Einzelhändler warten aufs Christkind


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Einzelhändler warten aufs Christkind

 
18.11.02 10:43
Die Aussichten für den deutschen Einzelhandel sind ebenso trübe wie das Novemberwetter. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte noch Ende vergangenen Jahres prognostiziert, dass der Umsatz 2002 nominal um 0,5 Prozent steigen wird. Doch davon kann die Branche inzwischen nur noch träumen. Der HDE rechnet nun damit, dass der Umsatz um nominal 2,5 Prozent fallen wird. Für das kommende Jahr dann sieht der HDE ein Minus von 0,5 Prozent. Die Einzelhändler selbst jedoch geben die Hoffnung nicht auf, schließlich steht Weihnachten vor der Tür. Die Adventszeit soll das schlechte Geschäft der vergangenen 11 Monate vergessen lassen.

Der Puppenhersteller Zapf Creation versucht, mit seinen Familien Chou Chou, Jolly Dollys oder Maggie Raggies das Herz von Puppenmuttis zu erobern. Offenbar mit Erfolg. Ende Oktober hob das Unternehmen seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2002 an. Nun soll der Umsatz um rund 13 Prozent und das EBIT um rund 18 Prozent zulegen. Die Zapf Creation AG, 1932 von Max Zapf gegründet, wurde 1992 von TA Triumph-Adler gekauft und im April 1999 an die Börse gebracht. Anfang 2000 erreichte die Aktie Höchststände von bis zu 75 Euro, doch sie konnte sich dem allgemeinen Ausverkauf an den Börsen nicht entziehen. Heute notiert der Titel bei 23 Euro, das Hoch und Tief der vergangenen 52 Wochen liegt bei 29,80 beziehungsweise 16,80 Euro. Die neun von Multex Global Estimates befragten Analysten jedenfalls mögen den Wert. 78 Prozent sagen "Buy", 11 Prozent "Hold".

Zulieferer ist herausragender Favorit

Noch deutlicher kann man es wohl nicht mehr sagen: Die Berenberg Bank titelte ihre jüngste Analyse zur Parfümerie-Kette Douglas "Warten auf den Weihnachtsmann". Nachdem das Ostergeschäft nur wenig Impulse für die Gewinndynamik brachte, sei allein das Weihnachtsgeschäft für die Umsatz- und Gewinnentwicklung 2002 verantwortlich. Die Analysten raten zum "Halten" der Aktie. Dresdner Kleinwort Wasserstein setzt darauf, dass Douglas genügend Ehemänner betören kann, Düfte für die Liebste unter den Weihnachtsbaum zu legen. Sie geben die Empfehlung "Add" mit dem Kursziel von 23 Euro.

Ein wesentlich höheres Kurspotential verspricht dagegen Medion. Der Zulieferer für den Einzelhandel legte jüngst Zahlen für das dritte Quartal vor, und die Analysten klatschten Applaus. Die Commerzbank und UBS etwa empfehlen den Wert zum Kauf mit einem Kursziel von 60 Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 38,59 Euro ein mögliches Kursplus von 55 Prozent. Die WestLB Panmure ist da etwas konservativer. Hier sagen die Analysten zwar auch "Outperform", sehen jedoch lediglich ein Kursziel von 45 Euro (plus 17 Prozent).

Starkes Wachstum im Ausland
stimmt die Analysten froh

Medion überzeugt derzeit mit einem starken Umsatzwachstum, Erfolg in internationalen Märkten und anhaltender Nachfrage nach Produkten wie Notebooks, Unterhaltungselektronik und digitalen Medien. Medion selbst geht davon aus, dass es im Gesamtjahr 2002 ein Umsatz- und Gewinnplus von jeweils bis zu 30 Prozent vorlegen werden kann.

Bei Karstadt Quelle fallen die Erwartungen wieder geringer aus. Immerhin hat die Deutsche Bank jüngst die Aktie auf Grund guter Umsatzzahlen für das dritte Quartal auf "Buy" hochgestuft. Das Kursziel liegt bei 21 Euro. Im Vergleich zum momentanen Kurs wäre dies ein Plus von sieben Prozent. Am heutigen Montag wird das Unternehmen den Bericht für das dritte Quartal vorlegen. Die Analysten setzen jedoch vor allem darauf, dass Karstadt Quelle über die Strategie für die kommenden Jahre sprechen wird. Dies sollte dem Aktienkurs neue Impulse geben. Daran glauben auch die Analysten von HSBC. Sie raten "Hinzufügen" mit einem Kursziel von 30 Euro.

Im Vergleich zur Konkurrenz günstige Bewertung

Und auch Metro findet seine Anhänger unter den Analysten. Die BNP Paribas etwa sagt "Outperform" mit einem Kursziel von 43 Euro. Während einer Roadshow in Paris zeigte sich der Konzern erneut optimistisch, dass er in diesem Jahr ein Umsatzplus von fünf Prozent und ein Gewinnplus von rund 10 Prozent erreichen wird. BNP Paribas hält den Wert im Vergleich zur Konkurrenz für unterbewertet. Auf Basis ihrer 2003er Gewinnschätzung hat die Aktie derzeit ein KGV von 9,9, der gesamte Sektor eines von 13,3.
multexinvestor
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