Enron: Der rasante Fall eines Riesen


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Enron: Der rasante Fall eines Riesen

 
03.12.01 12:03
Der US-Energiekonzern Enron, der größte Energiemakler der Welt, meldet Insolvenz an. Noch am Sonntag hat der Energieriese, der mehr als 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, Gläubigerschutz bei einem New Yorker Gericht beantragt. Auslöser für diese Entwicklung ist der Rückzug des Rivalen Dynegy, der am vergangenen Mittwoch überraschend ein Kaufangebot für Enron zurückgezogen hat. Wegen Vertragsbruchs will Enron nun den vermeintlichen Partner verklagen und auf diesem Wege eine Entschädigung von 10 Mio. Dollar losschlagen, die dann den Gläubigern zur Verfügung gestellt werden sollen. Bei einem Schuldenstand von geschätzten 24 Mrd. Dollar dürfte dies aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, so manche Gläubigerbank wird wohl viel Geld abschreiben müssen. Allein 7 Mrd. Dollar gelten als kurzfristige Verbindlichkeiten, die schon bald fällig werden. Doch die Alleinschuld am größten und schnellsten Finanzzusammenbruch der US-Geschichte bei Dynegy zu suchen, wäre völlig falsch. Zu vertreten hat den Exitus bei Enron die Führungsetage um Vorstandschef Kenneth Lay. Enron war im vergangenen und in diesem Jahr durch immense Kosten für Zukäufe in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Um die eigene Bilanz, die für das Jahr 2000 einen Umsatz von 101 Mrd. Dollar und einen Gewinn von mehr als einer Mrd. Dollar ausgewiesen hat, nicht zu belasten, verschleierte die Unternehmensführung die aufgelaufenen Schulden von geschätzten 24 Mrd. Dollar durch die Gründung zahlreicher Nebenunternehmen.

Nun steht Enron vor den Scherben seiner Expansionspolitik. Dass der Absturz des Vorzeigeunternehmens schon seit längerer Zeit absehbar war, zeigt ein Blick auf das Aktien-Verkaufs-Verhalten der Vorstände. In den vergangenen 18 Monaten veräußerte Chef Lay Enron-Aktien für rund 140 Mio. Dollar, sein Vorgänger Jeffrey Skilling machte durch Aktienverkäufe rund 60 Mio. Dollar „flüssig“. In den vergangenen Wochen stürzte der Kurs der Enron-Aktie von 33 Dollar auf 0,30 Dollar ab. Wer dabei Böses denkt. 30 Mrd. Dollar Börsenwert sind seitdem ausgelöscht worden. Die kommenden Tage und Wochen werden nach Einleitung des Insolvenzverfahrens besonders interessant, rechnen Experten über kurz oder lang doch mit einer Filettierung des Energiekonzerns. Seit 1990, als Jeffrey Skilling von Lay persönlich als Führungsperson bei Enron installiert worden war, entwickelte sich der Konzern in einem rasanten Tempo. Der Jahresumsatz sprang von 4 auf 150 Mrd. Dollar und wurde nicht mehr nur mit dem Handel von Strom und Gas erzielt, Skilling erweiterte die Bandbreite des Geschäfts auch auf die Sektoren Internet und Derivatenhandel. Inwieweit sich die Banken im Insolvenzverfahren schadlos halten können, ist derzeit ebenso offen wie die Zukunft tausender von Mitarbeitern. Zunächst wird Enron zwar sein Geschäft weiter führen. Der Versuch, den Konzern zu retten, aber wird nicht ohne Massenentlassungen zu bewältigen sein. Und selbst dann scheinen die Rettungschancen nicht mehr allzu groß zu sein. Für die Branche rückt die interessante Frage in den Vordergrund, durch wen die unter Umständen entstehende Lücke auf dem Energiemarkt geschlossen werden kann.
(Quelle: informer2.comdirect.de)

So long,
Calexa
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calexa:

up o.T.

 
03.12.01 17:48
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