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Sitzen macht impotent
Längeres Sitzen erzeugt für die Hoden ein unangenehm warmes Ambiente.
von Prof. Fred Sinowatz
Mit wenigen Ausnahmen, wie etwa bei Walen oder Elefanten, sind die Hoden der Säugetiere außerhalb der Bauchhöhle im Hodensack, dem Skrotum untergebracht. Die Hoden brauchen nämlich für eine normale Samenbildung eine deutlich geringere Temperatur als die normale Körpertemperatur. Bei Temperaturen von 33 Grad Celsius läuft die Samenproduktion beim Menschen am effektivsten ab. Das Skrotum trägt dazu bei, diese niedrigere Temperatur zu gewährleisten. Durch das Fehlen einer isolierenden Fettschicht sowie durch viele Schweißdrüsen in der Haut des Hodensacks kann eine niedrige Temperatur gewährleistet werden.
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Spermien gedeihen am besten in einem kühlen Klima.
Der schädliche Einfluss von zu hoher Temperatur auf die Hoden ist schon lange bekannt. Bleibt etwa während der Embryonalentwicklung der Hoden, der zunächst im Bereich der Bauchhöhle angelegt wird, während seiner Wanderung in das Skrotum im Bereich des Leistenkanals stecken (Maldeszensus testis), können später keine Spermien produziert werden. Das daraus resultierende Krankheitsbild kommt sowohl beim Menschen als auch bei den Haustieren vor und wird als Kryptorchismus bezeichnet.
Bleiben Sie cool
Kälte ist gut, Wärme ist schlecht für des Mannes beste Stücke.
Aber auch bei normal ausgebildeten Hoden kann die Temperatur im Hodensack zu hoch ansteigen. Dies wurde in einer neuen Studie, die in dem wissenschaftlichen Journal „Reproductive Toxicology“ von dänischen Forschern veröffentlicht wurde, beobachtet. Die Wissenschaftler hatten eine kleine Mess-Sonde, den „Thermisor“ entwickelt, die sie in der Unterwäsche anbrachten. Damit konnten sie exakt über 24 Stunden den Temperaturverlauf im Skrotum ermitteln.
Sie stellten fest, dass Männer, die an ihrem Arbeitsplatz sechs oder mehr Stunden mit einer sitzenden Tätigkeit verbringen müssen, eine um durchschnittlich zwei Grad Celsius höhere Skrotaltemperatur aufwiesen als Männer, die nicht länger als eine Stunde unterbrochen saßen. Die höhere Skrotaltemperatur war signifikant mit einer höheren Unfruchtbarkeitsrate verbunden.
„Eine hohe Skrotaltemperatur ist häufig bei infertilen Patienten zu finden. Tierexperimentelle Studien deuten weiter darauf hin, dass bei bestimmten Störungen des Hitzeaustausches im Hoden, die Samenqualität stark abnimmt. Die Zunahme von sitzender Tätigkeit trägt wahrscheinlich erheblich zum schon seit längerer Zeit beobachtetem Ansteigen der Unfruchtbarkeit von Männern, vor allem in den westlichen Industriestaaten, bei, schließen die Forscher aus ihren Untersuchungen.
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Eisbeutel
Männer mit typischen Sitzberufen, wie Büroangestellte, Computerfreaks oder Berufskraftfahrer sollten sich beizeiten Gedanken um Ausgleichsmöglichkeiten machen, sofern sie auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit Wert legen. Neben kalten Genitalwaschungen, Schlafen ohne Unterwäsche und Vermeiden unnötiger Hitzeexpositionen, wie Saunabesuchen, sollten vor allem längere sitzende Tätigkeiten durch kleine Spaziergänge im Abstand von 30 Minuten unterbrochen werden. Damit kann die angestiegene Temperatur in den Hoden wieder herunter gekühlt werden.
www.freenet.de/freenet/wissenschaft/mensch/...k/sitzen/01.html
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