Wir warteten auf den Einsatzbefehl, der nicht kam"
Mark Rösen kennt dieses unangenehme Gefühl, helfen zu wollen - und doch nicht zum Einsatz zu kommen. Als die ersten Meldungen über das verheerende Erdbeben in Japan über die Nachrichtenagenturen liefen, wusste er, dass er sich vermutlich bald Richtung Japan aufmachen würde. Schließlich arbeitet Rösen schon seit 2003 für die deutsche Sektion der Hilfsorganisation I.S.A.R. ("International Search and Rescue"), die spezialisiert ist auf die unmittelbare Ortung und Rettung von verschütteten Opfern.
Doch obwohl in so einer Situation jede Minute zählt, musste Rösen besonders eines tun: abwarten. "Wir saßen in unserem Lagezentrum in Moers mit gepackten Koffern und warteten auf den Einsatzbefehl, der nicht kam", berichtet der 43- Jährige. "Das ist frustrierend. Man ist motiviert, gut ausgebildet, weiß, dass man helfen kann. Man hat sich sogar schon von der Familie verabschiedet, was emotional nicht einfach ist - und nichts passiert."
Der Grund: I.S.A.R. hatte, wie weltweit 87 ähnlich arbeitende Hilfsorganisationen, Japan seine Unterstützung angeboten. Doch die Organisation erhielt nicht das für einen solchen Einsatz notwendige internationale Hilfeersuchen der japanischen Regierung - zumindest nicht die deutsche Sektion: I.S.A.R.-Kräfte aus Korea, Neuseeland, Australien und den USA wurden hingegen auf der Basis von bilateralen Vereinbarungen nach Japan beordert. Zitat Zeitung Ende.
adjö, Joschi