, wie er sagt, "Entmenschung". Unterwegs lernt er viele Gleichgesinnte kennen, darunter auch seine erste Frau Hilda, die schon früh erkennt, daß sie ihn an die Revolution verlieren wird, denn Guevara ist der Meinung, daß man sein bürgerliches Leben "Familie, Wohlstand, wissenschaftliche Interessen, Bequemlichkeit und wenn nötig seinen eigenen Körper opfern muß, wenn man sich einen Rest Würde bewahren und die Revolution leben will. Er trifft auch Castros Bruder, Fidel selber, begegnet er 1955 in Mexiko. Als dieser dort im Exil gerade die Revolution in Kuba plant. Fidel organisiert die militärische Ausbildung einer disziplinierten Gruppe für einen Guerillaverband. Ernesto ist von den Ideen Castros begeistert, schließt sich ihm an, und erhält von seinen kubanischen Kameraden den Namen Che.
Castro gelingt es, 1959 die Macht in Kuba zu übernehmen. Er ernennt Che, der ebenfalls Industrieminister wird, zum Präsidenten der Nationalbank von Kuba, obwohl dieser Geld verachtet. Man will den Staat nach diesem Sieg zu einer Gesellschaft der Partisanen, der Guerilleros machen, neue Formen der Kommunikation finden, um dem Volk nahe zu sein, was sich im Wunsch offen zu leben und zu denken erklärt. Che Guevara veröffentlicht Schriften, in denen es unter anderem heißt, daß Arbeit nicht länger eine unglückselige Notwendigkeit sein soll, "sondern etwas, das die größte Würde des Menschen ausmacht, soziale Aufgabe, echtes Vergnügen, höchster menschlicher Schöpfungsakt." Dazu sei es "nötig, daß der Mensch aufhört, Ware zu sein, er beginnt, sein Denken von der Angst zu befreien, die durch die Notwendigkeit bedingt ist, seine unmittelbaren Bedürfnisse vermittels seiner Arbeit zu befriedigen. Er beginnt, sich in seinem Werk wiederzuerkennen und seine menschliche Größe durch den geschaffenen Gegenstand und die verwirklichte Arbeit zu erfassen..." So können mit der Zeit Kommerzsucht und die Gier nach Macht besiegt werden, denn der einzelne erfüllt mit seiner Arbeit seine soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, ohne Angst um seine eigene Existenz haben zu müssen. Guevara trifft Geldentscheidungen der Bank nach ihrem sozialen, nicht dem wirtschaftlichen Wert, den bringen könnten, und möchte Auslandskredite verschenken, womit er sich das Mißtrauen der Altkommunisten zuzieht.
Obwohl er eine Welt des menschliche Glücks, des Solidaritätsbewußtseins schaffen will, glaubt er nicht an eine Umwandlung der Gesellschaft ohne Gewalt, da diese notwendig ist, um den Haß der Machtgierigen zu zerschlagen. Che will ganz Südamerika befreien - Fidel Castro lehnt das ab, um die Situation Kubas zu festigen -
und ist nach einer Reise durch Afrika überzeugt, daß auch dort gegen den Imperialismus gekämpft werden kann. Er ist immer der Meinung gewesen, daß die Revolution keine Grenzen kennt. Er greift in einer Rede vor der UNO die USA an, doch in China weigert sich Mao Tse-tung, ihn zu empfangen. 1963 organisiert er ein Bündnis einiger Veteranen des kubanischen Befreiungskrieges mit seinem Freund, um eine Kette von Guerillagebieten - von Peru bis nach Nordargentinien aufzubauen. Che selbst ist in Frankreich, als er von dem Tod seines Freundes erfährt. Er kommt zurück nach Havanna, wo er tagelang mit Fidel spricht. Er legt alle seine Ämter nieder und sagt seiner kubanischen Staatsbürgerschaft ab.
Hier der Brief an Fidel Castro:
An Fidel Castro
Havanna, "Jahr der Landwirtschaft"
Fidel, ich erinnere mich in dieser Stunde an viele Dinge, als ich Dich im Haus von Maria Antonia' kennenlernte, als Du mir vorschlugst zu kommen, an die ganze Spannung der Vorbereitungen. Eines Tages kamen sie vorbei und fragten, wen man im Todesfälle benachrichtigen solle, und die echte Möglichkeit der Tatsache bestürzte uns alle. Danach erfuhren wir, daß es wahr war, daß man in einer Revolution triumphiert oder stirbt (wenn es eine richtige ist). Viele Genossen blieben auf dem Weg zum Sieg zurück.
Heute hat alles einen weniger dramatischen Ton, weil wir reifer sind, aber die Tatsache wiederholt sich. Ich fühle, daß ich den Teil meiner Pflicht erfüllt habe, der mich an die kubanische Revolution auf ihrem Gebiet band, und ich verabschiede mich von Dir, von den Genossen und von Deinem Volk, das auch meins ist.
Ich verzichte formell auf meine Ämter in der Parteiführung, auf meinen Ministerposten, auf meinen Rang als "Comandante", auf meine kubanische Staatsangehörigkeit. Kein Gesetz bindet mich an Kuba, nur Bindungen anderer Art, die man nicht wie die Ernennungen brechen kann.
Wenn ich mein vergangenes Leben resümiere, glaube ich, mit genügend Ehrenhaftigkeit und Hingabe gearbeitet zu haben, um den revolutionären Triumph zu festigen. Mein einziger Fehler von einiger Schwere ist gewesen, Dir nicht noch mehr vom ersten Augenblick der Sierra Maestra anvertraut zu haben und nicht schnell genug Deine Eigenschaften als Führer und Revolutionär verstanden zu haben. Ich habe großartige Tage erlebt und fühlte an Deiner Seite den Stolz, in den glänzenden und traurigen Tagen der Karibikkrise zu unserem Volk zu gehören. Selten hat ein Staatsmann mehr als in jenen Tagen geglänzt, ich bin auch stolz darauf, Dir ohne Schwanken gefolgt zu sein und mich mit Deiner Art zu denken, zu sehen und die Gefahren und Prinzipien zu würdigen, identifiziert zu haben. Andere Gegenden der Welt verlangen die Unterstützung meiner bescheidenen Kräfte. Ich kann tun, was Dir wegen Deiner Verantwortung gegenüber Kuba versagt ist, und die Stunde unserer Trennung ist gekommen. Sie sollten aber wissen, daß ich es mit einer Mischung aus Freude und Schmerz tue; hier lasse ich meine reinsten Hoffnungen als Erbauer und das Liebste meiner geliebten Wesen zurück... und ich lasse ein Volk zurück, das mich wie einen Sohn aufgenommen hat; das zerreißt einen Teil meines Geistes. Auf die neuen Schlachtfelder werde ich den Glauben tragen, den Du mir beibrachtest, den revolutionären Geist meines Volkes, das Gefühl, die heiligste meiner Pflichten zu erfüllen: gegen den Imperialismus zu kämpfen, wo auch immer er sich befindet; das stärkt und heilt reichlich jede Zerrissenheit.
Ich sage noch einmal, daß ich Kuba von jeder Verantwortung freispreche außer der, die aus seinem Beispiel kommt. Wenn für mich die endgültige Stunde unter anderem Himmel kommt, wird mein letzter Gedanke diesem Volk und besonders Dir gelten. Ich danke Dir für Deine Lehren und Dein Beispiel, dem ich versuchen werde treu zu sein bis zu den letzten Konsequenzen meiner Handlungen. Ich habe mich immer mit der Außenpolitik unserer Revolution identifiziert und tue es auch weiterhin. Wo auch immer ich bin, werde ich die Verantwortung fühlen, ein kubanischer Revolutionär zu sein, und als solcher werde ich handeln. Ich hinterlasse meinen Kindern und meiner Frau keine materiellen Güter, und das tut mir nicht leid: es freut mich, daß es so ist. Ich bitte um nichts für sie, denn der Staat wird ihnen genügend für ihre Leben und ihre Erziehung geben.
Ich müßte Dir und unserem Volk viele Dinge sagen, aber ich fühle, daß sie unnötig sind; die Worte können nicht das ausdrücken, was ich möchte, und es ist nicht der Mühe wert, Blätter vollzuschmieren.
Immer bis zum Siege. Vaterland oder Tod!
Es umarmt Dich mit ganzer revolutionärer Hingabe
Che.
Danach ist er tagelang verschwunden. Freunde berichten von seiner schlechten seelischen und
körperlichen Verfassung. 1965 geht es ihm wieder besser, so daß er in den Kongo reist, um dort mit 125 Kubanern und Guerillaaktivisten gegen die weißen Söldner
zu kämpfen. Doch er ist von den undisziplinierten Kinshasas - Rebellen, von korrupten Anführern und den Stammesritualen enttäuscht.
Che Guevara träumt von einem zweitem Kuba, will die Indios vom Regime befreien. 1966 beginnt ein weiterer Guerillakrieg , in dem fast alle seiner Leute einen elenden Tod sterben. Che wird gefangengenommen, und am 9. Oktober 1967 erschossen.
Alle Leute, die seinen Leichnam danach sehen, sind ergriffen von dem Gesichtsausdruck Guevaras. Schon im August desselben Jahres waren CIA - Agenten in einem Hotel in Santa Cruz abgestiegen, hatten Che verhört, nach dessen Tod seine Notizbücher und Dokumente genauestens durchsucht und Journalisten vom Ort des Geschehens ferngehalten. Menschen in aller Welt sind erschüttert,
gehen auf die Straße und demonstrieren auch gegen das Vorgehen der USA.
Ernesto Guevara:
Er war ein Mensch der einen/seinen Traum erfüllen wollte. Er hat das wohl der Menschheit nur in einer Staatsform gesehen und hat dieser sein Leben gewidmet. Jedoch war er sehr engstirnig... wie mir aufgefallen ist! Er wollte Leute zu ihrem "Glück" zwingen. Er wollte Menschen befreien die nicht befreit werden wollten.
Der Uhrgedanke liegt darin Menschen zu helfen wenn sie Hilfe brauchen! Aber er hat dies wohl anders gesehen.
Er hat es jedoch geschafft Menschen für sich und für seine Sache zu begeistern und wurde so zum menschlichen Repräsentanten des Widerstandes.
Und denkt daran jedes mal wenn ihr eine Aktie kauft dann begebt ihr euch auf ein Niveau, zu Menschen, auf die dieser Mann nur verächtlich runter schauen würde.
@tyler/st/ern...
Jetzt wo ich diesen Menschen etwas näher studiert habe habe ich zwar Respekt vor seinem Lebenswerk jedoch stimme ich seinen Gedanken und Ideen in meißter Hinsicht nicht zu.
Grüße
Der Neue