Die Gründe für die regionenspezifische Vermarktungsstrategie sind ja bekannt und hier vielfach dargestellt bzw. diskutiert worden. Sie sind aus meiner Sicht nachvollziehbar. Natürlich ist die Frage berechtigt, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Form der deutsche/europäische Markt anvisiert werden sollte.
Einerseits ist durchaus denkbar, dass Epi im Hintergrund durch Netzwerkarbeit den Acker aufzubereiten versucht. Verständlich, dass hier – solange es keine faktischen Erfolge bringt – keine Meldung dazu nach außen dringt (Meldungen à la „haben mit XY gesprochen, leider noch keine definitive Zusage“ wären eher kontraproduktiv ;-) ).
Andererseits habe ich den Eindruck, dass es noch zu früh für eine Offensive in Europa ist. In persönlichen Gesprächen mit ÄrztInnen entstand bei mir der Eindruck, dass der Nutzen des Bluttests mit seinen Performance-Daten nicht gesehen wird. Ein Patient, der den Bluttest statt Koloskopie macht, wird für das Darmkrebs-Screening eher als verloren denn gewonnen gesehen. Die Erkenntnis „die beste Screening-Methode ist die, die gemacht wird“ hat sich hier noch nicht in den Köpfen breit gemacht.
Wenn proColon in den USA reüssiert (inklusive belastbarer Daten für den Nutzen von proColon), dann schaut die Sache evtl. ganz anders aus und eine Initiative in Europa könnte erfolgversprechender sein.