Nun haben auch die Europaeer ihren Bilanzierungsskandal.
Unregelmaeßigkeiten in der Bilanz fuer die letzten beiden
Jahren brachten die Fuehrung des niederlaendischen Einzel-
handelskonzerns Ahold zu Fall. Gesamtvorstand van der Hoeven
und sein Finanzvorstand traten am Montag zurueck. Die Ahold-
Aktie mutierte daraufhin innerhalb weniger Stunden vom Blue
Chip zum Spekulationsobjekt. Ein Kursverfall von zeitweise
70 Prozent stellt einen neuen Rekord dar fuer ein Mitglied
des Auswahlindex EuroStoxx 50. Die vorlaeufigen Zahlen der
Hollaender sprechen von einem um rund eine halbe Milliarde
Euro zu hoch ausgewiesenen Gewinn in den letzten beiden Jahren.
Fuer die Praesentation neuer, gepruefter Ergebnisse steht noch
kein Termin fest. Insbesondere eine Pruefung der Zahlen bei der
suedamerikanischen Tochterkette Disco duerfte noch eine Weile
brauchen. Bei Disco wurde im Verlauf der Woche die gesamte
Fuehrungsriege ausgetauscht. Obwohl Disco in der aktuellen
Krise nur ein Nebenschauplatz ist, koennten sich hier noch
einige aeußerst unerfreuliche Abgruende auftun. Ahold hatte am
Montag einraeumen muessen, dass der Verdacht bestehe, das es
bei Disco illegale Transaktionen gegeben habe. Bis dahin ließ
sich aber nicht einmal eine ungefaehre Groeßenordnung dieses
Problems ausmachen. Trotz der bislang schon horrenden Verluste
der Ahold-Aktie droht damit hier noch eine zukuenftige Zeitbombe.