1. Einhell hat wie manch andere Branchen von Corona profitiert, weil viele Leute sich in der Zeit um ihr Haus/Garten gekümmert haben und sich dann vermeintlich mit Werkzeug eingedeckt haben. Inwiefern man das so vereinfacht bei Einhell gelten lassen kann, sei mal dahingestellt, aber das es da einen Effekt gab, dürfte auch klar sein. Die Frage für mich ist eher, ob Einhell diesen vermeintlichen Rückgang nach der hohen Corona-Basis ausgleichen bzw. überkompensieren kann, beispielsweise durch regionale Erweiterung, Marktanteilgewinnung, Preisvorteile, Marketingkampagne, etc..
2. Kaufkraftverlust generell in Zeiten hoher Inflation, wo nicht dringend notwendige Produkte beim Einkauf erstmal hinten an gestellt werden. Im Grunde gilt hier das Gleiche wie beim ersten Punkt. man kann das Thema nicht wegdiskutieren, aber Einhell könnte auch da durch Marktanteilsgewinne (auch über den Preis) ein Gewinner sein, und die Inflation vielleicht sogar stärker weitergeben als die Konkurrenz, weil man bisher eher niedrigere Preise ohnehin in dieser Phase höherer Akzeptanz der Marke eher erhöhen kann als das vielleicht Premiumanbieter wie Bosch können.
Aber warten wirs mal ab. Die Halbjahreszahlen kommen nächsten Mittwoch. Dann sind knapp zwei Monate seit den letzten Vorstandsaussagen vergangen. Man dürfte nächste Woche einen guten Einblick haben, wie sich die Inflation seit Juni ausgewirkt hat. Kann natürlich theoretisch sein, die Baumärkte haben im 1.Halbjahr ihre Märkte/Läger auch schon gut gefüllt, wie es im Artikel auch angesprochen wird, was sich dann in Q3 negativ auf Einhell auswirken könnte. Vorteil bei Einhell ist, dass das in den eigenen Lägern keine "verderbliche" Ware ist. Da hat man gegenüber Produkten, die viel mit Mode zu tun haben (Mode selbst, aber teils auch Möbel etc), einen Vorteil. Den hohen Lagerbestand muss man nicht zu Niedrigstpreisen abverkaufen.
the harder we fight the higher the wall