Es ist allerdings auch ein wenig zu einfach zu behaupten, dass durch Photovoltaik der Strom verbilligt wird, genau wie bei der Windenergieeinspeisung. Richtig ist, dass es zeitweise zu Verbilligungen kommt, wenn die Einspeisung aus erneuerbaren Energien hoch ist, das kann sogar so weit gehen, dass die Strompreise negativ werden wenn extreme Überangebote bestehen und die Netzlast gering ist.
Allerdings ist es schwierig aus diesen Preisen auf den letztlichen Verbraucherpreis zu schließen, der Übertragungsnetzbetreiber muss für die erneuerbaren Energien vermehrt positive und negative Regelenergiekraftwerke bereithalten, dh. Pumpspeicherkraftwerke, schnell anfahrbare Gasturbinen, GuD-Kraftwerke und so weiter.
Gleichzeitig laufen die Grundlastkraftwerke mit Atom und Braunkohle befeuert immer konstant weiter, die sind kaum regelfähig und können ihre Einspeisung nicht mal eben der aktuellen Netzlast oder Windenergie- oder Photovoltaiksituation anpasen.
Solange man kein flächendeckendes Smart Grid System in Deutschland und Europa hat, führt die Abnahmegarantie bei erneuerbaren Energien also zu hohen zusätzlichen Kosten bei den Übertragungsnetzbetreibern, die an den Endkunden weitergegeben werden müssen. Darüberhinaus ist die erzeugte kWh bei bestimmten Energieformen auch noch teurer als aus konventioneller Erzeugung, was aber in einer Mischkalkulation per se nicht schlecht sein muss.
Würde man ein Smart Grid haben, bei dem Verbraucher wie Kühlschränke, Elektrofahrzeuge, Akkubetriebene Geräte wie Notebooks, Klimaanlagen usw. sich an die aktuelle Netzlast und Windeinspeisung anpassen könnten, dann würde sich sicherlich langfristig durch erneuerbare Energien auch ein ökonomische Einsparung ergeben. Der Verbraucher hat aber nichts davon, wenn die Preise an der Strombörse für ein paar Stunden mal niedrig oder negativ sind.