Aus der FTD vom 30.8.2001
Ericsson: Die Handy-Marke verschwindet
Ab Juli 2002 gibt es keine neuen Mobiltelefone der Marken Ericsson und Sony mehr. Die Konzerne entwickeln eine neue Marke und verschärfen damit den Wettbewerb.
Bis zum dritten Quartal 2002 würden noch Geräte mit beiden Markennamen auf den Markt kommen, danach weltweit nur noch unter der neuen gemeinsamen Marke. Das sagte ein Sprecher von Sony Europa der Financial Times Deutschland. Sony und Ericsson hatten am Dienstag bekannt gegeben, zum 1. Oktober 2001 ihr Gemeinschaftsunternehmen für Mobiltelefone Sony Ericsson Mobile Communications mit Sitz in London zu starten.
Harter Kampf um Handykunden
Damit steht die Branche vor einem verschärften Wettbewerb im nächsten Jahr: Denn die Entscheidung für eine neue Marke bedeutet auch eine neue Produktstrategie. Ericsson und Sony stehen mit einem Marktanteil von zusammen gut zehn Prozent hinter Nokia (34,8 Prozent) und dem US-Konzern Motorola (14,8 Prozent).
Dem Kind fehlt noch ein Name
Experten gehen davon aus, dass die Konzerne mit der neuen Marke vor allem den Markt der privaten Nutzer anpeilen. Noch sind sich die Schweden und Japaner uneins über den Namen und die künftigen Produkte. Von Sony hieß es gestern, der Name könnte sich aus Elementen der Namen Sony und Ericsson zusammen setzen. Ein Ericsson-Sprecher hingegen sagte, auch eine völlig unabhängige Marke sei denkbar. Vorteil: Das Unternehmen könnte so ein neues Produkt-Feld außerhalb der Mobiltelefone gründen und dem gleich einen neuen Namen geben. Etwas Vergleichbares hat Sony bereits mit seinem tragbaren Kassetten-Rekorder ("Walkman") und der Spielekonsole ("Playstation") gemacht.
Sony braucht die Handys
Für den Hersteller von Unterhaltungselektronik mit einem Konzern-Umsatz von zuletzt 58,5 Mrd. $ sind Mobiltelefone ungleich wichtiger als für Ericsson. Die Schweden mit einem Umsatz von 29 Mrd. $ wollen sich auf den Aufbau von Telefon-Netzwerken spezialisieren und schrieben zuletzt bei Mobiltelefonen nur hohe Verluste. Sony dagegen positioniert sich zusehends als Marke für Informationstechnik und will alle Produkte bieten, die Zugang ins Internet schaffen. So hat Sony in Japan Erfolg mit Telefonen für das dortige mobile Internetportal i-Mode des Telefonkonzerns NTT Docomo. Im Zuge einer Kooperation von NTT mit Hollands Telefonkonzern KPN, dem auch der deutsche Handydienst E-Plus gehört, soll i-Mode demnächst nach Europa kommen.
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Ericsson: Die Handy-Marke verschwindet
Ab Juli 2002 gibt es keine neuen Mobiltelefone der Marken Ericsson und Sony mehr. Die Konzerne entwickeln eine neue Marke und verschärfen damit den Wettbewerb.
Bis zum dritten Quartal 2002 würden noch Geräte mit beiden Markennamen auf den Markt kommen, danach weltweit nur noch unter der neuen gemeinsamen Marke. Das sagte ein Sprecher von Sony Europa der Financial Times Deutschland. Sony und Ericsson hatten am Dienstag bekannt gegeben, zum 1. Oktober 2001 ihr Gemeinschaftsunternehmen für Mobiltelefone Sony Ericsson Mobile Communications mit Sitz in London zu starten.
Harter Kampf um Handykunden
Damit steht die Branche vor einem verschärften Wettbewerb im nächsten Jahr: Denn die Entscheidung für eine neue Marke bedeutet auch eine neue Produktstrategie. Ericsson und Sony stehen mit einem Marktanteil von zusammen gut zehn Prozent hinter Nokia (34,8 Prozent) und dem US-Konzern Motorola (14,8 Prozent).
Dem Kind fehlt noch ein Name
Experten gehen davon aus, dass die Konzerne mit der neuen Marke vor allem den Markt der privaten Nutzer anpeilen. Noch sind sich die Schweden und Japaner uneins über den Namen und die künftigen Produkte. Von Sony hieß es gestern, der Name könnte sich aus Elementen der Namen Sony und Ericsson zusammen setzen. Ein Ericsson-Sprecher hingegen sagte, auch eine völlig unabhängige Marke sei denkbar. Vorteil: Das Unternehmen könnte so ein neues Produkt-Feld außerhalb der Mobiltelefone gründen und dem gleich einen neuen Namen geben. Etwas Vergleichbares hat Sony bereits mit seinem tragbaren Kassetten-Rekorder ("Walkman") und der Spielekonsole ("Playstation") gemacht.
Sony braucht die Handys
Für den Hersteller von Unterhaltungselektronik mit einem Konzern-Umsatz von zuletzt 58,5 Mrd. $ sind Mobiltelefone ungleich wichtiger als für Ericsson. Die Schweden mit einem Umsatz von 29 Mrd. $ wollen sich auf den Aufbau von Telefon-Netzwerken spezialisieren und schrieben zuletzt bei Mobiltelefonen nur hohe Verluste. Sony dagegen positioniert sich zusehends als Marke für Informationstechnik und will alle Produkte bieten, die Zugang ins Internet schaffen. So hat Sony in Japan Erfolg mit Telefonen für das dortige mobile Internetportal i-Mode des Telefonkonzerns NTT Docomo. Im Zuge einer Kooperation von NTT mit Hollands Telefonkonzern KPN, dem auch der deutsche Handydienst E-Plus gehört, soll i-Mode demnächst nach Europa kommen.