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Ene mene muh und drin bist du!


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EinsamerSam.:

Ene mene muh und drin bist du!

 
03.08.06 14:53
Postbank zieht in Dax ein

Stühlerücken in den Indizes

Der Postbank wird nach einhelliger Einschätzung von Fachleuten im September der Einzug in den Deutschen Aktienindex (Dax) gelingen. Auch in anderen wichtigen europäischen Börsenbarometern wird es im September einige Änderungen geben.

Der Postbank ist es durch einen geschickten Schachzug gelungen, die Marktkapitalisierung zu steigern. Das Foto zeigt die Firmenzentrale in Bonn. Foto: dpa.
FRANKFURT. Die Postbank wird Schering ersetzen, das mit der Übernahme durch Bayer vom Kurszettel verschwindet.Das Pharmaunternehmen Merck dagegen, das lange Zeit als Favorit für die Aufnahme in den Dax galt, dürfte weiterhin außen vor bleiben. Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Rangliste für den Monat Juli, die die Deutsche Börse heute Abend veröffentlicht, diese Entwicklung bestätigt.

„Die Postbank bringt bei der Marktkapitalisierung inzwischen eine Milliarde Euro mehr auf die Waage als Merck“, sagte Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank (HVB). Einem Börsenwert von 4,5 Mrd. Euro bei der Postbank stehen rund 3,5 Mrd. Euro bei Merck gegenüber. Diese Differenz dürfte auch bis Ende August, wenn endgültig abgerechnet wird, nicht mehr aufzuholen sein, sagen Experten. „Das Rennen um die Schering-Nachfolge im Dax ist gelaufen“, sagte Anke Platzek von der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Allerdings könnte Merck bereits in Kürze eine zweite Chance erhalten. Wenn Altana wie angekündigt im Herbst seine Chemiesparte an die Börse bringen will, dürfte der verbleibende Pharmabereich zu klein für die Dax-Mitgliedschaft sein. „Mit einer Marktkapitalisierung von zwei Milliarden Euro ist für Altana dann kaum noch Platz im Dax“, ergänzte Platzek.

Die Aufnahme in das Premium-Segment ist für die Unternehmen bedeutsam. Viele Fonds blicken bei ihren Anlageentscheidungen besonders auf den Dax. Passiv gemanagte Fonds, die den Dax nachbilden, müssen entsprechend nachkaufen, wenn ein Unternehmen in den Index aufsteigt. Das treibt den Börsenkurs nach oben.

Der Postbank ist es durch einen geschickten Schachzug gelungen, die Marktkapitalisierung zu steigern. Noch Ende Juni hatte sie bei 2,9 Mrd. Euro gelegen. Durch die Kündigung einer Wandelanleihe, die Aktionäre bis zum 23. Juli in Aktien tauschen konnten, haben sich zuletzt die Marktkapitalisierung und zugleich der Anteil an frei handelbaren Aktien (Free Float) erheblich erhöht. Für die Aufnahme in den Dax zählt besonders die Marktkapitalisierung des Free Float.

Mit dem Aufstieg der Postbank in die 30 deutschen Top-Werte dürfte auch der Aufwärtstrend der Aktie anhalten. Das erst seit zwei Jahren an der Börse gehandelte Papier, bei dem es während der Zeichnungsphase zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Investoren und Unternehmen über die angemessene Bewertung kam, hat seinen Kurs seither verdoppelt.

Auch In weiteren bedeutenden deutschen und europäischen Indizes zeichnen sich bereits einen Monat vor der regulären Überprüfung im September maßgebliche Veränderungen ab. So dürfte nach aktuellem Stand im für die Euro-Zone maßgeblichen Index Euro Stoxx 50 der neu geschaffene Stahlriese Arcelor Mittal den niederländischen Handelskonzern Ahold ersetzen. Im Stoxx 50 – hier sind auch britische und Schweizer Werte enthalten – gilt Analysten zufolge die Aufnahme von Unicredit an Stelle von L’Oréal als sicher.

„Die nächsten vier Wochen werden gerade für den Euro Stoxx 50 äußerst spannend“, sagt Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank (HVB). Denn anders als bei Unicredit im Stoxx 50 ist hier der Aufstieg von Arcelor Mittal längst nicht so klar. Hedge-Fonds werden versuchen, die Aktienkurse in die eine oder andere Richtung zu treiben, glaubt Stocker. Keine Rolle bei der Aufnahme spielt indes, dass die Umbenennung in Arcelor Mittal erst am 4. September und damit drei Tage nach der Indexentscheidung stattfindet. Dabei handelt es sich lediglich um eine juristische Formalie. Bei der Umsetzung der Indexentscheidung am 18. September ist der neue Name längst eingetragen.

Die Aufnahme in einen der beiden europäischen Leitindizes dürfte auch Auswirkungen auf die Kurse dieser Aktien haben. Die immer zahlreicher werdenden passiv gemanagten Fonds, die einen Index in seiner Gesamtheit nachbilden, müssen diese Werte zukaufen. Das dürfte in diesem Fall aber eher bei Arcelor Mittal als bei Unicredit zu Kurssteigerungen führen. Der Grund: Weil sie im Euro Stoxx 50 keinem Währungsrisiko unterliegen, orientieren sich wesentlich mehr Fondsmanager an ihm als am Stoxx 50. Die Faustregel lautet, dass zehnmal soviel Geld in Indizes auf den Euro Stoxx 50 investiert wird wie in den Stoxx 50.

Auch in den deutschen Indizes, die am 3. September überprüft werden, zeichnen sich etliche Veränderungen ab. Im Deutschen Aktienindex (Dax) wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Postbank die Schering-Aktie ersetzen. Der Darmstädter Pharmakonzern Merck, der lange Zeit als Favorit gehandelt wurde, hat wohl das Nachsehen. Allerdings könnte er bereits in Kürze eine zweite Chance erhalten. Wenn Altana wie angekündigt im Herbst seine Chemiesparte an die Börse bringen will, dürfte der verbleibende Pharmabereich zu klein für die Dax-Mitgliedschaft sein. „Mit einer Marktkapitalisierung von zwei Milliarden Euro ist für Altana dann kaum noch Platz im Dax“, sagt Anke Platzek von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP).

Auch in weiteren deutschen Indizes, die am 3. September überprüft werden, zeichnen sich etliche Veränderungen ab. Im unterhalb des Dax angesiedelten MDax gibt es nach aktuellem Stand mehr Auf- als Abstiegskandidaten. Beste Chancen, die beiden Plätze der potenziellen Absteiger Vivacon und Fielmann einzunehmen, haben nach Aussage von Anke Platzek der Börsenneuling Patrizia Immobilien und der Kölner Motorenbauer Deutz. Außenseiterchancen haben Fuchs Petrolub und Balda.

Im Technologieindex TecDax gibt es dagegen im Moment mehr Abstiegs- als Aufstiegskandidaten. Medigene, Combots und Rofin-Sinar müssen um ihre Plätze bangen. Auf der Gegenseite drängen sich derzeit mit der auf Zahlungsabrechnungen über das Internet spezialisierten Wire Card und dem Lichtwellen-Spezialisten Adva nur zwei Kandidaten für den Aufstieg auf.

Die Regeln für Europas Indizes

Marktwert
Anders als im Dax zählt bei der Stoxx- und Euro-Stoxx-Aufnahme nur die Marktkapitalisierung. Beim Dax gehören auch die Börsenumsätze zu den Aufnahmekriterien.

40/60-Regel
Neulinge werden in den Index aufgenommen, wenn sie am 31. August mindestens auf Rang 40 der Rangliste zur Marktkapitalisierung liegen. Wer hinter Rang 60 liegt, scheidet aus. Gibt es mehr Auf- als Abstiegskandidaten, fallen die kleinsten Werte aus dem Index.

Section List
Um in einen Index aufzusteigen, muss ein Unternehmen auch in seiner Branche an vorderer Positionen stehen. So wird verhindert, dass eine Branche den Index zu sehr dominiert.

Termin
Die Index-Entscheidung gibt der Betreiber Stoxx Ltd. am 1. September nach Börsenschluss bekannt. Umgesetzt wird sie am 18. September.


Quelle: HANDELSBLATT, Donnerstag, 3. August 2006, 08:51 Uhr

Euer

   Einsamer Samariter

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