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"... Werte enthält, innerhalb der kurzen Zeit von 4 Jahren um 200% steigt, so gibt das für mich das Bild einer Blase. Nimmt man an, der Ausgangswert 2003 entsprach vielleicht dem "echten" Werte der Unternehmen (womit ich den Wert meine, der bei Veräußerung aller individuellen und Sachwerte zu erzielen gewesen wäre), so sind 50% bis 70% der heutigen Marktkapitalisierung lediglich dem guten wirtschaftlichen Umfeld zuzuschreiben. ..."
Das ist natürlich eine Glaubensfrage, wenn Du Dich auf die Sachwerte beziehst. Zum einen würde mich interessieren, wie Du die Sachwerte genau ermittelt und verglichen hast (alle 30 Bilanzen gewälzt ?) - solange muss ich Deine Aussage in Frage stellen. Zum anderen ist die Frage, ob die Summe der Sachwerte dem "echten Wert" eines Unternehmens entspricht. Und das muss ich ganz klar verneinen !
Wenn dem so wäre, dann würde der Wert von einer Software-Firma (z.B. SAP) immer deutlich unter dem einer Produktionsfirma (z.B. Thyssen) liegen, wenn beide gleiche Umsätze und gleiche Gewinne erzielen. Das ist schlichtweg falsch und spiegelt den "Inneren Wert" eines Unternehmens nicht annähernd wider.
Das sog. "Historische KGV" ist für mich als Grat-Messer wesentlich aussagekräftiger. Und das liegt trotz des signifikanten Anstieges der letzten Jahre noch immer unter dem historischen Durchschnitt. Genau dieses KGV hat die Bewertung im Jahre 2000 mit rund 20 zu einer klaren historischen Überbewertung gemacht und war zum Platzen verdammt. Danach hat sich die Bewetrung auf KGV-Basis den realen Werten der Unternehmen angepasst, da durch Rezession und Sonderabschreibungen die Gewinne überall signifikant gesunken sind.
Nun kommen diese Unternehmen wiedererstarkt und mit dem Rückenwind einer nachhaltig anziehenden Konjunktur zurück in die Gewinnzone - und das über Jahre hinweg mit signifikant steigenden Gewinnen. Der Kurs "hangelt" sich damit entlang an den steigenden Gewinnen und verharrt auf einem - historisch gesehen - volkommen normalen Niveau. daher: Nix ist derzeit mit "Blase" und "platzen" usw. - bestenfalls bei einigen gepushten Rohstoff- und Explorer-Werten. nasonsten bietet das fundamentale Stock-Picking derzeit mehr als genügend Top-Investments, wie beinahe zu jeder Börsen-Phase.
Meine Meinung.
Heiße Eisen im Aktien-Portfolio
Sieger.
Auf welche Aktien können Anleger nach der Finanzkrise noch setzen? In einer Exklusivstudie für die WirtschaftsWoche untersuchte die Unternehmensberatung Boston Consulting die 5500 größten Aktien der Welt: welche Unternehmen wirklich Werte schaffen und gerüstet sind für die Zukunft.
War da was? Was hat zum Beispiel das weltgrößte Chemieunternehmen BASF mit zahlungsschwachen Eigenheimkäufern im Südwesten der USA zu schaffen? Zunächst mal nichts. Trotzdem sank der Kurs des Konzerns nach Ausbruch der Finanzkrise um zehn Prozent, der Wert des Unternehmens damit um rund fünf Milliarden Euro. Inzwischen scheint der Kurs-Spuk fast schon wieder vorbei, die Aktie erholte sich weitgehend. Dennoch führte die Krise, ausgelöst von wackeligen US-Hypothekenkrediten, allen Aktionären vor Augen: Die Finanzmärkte sind heutzutage derart eng miteinander verwoben, dass ein Problem in einem beliebigen Teilsegment Turbulenzen an ganz anderen Ecken auslösen kann. Anleger fragen sich mehr denn je, welche Aktien wirklich robust sind und die Chance bieten, überdurchschnittliche Erträge bei eingrenzbarem Risiko zu liefern.
Das wollten auch die Unternehmensberater der Boston Consulting Group (BCG) wissen. Mehr noch: Um herauszufinden, welche Charakteristika eines Unternehmens ein Papier besonders erfolgreich machen, durchleuchteten sie die Bilanzdaten und Kennzahlen der rund 5500 größten Aktien der Welt. So fand ein internationales BCG-Team unter der Leitung des Deutschen Daniel Stelter heraus, welche Aktien den höchsten Ertrag liefern, an welchen Börsenplätzen die höchsten Gewinne drin sind, in welchen Branchen die Unternehmen eher über- und in welchen unterbewertet sind. Und was für Aktionäre besser ist, wenn nicht beides zugleich zu haben ist: ein schnell wachsendes Unternehmen oder eines mit einer hohen Gewinnmarge? Aus den Erkenntnissen der Berater können Anleger wichtige Schlüsse ziehen. Die WirtschaftsWoche veröffentlicht die Ergebnisse dieser weltweit wohl einzigartigen jährlichen Studie seit 1999 exklusiv.
Aktuell stellen sich Anleger weltweit auf zwei mögliche Szenarien ein. Entweder gelingt es den staatlichen Notenbanken, mit Zinssenkungen die Finanzmärkte zu beruhigen und die Aktienkurse in Schwung zu bringen. Oder das Misstrauen in der Finanzbranche sitzt tiefer und die jüngste Erholung entpuppt sich als Strohfeuer, ehe die Probleme mit neuer Wucht wieder auf die Tagesordnung kommen.
Vorsichtige Anleger ziehen diese zweite Möglichkeit ins Kalkül. BCG-Berater Stelter: „Eine gute Chance, heil durch die Finanzkrise zu kommen, haben Aktien von Unternehmen mit einem hohen Cash-Bestand in Relation zum Gesamtvermögen.“ Die Barreserven sind je nach Branche unterschiedlich hoch. Auf einem ordentlichen Cash-Berg sitzen die Top-Unternehmen in den Sparten Pharma (16 Prozent des Vermögens in bar), Technologie (11 Prozent) und Maschinenbau (10). Am dünnsten sind die liquiden Reserven bei Energieversorgern (5), Medien (6), Logistik (6), Reiseunternehmen (7) und in der Chemie (ebenfalls 7 Prozent).
Neben den Cash-Beständen gibt es eine Reihe weiterer wichtiger Kriterien für die aktuelle Aktienauswahl. Ein ganz zentrales: Ist die Aktie noch relativ billig zu haben oder bereits zu weit gelaufen? Einen Anhaltspunkt dafür liefert die BCG-Studie, indem sie den Marktwert der Unternehmen mit ihrem Fundamentalwert vergleicht.
Wer sich als Anleger die Tabellen mit den erfolgreichsten Aktien der Welt, sortiert nach Industriebranchen, anschaut, sollte auf zwei Punkte achten. Erstes Auswahlkriterium: Aktien mit niedrigen Erwartungsprämien haben das beste Nachholpotenzial. Eine niedrige Erwartungsprämie bedeutet: Der Marktwert liegt nicht weit über dem Fundamentalwert des Unternehmens, die Börse hat also im Kurs noch nicht zu viele Vorschusslorbeeren verteilt. Wenn die Erwartungsprämie sogar negativ ist, also der Marktwert des Unternehmens hinter seinem Fundamentalwert zurückbleibt, dann ist das in der letzten Spalte der Tabellen grün dargestellt. Diese Aktien lohnen auf jeden Fall einen näheren Blick.
Nach den guten Börsenjahren 2003 bis 2006 ist allerdings der Anteil der grünen Zahlen recht gering – im Vertrauen auf die robuste Weltkonjunktur standen die Investoren den erfolgreichen Unternehmen fast durch die Bank einen Vertrauensvorschuss auf künftig noch schnelleres Wachstum zu. Wer sich auf der Suche nach guten Aktien daher auch die Unternehmen mit rot dargestellten, positiven Erwartungsprämien anschaut, sollte auf folgende Punkte achten: Erstens ist eine niedrige rote Erwartungsprämie meist besser als eine hohe. Wenn der Marktwert eines Unternehmens bereits mehr als 50 Prozent über seinem Fundamentalwert liegt, bleibt in der Regel wenig Spielraum für noch weitergehende fulminante Kursgewinne.
Und zweitens ist es bei den Aktien mit niedrigen Zahlen in den rot dargestellten Erwartungsprämien von Vorteil, auf die Quellen der bisherigen Aktionärserträge zu achten. Denn nach den Analysen der BCG-Berater ist das Wachstum eines Unternehmens, über viele Jahre gerechnet, die verlässlichste Quelle für Aktionärszufriedenheit. Daher sollten Anleger Unternehmen bevorzugen, bei denen die Aktionärsgewinne größtenteils aus dem Wachstum stammen. Das ist in der dritten Zahlenspalte der Branchentabellen abzulesen. Eine nicht überschäumende Bewertung in Kombination mit einem starken Umsatzwachstum – das ist das Profil künftiger Gewinneraktien.
Ein Blick auf die bisher erfolgreichsten Aktien zeigt: Der anhaltende Boom der Rohstoffe war das beste Thema, auf das Anleger in den vergangenen Jahren setzen konnten. Im Branchendurchschnitt betrug der Gewinn seit 2002 Jahr für Jahr 23 Prozent; sieben der zehn globalen Top-Aktien stammten aus dem Sektor – und selbst wenn man sich nur die Dickschiffe mit mehr als 50 Milliarden Dollar Marktwert anschaut, sind noch drei Vertreter der Rohstoffbranche unter den besten zehn. Es zeigt sich aber auch: Die globale Machtverschiebung in der Weltwirtschaft lässt sich auf den Kurszetteln ablesen. Viele der Top-Werte stammen aus Asien. Die vier Wachstumsländer Brasilien, Russland, Indien und China, an der Börse zu BRIC zusammengefasst, stellen einen im Vergleich zu ihrer Marktkapitalisierung überproportionalen Anteil unter den Shootingstars. Im Durchschnitt war mit allen von BCG untersuchten Aktien pro Jahr acht Prozent Rendite drin. Das deckt sich mit der landläufigen Erwartung, die Börse liefere über längere Zeiträume Erträge zwischen sechs und zehn Prozent. Es zeigt aber auch, wie stark die Leistungen und Erträge von Unternehmen zu Unternehmen schwanken: Im oberen Viertel der Aktien waren seit 2002 jährlich Renditen über 20 Prozent drin. Und „die besten Unternehmen schafften es, ihre Aktionäre mit jährlich 60 Prozent zu verwöhnen“, berichtet BCG-Berater Frank Plaschke. Angesichts solcher Traumrenditen ist es kein Wunder, dass Aktionärsgruppen ungeduldig werden, wenn ein Unternehmen Jahr für Jahr Magerkost serviert. Hedgefonds zeigen wenig Verständnis für unterdurchschnittliche Erträge.
Wie sieht eine Strategie aus, die rasche Erfolge und mehrjährige Perspektive geschickt ausbalanciert? Um das zu beantworten, zergliederten die Boston-Berater die werttreibenden Faktoren einer jeden Aktie in ihre Bestandteile. Sie rechneten minutiös aus, wie viel vom Aktionärsertrag aus Umsatzwachstum stammt, wie viel aus Margensteigerung, wie viel mit Aktienrückkäufen gewonnen oder Ausgabe neuer Anteile verloren wurde, wie hoch der Beitrag der Dividende und der Entschuldung des Unternehmens war – und wie viel auf einer bloßen Änderung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses beruhte, also auf einer höheren Bewertung derselben Zahlen an der Börse.
Das Fazit für ein Jahr mit Blick auf die besten Aktien: „28 Prozent des Aktionärsertrags kommen vom Umsatzwachstum, 17 Prozent vom Margen-Zuwachs, zusammen mit Dividenden, Aktienrückkäufen und Entschuldung lassen sich 61 Prozent der Erträge mit Unternehmensentscheidungen erklären. Die restlichen 39 Prozent stammen aus einer höheren Bewertung der Zahlen an der Börse“, analysiert Plaschke. Je länger der Betrachtungszeitraum ist, desto geringer ist der Einfluss von Spekulation und Hoffnung auf die Bewertung: Über zehn Jahre macht dieser weiche Faktor nur noch 18 Prozent der Kursentwicklung aus.
Wie sieht diese Analyse für die liebsten Aktien der Deutschen aus, den Dax-Werten? So wie in der gesamten Studie sind die Finanzwerte ausgeklammert, weil ihre Zahlungsströme sich nicht mit Cash-Flow-Methoden analysieren lassen. Von den durchschnittlich 7,2 Prozent Rendite seit 2002 mit Dax-Industriewerten stammen 2,2 Prozent aus Umsatzwachstum; 3,7 Prozent aus besseren Margen; 2,9 Prozent aus Dividenden; 2,5 Prozent aus Entschuldung. 0,6 Prozent gingen durch die Ausgabe neuer Aktien verloren und 3,5 Prozent durch eine niedrigere Gewinnbewertung an der Börse. Deutschland war damit einer der wenigen Märkte weltweit, in dem die Gewinne der Unternehmen schneller stiegen als die Börsenwerte. „Insgesamt sehen wir im Dax derzeit die Kurse zu 95 Prozent von den Fundamentalwerten gedeckt, 5 Prozent sind Erwartungsprämien“, so Stelter.
Weltweit war es in den vergangenen Jahren umgekehrt: Die Börsenbewertungen der Unternehmen stiegen schneller als deren Gewinne. Ein Vergleich der Indizes Dax für Deutschland, Euro Stoxx für Europa und Dow Jones für die USA zeigt: Bei den großen US-Unternehmen ist der Marktwert am geringsten mit fundamentalen Kennzahlen untermauert. Weitet sich die Finanzkrise in den nächsten Monaten aus, drohen in den USA ärgere Rückschläge als in Europa und speziell in Deutschland. Und für Anleger in der Euro-Zone sind amerikanische Aktien derzeit ohnehin ein riskantes Spiel: Verliert der Dollar im Verhältnis zum Euro weiter an Wert, sinkt auch der Wert der Wall-Street-Aktien in einem deutschen Euro-Depot, selbst wenn die Kurse in New York nicht nachgeben.
Wohin mit dem Geld fragen sich auch die Manager vieler Unternehmen. „Im Einzelhandel, bei Technologie- und Mischkonzernen sowie Pharmaunternehmen etwa sind die Wachstumszahlen in Ordnung, aber die Margen stagnieren und die Ausschüttungen an Aktionäre sind gering – hier müssen die Unternehmen die Frage beantworten, wie sie ihre Aktien wieder attraktiver machen wollen“, sagt Stelter. Eigentlich sei die Ausgangslage vieler Industrieunternehmen traumhaft: „Die Gewinne sind rekordhoch und die Bilanzen gesund.“ Beliebt sind dann vor allem Übernahmen und der Rückkauf eigener Aktien.
Doch das Fusionsgeschäft ist schwieriger geworden. Das Auftreten von Finanzinvestoren veränderte das Geschehen dramatisch. Ausgestattet mit enormem Eigenkapital von Anlegern und üppigen Kreditlinien, trieben sie die Übernahmepreise in selten gekannte Höhen. Hierzulande zahlten Investoren 2006 im Durchschnitt das 16,4-Fache des Gewinns vor Steuern und Zinsen (Ebit) für ein Unternehmen. Selbst im Internet-Boomjahr 2000 lag dieser Faktor nur beim 13,2-Fachen. Den Preisanstieg dürfte die Finanzkrise ausgebremst haben, Kredite für Finanzinvestoren liegen auf Eis.
Weniger bekannt als die Fusionsprobleme ist den meisten Aktionären, dass die von ihnen so oft geforderten Aktienrückkäufe auch nicht optimal sind für den Kurs. „Unsere Untersuchung zeigt ganz klar, dass hohe Dividenden und Sonderausschüttungen besser sind als Aktienrückkäufe“, so Berater Stelter. Kündigten Unternehmen Dividenden an, stiegen ihre Kurs-Gewinn-Verhältnisse im Schnitt um 28 Prozent. Bei den Unternehmen, die Aktienrückkäufe annoncierten, sanken sie um fünf Prozent. Ein himmelweiter Unterschied – den die wenigsten Manager zu kennen scheinen. [02.10.2007] kaipeter.rath@wiwo.deAus der WirtschaftsWoche 40/2007.
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