Ende der Werbekrise nicht in Sicht


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Ende der Werbekrise nicht in Sicht

 
20.01.03 12:49

20. Januar 2003 Nach dem schweren Jahr 2002 rechnet Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSAT1 Media AG, auch mit einem schlechten Start ins Jahr 2003. „Das erste Quartal wird noch einmal schlechter als im Vorjahr ausfallen“, sagte Rohner. Danach werde sich die Lage auf dem TV-Werbemarkt aber langsam wieder entspannen, fügte er hinzu. Er hoffe zumindest, dass es keinen weiteren Markteinbruch geben werde.

Die Gruppe hatte im vergangenen Jahr unter dem massiven Rückgang der Werbeeinnahmen zu leiden. Im Dezember hatte Rohner daher bereits angekündigt, dass die Gewinnprognose von 140 Millionen bis 160  Millionen Euro möglicherweise unterschritten werde. Die Ergebnisse für 2002 sollen im März veröffentlicht werden. ProSiebenSat1 ist  das Herzstück des insolventen Kirch-Imperiums und soll an den Bauer-Verlag verkauft werden.

Sollte der Werbemarkt stabil bleiben, zeigte sich Rohner überzeugt, „dass Sat1 im laufenden Jahr wieder in die Gewinnzone kommt“.

Fernsehkonzern will Bundesliga-Rechte behalten

Rohner äußerte sich ebenfalls zuversichtlich, die Bundesliga-Rechte zu behalten. ProSiebenSat1 müsse in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Senderfamilie die Option zum Erwerb der TV-Rechte von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ausübe. Den Preis, den er bereit wäre zu zahlen, wollte Rohner nicht nennen.

Für die TV-Rechte an der laufenden Bundesliga-Saison hatte der Konzern Medienberichten zufolge 80 Millionen Euro gezahlt. Seit mehreren Wochen wird spekuliert, dass dieser Preis für eine weitere Saison für die Senderfamilie, die unter dem schwachen Werbemarkt leidet, zu teuer ist.

„Für Free-TV-Sender ist die Bundesliga inzwischen ein hochdefizitäres Geschäft", sagte Rohner. „Die Quoten sind in den vergangenen Jahres kontinuierlich gesunken, was nicht zuletzt am gestiegenen Rechteumfang im Pay-TV liegt.“

Über die Verteilung der Rechtekosten zwischen Pay-TV und Free-TV müsse man sich in Deutschland aber Gedanken machen, sagte er und verwies darauf, dass die Free-TV-Sender im Rest Europas nur zwischen zehn und 15 Prozent der Kosten trügen: „Bei uns sind es 40 Prozent“.

Andere Interessenten für die Bundesliga-Rechte machen sich rar. Die ARD, die die Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausstrahlt, hat bei dem Thema bereits abgewunken.
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