Ausgabe Nr. 07, 15.02.2003
Allgemeiner Marktüberblick
im Vorfeld eines Krieges gibt es keine nachhaltig steigenden Aktienkurse. Insbesondere dann nicht, wenn er "terminiert" ist. Über diesen Termin entscheiden jedoch allein die Amerikaner. Das hat es in dieser Form nach dem Ende des letzten Weltkrieges nicht gegeben.
Die politische Krisenlage findet jedoch am Ende der größten Baisse der Nachkriegszeit statt. Alle anderen politischen Krisen entwickelten sich stets entweder in einem Aufwärtstrend der Märkte oder in einer Stagnation. Mithin ist die Ausgangslage für die Börsen am "Day After" historisch völlig anders zu sehen, mit ebenso anderen Konsequenzen. Es gibt dafür auch keinen ökonomischen Vergleich, etwa dem Konjunkturverlauf. Mithin:
Was kommt nach Saddam Hussein? Auf welche Art die Entwaffnung des Irak letztlich gelingt, ist gleichgültig. Sie hat jedoch nach aller Logik zwei Konsequenzen: Eine unmittelbare, also kurzfristige, und eine längerfristige, die sich erst im Laufe des Jahres konkretisieren wird. Schon jetzt ist aber wohl sicher:
Jeder Angst folgt die Entspannung. Die wichtigste Rolle spielt hierbei die Baisse-Spekulation. Sie muß sich ganz zwingend eindecken. Dies führt zu mehr oder weniger rasanten Kurssprüngen, die allein davon abhängen, wie die Marktbreite jedes Papieres dies zuläßt. Es ist unschwer vorauszusagen: Rechnen Sie mit ähnlichen Vorgängen wie nach dem 11. September 2001 oder dem letzten Oktober. Auf die massive Baisse-Spekulation in den fünf bekanntesten deutschen Aktien (aus US-Sicht) habe ich schon hingewiesen. In New York nehmen dagegen die Short-Positionen leicht ab.
Mit der fundamentalen Einschätzung hat dies jetzt nicht viel zu tun. Eine Baisse-Spekulation orientiert sich an bestimmten Zielen, die sich aus der Technik ableiten. In der Regel wird nach unten überzogen. Das ist eine Frage der Macht im Markt. Die eine oder andere Hilfestellung mit entsprechenden Analysen unterstelle ich. Die inzwischen beim Staatsanwalt gelandeten Fälle, speziell in den USA, rufe ich in Erinnerung. In Deutschland gilt dies vor allem für die Finanzaktien. Besonderes Manko: Es gibt niemand, der gegenhält.
Gibt es ein neues Indextief? Das schließe ich kurzfristig deshalb nicht aus, weil diese Baisse-Spekulation gerade darin den Endpunkt sieht. Erst ein kurzes Unterschreiten der bisherigen Tiefstände löst in der Regel eine neue Baisse-Attacke aus, die zumeist über die Stoplimits gesteuert wird. Je empfindlicher ein Markt, desto dramatischer! Das gilt vor allem für Frankfurt, aber auch Zürich ist davon nicht frei. Weniger gravierend dürfte dies in den extrem breiten Märkten von New York der Fall sein. Ich werde dies in der AB-Daily noch täglich nachvollziehen.
Das Fazit für Sie: Der Endpunkt dieser Baisse wird nicht mit ökonomischen Daten, sondern ausschließlich mit militärischen bzw. politischen Entscheidungen definiert. Voraussichtlich in allerkürzester Zeit, vielleicht schon in der kommenden Woche. Das wäre der Fall "Day After". Die Ausgangslage für jeden Aktionär diskutiere ich in diesem Brief als strategische Überlegung, die Sie vorher und nicht nachher möglichst präzise in Ihre Überlegungen einbeziehen sollten.
Die DEUTSCHE BÖRSE ...
... ist die Angstbörse Europas. Ob und wie das Oktobertief getestet oder sogar kurzfristig unterschritten wird, weiß niemand. Lohnt es sich, über diesen Tellerrand hinauszuschauen? Es lohnt sich! Denn "ex Saddam" beginnt eine völlig neue Börsenepoche. Sie hat vor allem zwei "Säulen":
Ökonomisch geht diese Baisse zu weit. Das läßt sich sowohl aus der Gewinnbewertung und dem Zinsniveau als auch aus allen anderen Firmenzahlen ablesen. Sie können "quer rechnen", wie Sie wollen. Im DAX sind mind. 28 von 30 Titeln deutlich niedriger bewertet, als es den nachhaltigen Firmendaten entspricht. Im MDAX sind es etwa 60 von 70. Das paßt auch zu den sonstigen Rahmendaten, worüber ich schon geschrieben habe.
Politisch gibt es allerdings ein Vakuum. Das gilt sowohl innen- als auch außenpolitisch. Irgendwie erinnert dies auch an das Frühjahr 1982. Kann die jetzige Regierung diesen Kurs fortsetzen, oder wann wird sie scheitern? Diese Frage war im Frühjahr 1982 sehr ähnlich gestellt, jedoch ohne Kriegsangst. Die Außenpolitik spielt dabei eine zweite, aber nicht unwesentliche Rolle.
Eine solche Degradierung deutscher Qualitätsaktien hat es seit 1949 noch nie gegeben. Ich kann dies seit 1956 (Suez-Krise) persönlich bestätigen. Nur in einem einzigen Fall gab es eine solche Situation, nämlich für die HYPOVEREINSBANK (802 200) (damals BAYERN HYP) am Ende der Ära Ernstberger. Entscheidend sind für die künftige Markterholung vier Kriterien, die Sie bitte unmittelbar auf Ihr Depot übertragen:
1. "Alte Aktien", die in den letzten 20 Jahren die deutsche Konjunkturentwicklung widerspiegelten, aber extrem abgestürzt sind. Dazu zählen vor allem die Finanzaktien, also Banken und Versicherungen. Die Banken wurden die ersten und größten Opfer der Börsenblase. Sie stürzten jedoch auf die Tiefstkurse von 1982 ab. Das schaffte keine bedeutende Industrieaktie. Die DT. BANK (514 000) als Branchenprimus sowie die ALLIANZ (840 400) und MÜNCHENER RÜCK (843 002) bewegen sich knapp über dem Niveau von 1993/95. Dasjenige von 1982 läge für diese Titel wesentlich niedriger. Dafür hat sich aber das Geschäft deutlich besser entwickelt. In diesen 2 Aktien steckt also das nachhaltig größte Erholungspotential, woran kein Weg vorbeiführt.
Die nebenstehende Grafik zeigt Ihnen den Unterschied zwischen diesen beiden Kategorien.
Die Frage stellt sich: Werden diese Aktien jemals wieder ihre alten Höchststände erreichen oder mind. in den alten Trend zurückkehren? Das allein bedeutet eine Kurserholung von weit über 100 %, woran natürlich heute so gut wie niemand glaubt.
2. "Neue Aktien", die erst in den letzten Jahren an die Börse gebracht worden sind. Das sind vor allem DT. TELEKOM (555 750) bzw. DT. POST (555 200), DT. BÖRSE (581 005) und die Technologieaktien, z. B. INFINEON (623 100), EPCOS (512 800), aber auch SAP (716 460). Deren Emissionskurse lagen meist auf der richtigen Ebene, doch sie wurden alle 1999/2000 "aufgeblasen" und sind deshalb allesamt auf extreme Tiefstkurse abgestürzt. Sie haben keinen inneren Bezug zum Gesamttrend der letzten 20 Jahre. Das ist nicht unwesentlich für die Einschätzung dieser Aktien gegenüber dem Gesamtmarkt. Deren Erholungspotential ist deshalb völlig anders zu werten.
Jeder Titel dieser Art ist eine eigene Story. Sie beruht auf den falschen unternehmerischen Entscheidungen zum einen und den überzogenen Börsenerwartungen zum anderen. Mindestens wird jedoch in den kommenden zwei bis vier Jahren der innere Wert dieser Aktien wieder erreicht. Er liegt z. B. für DT. TELEKOM vorbehaltlich der gesetzten Ziele zwischen 25 und 30 E. Über eine Erhöhung dieser Ziele wird noch zu diskutieren sein. Der früher genannte Wert um 40/45 E. bleibt offen.
Die klassischen Sektoren der Industrie und der neuen Technologien unterliegen zwei verschiedenen Ansätzen. Sie überschneiden sich teilweise mit den soeben genannten neuen Aktien.
3. "Zyklische Aktien" der Industrie sind die typischen Branchen Auto, Chemie, Elektro, Stahl, Maschinenbau und Versorgung. Sie sind die Träger der deutschen Konjunktur. Ihr jeweiliger Anteil am BIP ist ungleich größer als der aller anderen Segmente. Sie sind deshalb das Spiegelbild der deutschen Wirtschaft. Deren Erholungspotential ist immer zyklisch und deshalb begrenzt. SIEMENS (723 610) ist dafür ein fast kla ssisches Beispiel. Dennoch ist SIEMENS auch ein Trendwert, wie Sie leicht erkennen. Einen besonderen Wachstumsaspekt gibt es zur Zeit allerdings für keinen dieser Sektoren.
4. Die neuen Technologien bzw. Dienstleistungen sind ein Sonderfall. Paradebeispiel ist SAP.
Diese Aktie ist erst seit 1988 im Markt und gehörte seit 1993 zu den absoluten Spitzenwerten bis zur einsamen Spitze im März 2000 bei 230 E. Die anschließende Baisse ging bis 40 E. oder minus 82 %. Die vernünftige Bewertung liegt zwischen 30 und 40 E., wovon die obere Spitze im Oktober erreicht wurde. Dort lag auch mein Auffangkurs. Zwischenzeitlich bis fast 100 E. bis Januar. Abgesehen von kurzfristigen Schwankungen:
SAP ist ein klassischer Wachstumswert, aber ohne Glamour. Hier geht es nicht um Erholung, sondern um den künftigen langfristigen Trend, der zwischen 30 und 40 E. beginnt/begonnen hat und für die kommenden Jahre "weiterzuzeichnen" ist. Das wird eine schwierige Definition.
Jede dieser Gruppen zeigt ein eigenständiges Potential für die nächsten zwei bis vier Jahre. Dies richtet sich nicht allein nach dem Gewinn je Aktie, sondern an folgenden drei "Aufhängen":
1. Die deutlichste Erholung erhalten die Kurse von Firmen, die total umgebaut werden, aber auf einem guten Sockel stehen. Das ist das sog. Kerngeschäft, z. B. die Prämien der Versicherungen oder das Kreditportfolio und das Asset-Management der Banken. Bei den Industriefirmen zeichnet sich dies in den DAX-Titeln noch nicht so deutlich ab. Erforderlich ist jedoch immer die Neustruktur, was auch für einen Industriekonzern wie BAYER (575 200) gelten dürfte.
2. Die zyklischen Titel sind das Gegenteil. Die BASF (515 100) ist eine typische Konjunkturaktie. Gleiches gilt für SIEMENS (siehe Chart), THYSSENKRUPP (750 000) bzw. die Maschinenbauer wie LINDE (648 300) und MAN (593 700). Deren Erholungspotential ist erheblich, aber nicht sensationell, mithin begrenzt. Es sei denn, es wird ein völlig neues Unternehmen daraus gezimmert. Diese Chance hat z. B. MAN.
3. Die objektive Wertfindung ist noch offen. Der Umbau der zwei Energiekonzerne RWE (703 712) und E.ON (761 440), ist kreativ und interessant, aber nur beschränkt zu honorieren. RWE steht vor dem totalen Ausstieg aus dem Entsorgungsgeschäft. Preisvorstellung 1 E. mit Schuldenübernahme. Verkaufen!
Schlußfolgerung für Sie: Konzentrieren Sie sich auf die Aktien, die die größte Krise hinter sich haben, aber in dieser Krise auch die größte Chance haben, sich neu "aufzustellen". Das gilt nicht nur für die Finanztitel, sondern auch für einige Spezialitäten, die es schon in den vergangenen Wochen dargestellt haben. Signifikante Beispiele sind die zwei FRESENIUS (578 560)-Aktien, SCHWARZ PHARMA (722 190), SGL CARBON (723 530) (als Anfang), aber demnächst auch DT. TELEKOM (wie begonnen) und vielleicht auch BAYER.
Die obigen Charts sind der optische Rahmen. Er gilt teilweise stellvertretend für andere, ist aber das Rüstzeug dafür, wie Sie Ihr Portfolio darauf abstellen. Wie?
Aktien mit guter Qualität trotz Kursverlust zu veräußern, um in andere zu wechseln, die den gleichen Verlust hinter sich haben, ist stets ein mindestens psychologisches Problem. Sie kommen gleichwohl nicht darum herum, sich dieser Frage zu stellen. Denn:
Wenn eine Aktie 50 % Kursverlust hat, aber nur ein Erholungspotential von 50 %, so ist sie schlechter als die, die 50 % oder 75 % Kursverlust hinter sich hat, aber deutlich mehr als 100 % "nach vorn". Auf diese Frage konzentriert sich alles.
In der letzten AB habe ich Ihnen vorgerechnet, wie man mit absoluten Absturzaktien umgehen sollte und kann. Das Beispiel LUCENT (LU.NYS) läßt sich auf ALLIANZ oder HYPOVEREINSBANK ebenso übertragen. Rechnen Sie diesen Fall für sich selbst durch. Das Ergebnis ist im Wesentlichen das gleiche.
Das Gegenargument wäre: Diese Sturzflieger werden ihre alten Höchstkurse nie wieder erreichen. Dazu gibt es zwei Ansätze: 1. Die absoluten Spitzen werden sehr viel später erreicht, vielleicht in 10 Jahren. Darüber diskutiere ich jetzt nicht. Es geht um die kommenden fünf Jahre, um einen Rahmen zu nennen. 2. Nur ein Konkurs kann dies für einen der großen Titel unterbinden. Davon ist aber nicht auszugehen. Kein Realist wird damit rechnen, daß der größte Versicherungskonzern Europas bzw. die zweitgrößte Bank Deutschlands in diese Lage gerät. Gleichgültig, was Analysten kurzfristig darüber denken. Ergo:
konzentrieren Sie sich auf die Titel, die das größte Erholungspotential aufweisen. Es liegt für mind. 6 - 20 Titel zwischen 60 und 150 % für 2 - 4 Jahre. Nutzt man die hohe Volatilität entsprechend meinem Vorschlag vor acht Tagen, so ergibt sich automatisch eine deutlich höhere Ergebniszahl. Das wird noch im einzelnen zu beschreiben sein. Wichtig:
Künftig gibt es keine Spekulationssteuer. Jeder Gewinn wird gegen den Verlust aufgerechnet und die Differenz versteuert. Sie müssen deshalb nicht mehr auf Fristen achten, können aber die Schwankungen im Markt ungehindert nutzen. Ich halte dies für vorteilhafter als die alte Regelung der Spekulationsfrist. Das bedeutet nicht, daß Sie wild kaufen und verkaufen sollen, doch Sie können Zyklen nutzen. Darin liegt ein beachtlicher Vorteil in der jetzigen Ausgangslage.
Ich konkretisiere meinen Vorschlag: Senden Sie mir Ihr Portfolio ein und ich korrigiere es handschriftlich bzw. baue es um. Die Ausgangslage zeigen die Charts unter "Deutsche Börse".
Zu meinen technischen Vergleichskursen vom 1.2. (Nr. 05): HYPOVEREINSBANK fiel als erste knapp unter 11 E. Im Tief bisher 10,65 E. Keine Änderung. Ebenso wenig für COMMERZBANK (803 200) mit Tief bei 5,90 E. Die ALLIANZ kippte um knapp 10 E. tiefer ab, doch ich wies auf das Crashtief von 50 E. hin, was mind. theoretisch gilt. Das wäre die letzte aller Möglichkeiten. Auch MÜNCHENER RÜCK unterbot meinen Vergleichskurs um 10 E. mit einem Tiefstwert von 74,50 E. Das ist das Niveau von 1994.
Die Autos haben diese Tiefstkurse noch nicht erreicht. Bei DAIMLER (710 000) fehlen noch 2 - 6 E. und bei VW (766 400) noch 6 E. Für MAN sind es noch 1 E. und für THYSSENKRUPP waren 9 E. angesagt, letzter Stand 9,55 E.
Kein Chemietitel hat diese Tiefstkurse bislang erreicht. Es bleibt bei meinen Angaben im Brief Nr. 05. Am nächsten kam SCHERING (717 200) mit 33,85 E. im Tief. Ich hatte die Spanne 30/33 E. genannt.
Elektrik/Elektronik: SIEMENS fing sich 4 E. höher, INFINEON verpaßte meine Spanne um 0,75 E. und EPCOS fehlen bis jetzt noch etwa 1,80 E. SAP hielt sich am besten, aber ich halte vorerst an 74 E. fest.
Sonstige: RWE kam meinem Zielkurs am nächsten mit 22,05 E. gegenüber 22 E. als Vorgabe. E.ON fiel auf 36,70 E. und damit deutlich höher als von mir mit 30 E. avisiert. Der DT. POST fehlen noch 1,35 E., so daß ich bei 8 E. vorerst bleibe. DT. TELEKOM dürfte kaum unter 11 E. korrigieren. Hier handelt es sich um eine Korrektur im begonnenen Aufwärtstrend, der bei 8,20 E. begann und bei 14 E. vorerst ausgelaufen war.
In Kürze: GILDEMEISTER (587 800)-Abschluß für 2002 ist das typische Konjunkturbild aller Werkzeugmaschinen-Hersteller in einer Flaute. Bodenbildung um 3,50 E. muß abgewartet werden. Bei DEGUSSA (542 190) wird über die rechtlichen Folgen nachgedacht, die sich aus Gültigkeit der Abfindungsofferte einerseits und den Folgen der Genehmigung für die Fusion andererseits ableiten. Eine Klärung ist nicht vor März/April zu erwarten. Es ist ein Sonderfall in der deutschen Praxis der letzten Jahre.Der Verbleib von MLP (656 990) im DAX ist eine "Sondernummer", die unverständlich erscheint. Diese Aktie gehört nicht in den DAX. Die Lobby läßt grüßen.MLP ist kein Investment, sondern ein Spielpapier. Zurückhaltung bei TUI (695 200) und LUFTHANSA (823 212) bleibt gültig. Beide FRESENIUS-Titel lassen, wie avisiert, Luft ab. Die Rückkaufkurse nenne ich wahrscheinlich in der AB Daily, je nach aktuellem Stand.
Die alternativen Energien sind das Gegenteil dessen, was die alten Energien zu bieten vermögen. Das ist ein interessanter Gegensatz zwischen E.ON und RWE einerseits und den drei wichtigsten Windenergieaktien andererseits. Also: NORDEX, PLAMBECK und REPOWER.
Die Windkraftbranche wächst jährlich mit 15 - 20 %. Das ist einer der interessantesten Wachstumssektoren auch in Europa. Nur in Deutschland stoßen die Onshore-Projekte an Grenzen. Ob Offshore-Windparks realisiert werden, wird erst ab 2005 entschieden. In allen anderen Ländern liegen keine Begrenzungen vor. Der klassische Energiemarkt (Stromerzeugung) wächst dagegen nur um etwa 2,5 - 3 % für Gesamteuropa.
NORDEX (WKN (587 357) - 2 E.) erreicht in diesem Jahr 520 Mio E. Umsatz und eine operative Marge von 4,2 - 4,5 %. Auslandsanteil 37 %. NORDEX baut Windanlagen, betreibt sie aber nicht selbst. Das KGV wird sich in der Größenordnung von nur 7 stellen, wenn man die aktuellen Schätzungen akzeptiert. Großaktionär ist die West-LB mit 29,8 %, aber es gibt in Düsseldorf die Diskussion über eine strategische Allianz. Mit wem? Dann wird NORDEX möglicherweise eine Übernahme- oder Fusionsspekulation. Börsenwert nur 104 Mio E. oder rd. 20 % des Planumsatzes.
PLAMBECK (WKN (691 032) - 5,50 E.) produziert Windenergie. Umsatzziel in diesem Jahr 108 - 110 Mio E. mit einem Gewinn knapp unter 4 Mio E. PLAMBECK unterliegt hierbei größeren Schwankungen von Quartal zu Quartal. Auch besteht ein größeres Risiko von Projektverzögerungen. Doch dies ist in einem extrem niedrigen KGV um 4 - 4,5 ausreichend enthalten. Börsenwert 75 Mio E., also etwa 65 - 70 % des Zielumsatzes der nächsten 12 Monate. Auch PLAMBECK gilt als möglicher Partner für eine größere Firmeneinheit. Der Kursverlust von PLAMBECK ist bisher allerdings der Größte gewesen. Siehe eingezogener Langfristchart in der obigen Grafik.
REPOWER (WKN (617 703) - 25 E) plant in diesem Jahr einen Umsatzsprung von 50 %. Zielgröße sind 330 Mio E. gegen einen Börsenwert von 140 Mio E. Die operative Marge wird zweistellig erwartet. Bisheriger Schwerpunkt ist Deutschland. Angestrebter Auslandsanteil sind aber 30 %. Das soll vor allem über Partnerschaften erreicht werden. REPOWER war eine der ganz wenigen Neuemissionen des letzten Jahres.
Entscheidend ist die Perspektive. Anläßlich der Neuemissionen vor zwei bzw. drei Jahren hatte ich mich eher zurückhaltend geäußert, insbesondere wegen der Emissionspreise. Sie lagen an der oberen Kante des Vertretbaren. Jetzt sieht das Ganze völlig anders aus: a) Der Wachstumsmarkt Windenergie steht. b) Die Bewertung der relevanten Titel liegt im unteren vertretbaren Rahmen, eher in Richtung Unterbewertung. c) Es entsteht die Alternative: Raus aus der klassischen Energie und rein in die moderne Energie. Aber: Die einen sind Riesen, die anderen noch klein. Die Volatilität dieser Aktien ist also entsprechend groß. Auf der jetzigen Basis halte ich Investments jedoch für vertretbar. Schnüren Sie ein Dreierpack. Simpel gerechnet:
Für 500 RWE erhalten Sie jetzt 11.250 E. Dafür kaufen Sie 2.000 Stück NORDEX = 4.000 E., 1.000 Stück PLAMBECK = 5.500 E. und für den Rest eine Anfangsposition in REPOWER. Diese Position ist nur ein Anfang, da ich einen Rückfall des Kurses bis 18,50/19,50 E. nicht ausschließe. Die Kursbildung macht nämlich den Eindruck einer gewissen Steuerung, bei Miniumsätzen von nur 1.000 Stück pro Tag.
Die Gegenrechnung: Über 24 Monate haben diese Aktien eine gute Chance für 50 % und sogar 70 %; RWE und E.ON jedoch trotz ihrer Größe und Qualität nur eine solche von zunächst 30 - 35 %, also rd. die Hälfte. Gleiches gilt auch für andere klassische Energie-Aktien der "Old Economy".
Bitte beachten: Diese Rechnung macht auf dem gegenwärtig tiefen Niveau aller Aktien mehr Sinn, als wenn Sie auf eine allgemeine Markterholung warten und erst später handeln. Die Reaktion der Kleinen auf eine Markterholung wird m. E. gravierender ausfallen als die der Großen.
Zu meinen bisherigen Empfehlungen: BECHTLE (515 870) (6,50 E.) überzeugt mit gutem Gewinn im Gesamtjahr 2002. 18 Mio E., gegen 14 Mio E. im Vorjahr. Umsatz + 17 % auf mehr als 750 Mio E. Gleichwohl verzichtet BECHTLE als Computer- und IT-Zubehörhändler auf eine Prognose für das laufende Jahr. Dafür sieht aber die Markttechnik von BECHTLE schon recht überzeugend aus. Tiefstkurs von 4,80 E. dürfte kaum noch einmal erreicht werden. Ich rate daher zu Käufen zwischen 5,30 und 6 E.
SAP SI (501 111) (11,80 E.) forciert die externe Expansion. Technisch hat der Kurs bei 12 E. eine Art Kaufsignal. Die SAP-Tochter erreicht mit 432 Mio E. Börsenkapitalisierung den unteren Wert für die Umsatzschätzung von 310 - 315 Mio E. in diesem Jahr. Eine Anfangsposition unter 12 E. ist angemessen. Details in Kürze.
Die WALL STREET ...
... kann sich dem Irak-Konflikt ebenfalls nicht ganz entziehen. Gegenüber der Vorwoche hat sich die zugespitzte Lage im UN-Sicherheitsrat auch auf den Markt ausgewirkt. Allerdings: Der Short Range Oscillator hat seinen unteren Bereich bereits durchschritten. Das zeigt das folgende Bild:
Das müßte ausreichen, das Dow Jones-Tief vom Oktober ebenso zu verteidigen wie im breiteren S&P 500 oder dem Nasdaq. In der AB-Daily gehe ich darauf täglich ein. Ermutigend ist hierbei:
Ist die steigende Zahl der Beschäftigten ein sicheres Signal? + 143.000 sind nicht überzubewerten, aber tendenziell richtig. Die Entwicklung der Produktivität in den letzten fünf Monaten signalisierte dies bereits. Ich hatte deshalb der negativen Einschätzung der Dezemberzahlen auch widersprochen. Wer ist der Träger? Nicht die Produktion, sondern die Dienstleistungen. Hier zu 30 % der Handel und zu 70 % die technologie-lastigen Dienstleistungen aller Art. Dem folgen unwiderruflich die Investitionen in diesen Sektoren. Eine Schlüsselgröße dafür ist wiederum die Nachfrage nach Chips, die das Kernprodukt dieser Sektoren darstellen.
Problematisch bleiben die hochkapitalisierten Aktien. Mir gefällt die Markttechnik von MICROSOFT (MSFT.NAS), GENERAL ELECTRIC(GE.NYS), CICSO (CSCO.NAS) und INTEL (INTC.NAS) nach wie vor nicht. Auch DELL (DELL.NAS) zähle ich dazu. Hier hatte ich die Vorwarnung kürzlich schon formuliert. Die DELL-Story wird demnächst relativiert. Worin liegt das Problem?
Alle diese Aktien gehören zum Kern jedes Fonds-Portfolios. Es gibt keinen Fonds, der diese Aktien nicht hochgewichtet im Portfolio hat. Aber es gibt interessantere Titel als diese. Ich befürchte daher, daß Positionslösungen ausreichen, diese Titel unter Druck zu halten. Das drückt jedoch wiederum auf die großen Indizes. Mithin:
Bleiben Sie sämtlichen Titeln dieser Art fern, solange nicht eine einwandfreie Markttechnik das Gegenteil signalisiert. GENERAL ELECTRIC ist dafür besonders typisch. Börsenwert immerhin 224 Mrd $ für einen Umsatz von 131 Mrd $ als "Mischkonzern". Damit ist GE noch nicht einmal mit MICROSOFT oder den anderen vergleichbar. Bei MICROSOFT ist der Börsenwert von 251 Mrd $ für Umsatz von 36 Mrd $ trotz 38 Mrd $ Barreserve auch nicht gerade eine preiswerte Einschätzung. Kurs unter 40 $ wäre richtiger.
Mein Vorschlag: Es gibt Besseres und Interessanteres. Dazu zählen auch die mittleren Technologietitel, die eine weitaus größere "Entwertung" hinter sich haben als die Großen. Ferner:
Ziehen Sie sich weiterhin aus den defensiven Titeln zurück. Sie waren eine gute Gelegenheit, über die Börsenbaisse hinwegzukommen, also COCA-COLA (KO.NYS), PROCTER & GAMBLE (PG.NYS), COLGATE PALMOLIVE (CL.NYS) und sogar ALTRIA (MO.NYS) (früher PHILIP MORRIS) trotz der jüngsten Einbußen im Zusammenhang mit Tabakklagen und der Gewinnwarnung. In allen Titeln dürften Sie m. E. noch immer gut im Plus stehen. Sogar EASTMAN KODAK (EK.NYS) und GILLETTE (G.NYS) gehören dazu. Alle werden in einer positiven Tendenz sicherlich nicht auf der Stelle treten, aber deutlich weniger zulegen als andere. INTERN. PAPER (IP.NYS) und DUPONT (DPMI.NAS) sind in gleicher Weise betroffen.
Resümee für Sie: Stellen Sie sich auf eine zweijährige Erholungsphase am amerikanischen Aktienmarkt ein. Dafür die Favoriten zu finden, ist jetzt das Thema auf der Basis tiefster Kurse.
Eines vorweg: Verzichten Sie vorerst auf die Spezialitäten. Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Unternehmen mit weniger als 500 Mio $ Umsatz betrachte ich in der Technologie als kritische Papiere. Vor allem dann, wenn dazu eine relativ hohe Verschuldung gehört. Das hat zwei Gründe:
Weniger als 500 Mio $ Umsatz signalisieren keine feste Marktstellung. Dann genügt schon die eine oder andere Attacke der Konkurrenz, um die Position des Unternehmens empfindlich zu tangieren, was sofort zu Herabstufungen durch die Investmentadressen führt. Die Alternative liegt dann in der Übernahme durch einen Großen. Das ist jedoch schwer vorauszusagen.
Hohe Schulden sind noch riskanter. Das gilt sowohl für die kurzen wie langen Schulden. Liegt die Verschuldungsquote oberhalb von 30 % des Gesamtkapitals, werde ich vorsichtig. Hier reicht schon eine Abstufung durch eine Ratingagentur, um empfindliche Kursverluste zu initiieren. Das kommt wie aus heiterem Himmel.
Auch größere Unternehmen sind davon nicht frei. Jüngster Fall ist AGILENT TECH (A.NYS)-11,50 $). Diese Aktie war vor einer Woche einer der Hauptverlierer im Markt. Was ist der Grund?
Sind 20 % Kursverlust "angemessen"? AGILENT hat 22 - 26 Cents Verlust je Aktie statt bisher 15 Cents bekanntgegeben. Grund: "Wir sehen ein kollektives Zögern bei unseren Kunden, die große Investitionen zurückstellen", so AGILENT-Chef Ned Barnholt. In Zahlen: Per 31. Januar (Quartalsende) gibt es 1,4 Mrd $ Umsatz und damit 0,2 Mrd $ weniger als erwartet. Umsatz im Gesamtjahr nun 5,8 Mrd $ als Ziel gegenüber bisher 6,4 Mrd $. Gewinntaxe per 2004 bleibt aber nach Strukturmaßnahmen noch immer um 60 - 62 Cents je Aktie als Wahrscheinlichkeit. Schuldenanteil 25 % am Gesamtkapital. Börsenwert jetzt 4,62 Mrd $. Kann die Basis 10 $ halten?
10 $ sind vertretbar. Vor drei Jahren waren es 162 $ (!), was deutlich überzogen war. Erholung seit Oktober lief bis 20 $ oder 100 %. Jetzt beginnt der zweite Lauf. Mein Vorschlag: AGILENT ist als einer der Großen für Meßtechnik aller Art mit dieser Bewertung an der unteren Grenze angelangt. Jede Verbesserung der Auftragslage der Technologiekonzerne führt sofort zu entsprechenden Aufträgen für alles, was mit Meßtechnik in der Computerbranche zu tun hat. Einzige Bedingung: Wer bei 10 $ kauft, plaziert einen Stop Loss-Kurs bei 8,80 $.
Erneuter Hinweis: Keine Investments in den kleineren und mittleren Werten der Bio- und Gentechnologie. Ich registriere eine Reihe von "Analysen", die zur Zeit von einigen Brokern herausgegeben werden. Dabei handelt es sich um eine gute Investors-Relation-Arbeit, aber nicht mehr. Nur in den ganz großen Titeln mit eindeutiger Marktstellung läßt sich ein Engagement vertreten. Ich hatte lediglich auf eine einzige Aktie aufmerksam gemacht: GENENTECH (DNA.NYS) (als Tochter von ROCHE (851 311)) bei 32 $, zwischenzeitlich 37/38 $, aber nun erneut knapp unter 36 $. Selbst hier ist also die Wende noch nicht komplett.
In der Spekulation der Telekomausrüster trete ich vorerst kurz. Mir gingen die Kurserholungen seit Oktober etwas zu weit. Deshalb warte ich auf eine technische Konsolidierung, weise aber darauf hin:
Alle drei Großen, so LUCENT (LU.NYS), NORTEL (NT.NYS) und CORNING (GLW.NYS), haben die langfristige Wende absolviert. Sie gehören seit mehreren Wochen zu den umsatzstärksten Titeln im Markt. Folgen jetzt neue Beurteilungen durch einige Investmentadressen, ergäbe sich daraus ein neuer Anstoß. Andernfalls rechne ich mit Kurskorrekturen um 30 - 35 % gegenüber den Spitzenwerten der letzten Wochen. Wie man damit umgeht, hatte ich in der letzten AB am Beispiel LUCENT vorgerechnet, wobei alle Kurse zwischen 1,20 und 1,60 $ dafür zu akzeptieren sind. Sie bleiben die Leitlinie für Sie. Denn: Als erste unter den großen Technologiebranchen rechnen die Telekomausrüster nach einem Riesenverlust im letzten Jahr mit einem - wenn auch geringen Plus - im neuen Jahr. Ich hatte die entsprechende Grafik in der AB DAILY am Mittwoch gezeigt.
Zu meinen bisherigen Empfehlungen: Differenzieren Sie bitte sorgfältig zwischen Festnetz und Wireless. Sämtliche Empfehlungen für Festnetz sind zurückgezogen. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Wireless. Der Grund liegt in der noch offenen Entscheidung der amerikanischen Aufsichtsbehörde für die Telekom-Konzerne. Erst danach kann im einzelnen beurteilt werden, wer davon wie tangiert ist. HEWLETT-PACKARD (HWP.NYS) hat die technische Korrektur auf den Anstieg von 11 bis 21,50 $ mit Rückfall auf 16 $ bereits absolviert. AOL TIME WARNER (AOL.NYS) stabilisiert sich oberhalb von 10 $, wie erwartet.
An den EURO-BÖRSEN ...
... sind die Schnäppchenjäger bereits unterwegs. Was billig ist, zieht nicht nur Investoren, sondern nun auch die Strategen der großen Konzerne an. ZÜRICH liefert einen interessanten Beleg:
ROCHE bietet ein Aufgeld von 55 % auf den Börsenkurs von DISETRONIC (901 303). Letztere ist ein Medizintechnik-Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 300 Mio CHF (Insulinpumpen/Blutzuckermeßgeräte). Der Spitzenkurs von DISETRONIC lag vor drei Jahren bei über 1.780 CHF, das Tief im letzten Herbst bei 406 CHF. Der aktuelle Wert der Übernahme liegt bei 1,6 Mrd CHF und damit in der Gegend um 500 % des Zielumsatzes dieses Jahres. DISETRONIC veröffentlichte kürzlich eine Gewinn-Perspektive von 60 Mio CHF oder 31 CHF je Aktie, was ein KGV von 17 bedeutete. Mit dem Übernahmeangebot bewegt sich das KGV um 20/21. Das ist eine Meßlatte. Wer ist der Nächste? Ich schließe eine derartige Überlegung bei PHONAK (893 484) (Hörtechnik) nicht aus. 10 CHF sind ein interessanter Ansatz, sowohl für einen Amerikaner als auch einen Europäer. PHONAK ist einer der Großen in diesem Spezialgebiet, aber wahrscheinlich zu klein, um allein die Marktstellung zu halten. Aktueller Börsenwert 750 Mio CHF für einen Umsatz von 350 Mio CHF.
Sonderthema: Rand-Zeros!
Mit keinem Zins-Portfolio kamen Sie so sicher über die Börsenkrise der letzten zwei Jahre wie mit Rand-Zeros. Sie erinnern sich sicherlich meiner früheren Empfehlungen und zwischenzeitlichen Kommentierungen. Ich hatte dieses Spezialgebiet stets mit dem "Zürcher Finanzbrief" zusammen bearbeitet. Die aktuelle Zwischenbilanz ist beeindruckend. Knapp 70 % Kursgewinn allein in 14 Monaten. Das ist das Portfolio:
Rand-Zero-Portfolio Dezember 2001 START Communications AG, CH-8700 Küsnacht ZH
ZF Nr. 25/01 vom 18.12.01
Nominal Währung Titel WKN Valor Kaufkurs Kurs aktuell Wert aktuell
Euro
524.286 500.000 Rand 0 % Europarat 31.12.10 (230 808) 870294 31,50% 45,55% 25.313
469.844 500.000 Rand 0 % Nordic Inv. Bank 31.12.10 231146 884231 35,15% 45,55% 25.313
465.999 500.000 Rand 0 % Südwest LB 31.12.10 231135 884037 35,44% 45,71% 25.402
623.208 600.000 Rand 0 % Weltbank 14.05.12 (191 470) 629312 26,50% 40,60% 27.075
103.103
1 Euro=ZAR9,00 Eigenkapital 60.800
Gewinn 42.303
Kaufspesen nicht berücksichtigt EK-Rendite 69,58%
Rand-Zeros sind und bleiben eine der interessantesten Portfoliostützen. Entweder als Alternative oder als Ergänzung zu einem Hochzins-Portfolio. Meine ersten Empfehlungen dieser Art datieren von 1987. Wie sich diese Portfolios trotz 50 %-Rand-Abwertung entwickelt haben, können Sie leicht nachrechnen. Das Ergebnis geht weit über 100 % und mehr hinaus. Der Schlüssel liegt natürlich im Zinseszinseffekt eines Zeros. Wer den Rand als schwache Währung regelmäßig abgesichert hat, erreichte weit über 300 %. Das ist natürlich eine Langfristkonzeption. Meine Anregung geht dahin: Beschäftigen Sie sich mit Südafrika eingehender. In diesem Zusammenhang weise ich auf den Südafrika-Spezialbrief aus meinem Hause hin. Oder aber Sie beschäftigen sich mit Zeros speziell, dann sollte der "Zürcher Finanzbrief" eine Pflichtlektüre sein. Er ist der einzige deutschsprachige Brief dieser Art, der sich mit diesen Spezialgebieten befaßt. Sie können ihn über FAX 0041 1 912 08 70 direkt verlangen. Daß es sich lohnt, zeigen alle Portfolios der letzten Jahre, gleichgültig wann auch immer sie aufgelegt wurden. Man kann also eine Aktienbaisse auch dadurch besser überstehen, wenn man über ein solides zweites oder drittes Bein verfügt. Das lege ich Ihnen unverändert nahe. Denn: Zeros haben noch Laufzeiten von mehr als 20 Jahren und einen Renditesockel von zur Zeit 11 %. Eine bessere "Vorsorge" können Sie gar nicht finden. Doch dazu bedarf es einiger Details, die Sie wiederum in dem genannten Brief finden. Auf den Punkt gebracht: Während alle Aktionäre in den vergangenen 15 Monaten rund 50 % in Aktien verloren haben, schafften die Zero-Bonds den gleichen Prozentsatz im Gewinn. Ist das ein zweites Bein? Machen Sie sich darüber bitte ernsthafte Gedanken. Denn:
Die eine Hälfte des Lebens ist Glück, die andere ist Disziplin - und die ist entscheidend, denn ohne Disziplin könnte man mit seinem Glück nichts anfangen (Carl Zuckmayer).
Allgemeiner Marktüberblick
im Vorfeld eines Krieges gibt es keine nachhaltig steigenden Aktienkurse. Insbesondere dann nicht, wenn er "terminiert" ist. Über diesen Termin entscheiden jedoch allein die Amerikaner. Das hat es in dieser Form nach dem Ende des letzten Weltkrieges nicht gegeben.
Die politische Krisenlage findet jedoch am Ende der größten Baisse der Nachkriegszeit statt. Alle anderen politischen Krisen entwickelten sich stets entweder in einem Aufwärtstrend der Märkte oder in einer Stagnation. Mithin ist die Ausgangslage für die Börsen am "Day After" historisch völlig anders zu sehen, mit ebenso anderen Konsequenzen. Es gibt dafür auch keinen ökonomischen Vergleich, etwa dem Konjunkturverlauf. Mithin:
Was kommt nach Saddam Hussein? Auf welche Art die Entwaffnung des Irak letztlich gelingt, ist gleichgültig. Sie hat jedoch nach aller Logik zwei Konsequenzen: Eine unmittelbare, also kurzfristige, und eine längerfristige, die sich erst im Laufe des Jahres konkretisieren wird. Schon jetzt ist aber wohl sicher:
Jeder Angst folgt die Entspannung. Die wichtigste Rolle spielt hierbei die Baisse-Spekulation. Sie muß sich ganz zwingend eindecken. Dies führt zu mehr oder weniger rasanten Kurssprüngen, die allein davon abhängen, wie die Marktbreite jedes Papieres dies zuläßt. Es ist unschwer vorauszusagen: Rechnen Sie mit ähnlichen Vorgängen wie nach dem 11. September 2001 oder dem letzten Oktober. Auf die massive Baisse-Spekulation in den fünf bekanntesten deutschen Aktien (aus US-Sicht) habe ich schon hingewiesen. In New York nehmen dagegen die Short-Positionen leicht ab.
Mit der fundamentalen Einschätzung hat dies jetzt nicht viel zu tun. Eine Baisse-Spekulation orientiert sich an bestimmten Zielen, die sich aus der Technik ableiten. In der Regel wird nach unten überzogen. Das ist eine Frage der Macht im Markt. Die eine oder andere Hilfestellung mit entsprechenden Analysen unterstelle ich. Die inzwischen beim Staatsanwalt gelandeten Fälle, speziell in den USA, rufe ich in Erinnerung. In Deutschland gilt dies vor allem für die Finanzaktien. Besonderes Manko: Es gibt niemand, der gegenhält.
Gibt es ein neues Indextief? Das schließe ich kurzfristig deshalb nicht aus, weil diese Baisse-Spekulation gerade darin den Endpunkt sieht. Erst ein kurzes Unterschreiten der bisherigen Tiefstände löst in der Regel eine neue Baisse-Attacke aus, die zumeist über die Stoplimits gesteuert wird. Je empfindlicher ein Markt, desto dramatischer! Das gilt vor allem für Frankfurt, aber auch Zürich ist davon nicht frei. Weniger gravierend dürfte dies in den extrem breiten Märkten von New York der Fall sein. Ich werde dies in der AB-Daily noch täglich nachvollziehen.
Das Fazit für Sie: Der Endpunkt dieser Baisse wird nicht mit ökonomischen Daten, sondern ausschließlich mit militärischen bzw. politischen Entscheidungen definiert. Voraussichtlich in allerkürzester Zeit, vielleicht schon in der kommenden Woche. Das wäre der Fall "Day After". Die Ausgangslage für jeden Aktionär diskutiere ich in diesem Brief als strategische Überlegung, die Sie vorher und nicht nachher möglichst präzise in Ihre Überlegungen einbeziehen sollten.
Die DEUTSCHE BÖRSE ...
... ist die Angstbörse Europas. Ob und wie das Oktobertief getestet oder sogar kurzfristig unterschritten wird, weiß niemand. Lohnt es sich, über diesen Tellerrand hinauszuschauen? Es lohnt sich! Denn "ex Saddam" beginnt eine völlig neue Börsenepoche. Sie hat vor allem zwei "Säulen":
Ökonomisch geht diese Baisse zu weit. Das läßt sich sowohl aus der Gewinnbewertung und dem Zinsniveau als auch aus allen anderen Firmenzahlen ablesen. Sie können "quer rechnen", wie Sie wollen. Im DAX sind mind. 28 von 30 Titeln deutlich niedriger bewertet, als es den nachhaltigen Firmendaten entspricht. Im MDAX sind es etwa 60 von 70. Das paßt auch zu den sonstigen Rahmendaten, worüber ich schon geschrieben habe.
Politisch gibt es allerdings ein Vakuum. Das gilt sowohl innen- als auch außenpolitisch. Irgendwie erinnert dies auch an das Frühjahr 1982. Kann die jetzige Regierung diesen Kurs fortsetzen, oder wann wird sie scheitern? Diese Frage war im Frühjahr 1982 sehr ähnlich gestellt, jedoch ohne Kriegsangst. Die Außenpolitik spielt dabei eine zweite, aber nicht unwesentliche Rolle.
Eine solche Degradierung deutscher Qualitätsaktien hat es seit 1949 noch nie gegeben. Ich kann dies seit 1956 (Suez-Krise) persönlich bestätigen. Nur in einem einzigen Fall gab es eine solche Situation, nämlich für die HYPOVEREINSBANK (802 200) (damals BAYERN HYP) am Ende der Ära Ernstberger. Entscheidend sind für die künftige Markterholung vier Kriterien, die Sie bitte unmittelbar auf Ihr Depot übertragen:
1. "Alte Aktien", die in den letzten 20 Jahren die deutsche Konjunkturentwicklung widerspiegelten, aber extrem abgestürzt sind. Dazu zählen vor allem die Finanzaktien, also Banken und Versicherungen. Die Banken wurden die ersten und größten Opfer der Börsenblase. Sie stürzten jedoch auf die Tiefstkurse von 1982 ab. Das schaffte keine bedeutende Industrieaktie. Die DT. BANK (514 000) als Branchenprimus sowie die ALLIANZ (840 400) und MÜNCHENER RÜCK (843 002) bewegen sich knapp über dem Niveau von 1993/95. Dasjenige von 1982 läge für diese Titel wesentlich niedriger. Dafür hat sich aber das Geschäft deutlich besser entwickelt. In diesen 2 Aktien steckt also das nachhaltig größte Erholungspotential, woran kein Weg vorbeiführt.
Die nebenstehende Grafik zeigt Ihnen den Unterschied zwischen diesen beiden Kategorien.
Die Frage stellt sich: Werden diese Aktien jemals wieder ihre alten Höchststände erreichen oder mind. in den alten Trend zurückkehren? Das allein bedeutet eine Kurserholung von weit über 100 %, woran natürlich heute so gut wie niemand glaubt.
2. "Neue Aktien", die erst in den letzten Jahren an die Börse gebracht worden sind. Das sind vor allem DT. TELEKOM (555 750) bzw. DT. POST (555 200), DT. BÖRSE (581 005) und die Technologieaktien, z. B. INFINEON (623 100), EPCOS (512 800), aber auch SAP (716 460). Deren Emissionskurse lagen meist auf der richtigen Ebene, doch sie wurden alle 1999/2000 "aufgeblasen" und sind deshalb allesamt auf extreme Tiefstkurse abgestürzt. Sie haben keinen inneren Bezug zum Gesamttrend der letzten 20 Jahre. Das ist nicht unwesentlich für die Einschätzung dieser Aktien gegenüber dem Gesamtmarkt. Deren Erholungspotential ist deshalb völlig anders zu werten.
Jeder Titel dieser Art ist eine eigene Story. Sie beruht auf den falschen unternehmerischen Entscheidungen zum einen und den überzogenen Börsenerwartungen zum anderen. Mindestens wird jedoch in den kommenden zwei bis vier Jahren der innere Wert dieser Aktien wieder erreicht. Er liegt z. B. für DT. TELEKOM vorbehaltlich der gesetzten Ziele zwischen 25 und 30 E. Über eine Erhöhung dieser Ziele wird noch zu diskutieren sein. Der früher genannte Wert um 40/45 E. bleibt offen.
Die klassischen Sektoren der Industrie und der neuen Technologien unterliegen zwei verschiedenen Ansätzen. Sie überschneiden sich teilweise mit den soeben genannten neuen Aktien.
3. "Zyklische Aktien" der Industrie sind die typischen Branchen Auto, Chemie, Elektro, Stahl, Maschinenbau und Versorgung. Sie sind die Träger der deutschen Konjunktur. Ihr jeweiliger Anteil am BIP ist ungleich größer als der aller anderen Segmente. Sie sind deshalb das Spiegelbild der deutschen Wirtschaft. Deren Erholungspotential ist immer zyklisch und deshalb begrenzt. SIEMENS (723 610) ist dafür ein fast kla ssisches Beispiel. Dennoch ist SIEMENS auch ein Trendwert, wie Sie leicht erkennen. Einen besonderen Wachstumsaspekt gibt es zur Zeit allerdings für keinen dieser Sektoren.
4. Die neuen Technologien bzw. Dienstleistungen sind ein Sonderfall. Paradebeispiel ist SAP.
Diese Aktie ist erst seit 1988 im Markt und gehörte seit 1993 zu den absoluten Spitzenwerten bis zur einsamen Spitze im März 2000 bei 230 E. Die anschließende Baisse ging bis 40 E. oder minus 82 %. Die vernünftige Bewertung liegt zwischen 30 und 40 E., wovon die obere Spitze im Oktober erreicht wurde. Dort lag auch mein Auffangkurs. Zwischenzeitlich bis fast 100 E. bis Januar. Abgesehen von kurzfristigen Schwankungen:
SAP ist ein klassischer Wachstumswert, aber ohne Glamour. Hier geht es nicht um Erholung, sondern um den künftigen langfristigen Trend, der zwischen 30 und 40 E. beginnt/begonnen hat und für die kommenden Jahre "weiterzuzeichnen" ist. Das wird eine schwierige Definition.
Jede dieser Gruppen zeigt ein eigenständiges Potential für die nächsten zwei bis vier Jahre. Dies richtet sich nicht allein nach dem Gewinn je Aktie, sondern an folgenden drei "Aufhängen":
1. Die deutlichste Erholung erhalten die Kurse von Firmen, die total umgebaut werden, aber auf einem guten Sockel stehen. Das ist das sog. Kerngeschäft, z. B. die Prämien der Versicherungen oder das Kreditportfolio und das Asset-Management der Banken. Bei den Industriefirmen zeichnet sich dies in den DAX-Titeln noch nicht so deutlich ab. Erforderlich ist jedoch immer die Neustruktur, was auch für einen Industriekonzern wie BAYER (575 200) gelten dürfte.
2. Die zyklischen Titel sind das Gegenteil. Die BASF (515 100) ist eine typische Konjunkturaktie. Gleiches gilt für SIEMENS (siehe Chart), THYSSENKRUPP (750 000) bzw. die Maschinenbauer wie LINDE (648 300) und MAN (593 700). Deren Erholungspotential ist erheblich, aber nicht sensationell, mithin begrenzt. Es sei denn, es wird ein völlig neues Unternehmen daraus gezimmert. Diese Chance hat z. B. MAN.
3. Die objektive Wertfindung ist noch offen. Der Umbau der zwei Energiekonzerne RWE (703 712) und E.ON (761 440), ist kreativ und interessant, aber nur beschränkt zu honorieren. RWE steht vor dem totalen Ausstieg aus dem Entsorgungsgeschäft. Preisvorstellung 1 E. mit Schuldenübernahme. Verkaufen!
Schlußfolgerung für Sie: Konzentrieren Sie sich auf die Aktien, die die größte Krise hinter sich haben, aber in dieser Krise auch die größte Chance haben, sich neu "aufzustellen". Das gilt nicht nur für die Finanztitel, sondern auch für einige Spezialitäten, die es schon in den vergangenen Wochen dargestellt haben. Signifikante Beispiele sind die zwei FRESENIUS (578 560)-Aktien, SCHWARZ PHARMA (722 190), SGL CARBON (723 530) (als Anfang), aber demnächst auch DT. TELEKOM (wie begonnen) und vielleicht auch BAYER.
Die obigen Charts sind der optische Rahmen. Er gilt teilweise stellvertretend für andere, ist aber das Rüstzeug dafür, wie Sie Ihr Portfolio darauf abstellen. Wie?
Aktien mit guter Qualität trotz Kursverlust zu veräußern, um in andere zu wechseln, die den gleichen Verlust hinter sich haben, ist stets ein mindestens psychologisches Problem. Sie kommen gleichwohl nicht darum herum, sich dieser Frage zu stellen. Denn:
Wenn eine Aktie 50 % Kursverlust hat, aber nur ein Erholungspotential von 50 %, so ist sie schlechter als die, die 50 % oder 75 % Kursverlust hinter sich hat, aber deutlich mehr als 100 % "nach vorn". Auf diese Frage konzentriert sich alles.
In der letzten AB habe ich Ihnen vorgerechnet, wie man mit absoluten Absturzaktien umgehen sollte und kann. Das Beispiel LUCENT (LU.NYS) läßt sich auf ALLIANZ oder HYPOVEREINSBANK ebenso übertragen. Rechnen Sie diesen Fall für sich selbst durch. Das Ergebnis ist im Wesentlichen das gleiche.
Das Gegenargument wäre: Diese Sturzflieger werden ihre alten Höchstkurse nie wieder erreichen. Dazu gibt es zwei Ansätze: 1. Die absoluten Spitzen werden sehr viel später erreicht, vielleicht in 10 Jahren. Darüber diskutiere ich jetzt nicht. Es geht um die kommenden fünf Jahre, um einen Rahmen zu nennen. 2. Nur ein Konkurs kann dies für einen der großen Titel unterbinden. Davon ist aber nicht auszugehen. Kein Realist wird damit rechnen, daß der größte Versicherungskonzern Europas bzw. die zweitgrößte Bank Deutschlands in diese Lage gerät. Gleichgültig, was Analysten kurzfristig darüber denken. Ergo:
konzentrieren Sie sich auf die Titel, die das größte Erholungspotential aufweisen. Es liegt für mind. 6 - 20 Titel zwischen 60 und 150 % für 2 - 4 Jahre. Nutzt man die hohe Volatilität entsprechend meinem Vorschlag vor acht Tagen, so ergibt sich automatisch eine deutlich höhere Ergebniszahl. Das wird noch im einzelnen zu beschreiben sein. Wichtig:
Künftig gibt es keine Spekulationssteuer. Jeder Gewinn wird gegen den Verlust aufgerechnet und die Differenz versteuert. Sie müssen deshalb nicht mehr auf Fristen achten, können aber die Schwankungen im Markt ungehindert nutzen. Ich halte dies für vorteilhafter als die alte Regelung der Spekulationsfrist. Das bedeutet nicht, daß Sie wild kaufen und verkaufen sollen, doch Sie können Zyklen nutzen. Darin liegt ein beachtlicher Vorteil in der jetzigen Ausgangslage.
Ich konkretisiere meinen Vorschlag: Senden Sie mir Ihr Portfolio ein und ich korrigiere es handschriftlich bzw. baue es um. Die Ausgangslage zeigen die Charts unter "Deutsche Börse".
Zu meinen technischen Vergleichskursen vom 1.2. (Nr. 05): HYPOVEREINSBANK fiel als erste knapp unter 11 E. Im Tief bisher 10,65 E. Keine Änderung. Ebenso wenig für COMMERZBANK (803 200) mit Tief bei 5,90 E. Die ALLIANZ kippte um knapp 10 E. tiefer ab, doch ich wies auf das Crashtief von 50 E. hin, was mind. theoretisch gilt. Das wäre die letzte aller Möglichkeiten. Auch MÜNCHENER RÜCK unterbot meinen Vergleichskurs um 10 E. mit einem Tiefstwert von 74,50 E. Das ist das Niveau von 1994.
Die Autos haben diese Tiefstkurse noch nicht erreicht. Bei DAIMLER (710 000) fehlen noch 2 - 6 E. und bei VW (766 400) noch 6 E. Für MAN sind es noch 1 E. und für THYSSENKRUPP waren 9 E. angesagt, letzter Stand 9,55 E.
Kein Chemietitel hat diese Tiefstkurse bislang erreicht. Es bleibt bei meinen Angaben im Brief Nr. 05. Am nächsten kam SCHERING (717 200) mit 33,85 E. im Tief. Ich hatte die Spanne 30/33 E. genannt.
Elektrik/Elektronik: SIEMENS fing sich 4 E. höher, INFINEON verpaßte meine Spanne um 0,75 E. und EPCOS fehlen bis jetzt noch etwa 1,80 E. SAP hielt sich am besten, aber ich halte vorerst an 74 E. fest.
Sonstige: RWE kam meinem Zielkurs am nächsten mit 22,05 E. gegenüber 22 E. als Vorgabe. E.ON fiel auf 36,70 E. und damit deutlich höher als von mir mit 30 E. avisiert. Der DT. POST fehlen noch 1,35 E., so daß ich bei 8 E. vorerst bleibe. DT. TELEKOM dürfte kaum unter 11 E. korrigieren. Hier handelt es sich um eine Korrektur im begonnenen Aufwärtstrend, der bei 8,20 E. begann und bei 14 E. vorerst ausgelaufen war.
In Kürze: GILDEMEISTER (587 800)-Abschluß für 2002 ist das typische Konjunkturbild aller Werkzeugmaschinen-Hersteller in einer Flaute. Bodenbildung um 3,50 E. muß abgewartet werden. Bei DEGUSSA (542 190) wird über die rechtlichen Folgen nachgedacht, die sich aus Gültigkeit der Abfindungsofferte einerseits und den Folgen der Genehmigung für die Fusion andererseits ableiten. Eine Klärung ist nicht vor März/April zu erwarten. Es ist ein Sonderfall in der deutschen Praxis der letzten Jahre.Der Verbleib von MLP (656 990) im DAX ist eine "Sondernummer", die unverständlich erscheint. Diese Aktie gehört nicht in den DAX. Die Lobby läßt grüßen.MLP ist kein Investment, sondern ein Spielpapier. Zurückhaltung bei TUI (695 200) und LUFTHANSA (823 212) bleibt gültig. Beide FRESENIUS-Titel lassen, wie avisiert, Luft ab. Die Rückkaufkurse nenne ich wahrscheinlich in der AB Daily, je nach aktuellem Stand.
Die alternativen Energien sind das Gegenteil dessen, was die alten Energien zu bieten vermögen. Das ist ein interessanter Gegensatz zwischen E.ON und RWE einerseits und den drei wichtigsten Windenergieaktien andererseits. Also: NORDEX, PLAMBECK und REPOWER.
Die Windkraftbranche wächst jährlich mit 15 - 20 %. Das ist einer der interessantesten Wachstumssektoren auch in Europa. Nur in Deutschland stoßen die Onshore-Projekte an Grenzen. Ob Offshore-Windparks realisiert werden, wird erst ab 2005 entschieden. In allen anderen Ländern liegen keine Begrenzungen vor. Der klassische Energiemarkt (Stromerzeugung) wächst dagegen nur um etwa 2,5 - 3 % für Gesamteuropa.
NORDEX (WKN (587 357) - 2 E.) erreicht in diesem Jahr 520 Mio E. Umsatz und eine operative Marge von 4,2 - 4,5 %. Auslandsanteil 37 %. NORDEX baut Windanlagen, betreibt sie aber nicht selbst. Das KGV wird sich in der Größenordnung von nur 7 stellen, wenn man die aktuellen Schätzungen akzeptiert. Großaktionär ist die West-LB mit 29,8 %, aber es gibt in Düsseldorf die Diskussion über eine strategische Allianz. Mit wem? Dann wird NORDEX möglicherweise eine Übernahme- oder Fusionsspekulation. Börsenwert nur 104 Mio E. oder rd. 20 % des Planumsatzes.
PLAMBECK (WKN (691 032) - 5,50 E.) produziert Windenergie. Umsatzziel in diesem Jahr 108 - 110 Mio E. mit einem Gewinn knapp unter 4 Mio E. PLAMBECK unterliegt hierbei größeren Schwankungen von Quartal zu Quartal. Auch besteht ein größeres Risiko von Projektverzögerungen. Doch dies ist in einem extrem niedrigen KGV um 4 - 4,5 ausreichend enthalten. Börsenwert 75 Mio E., also etwa 65 - 70 % des Zielumsatzes der nächsten 12 Monate. Auch PLAMBECK gilt als möglicher Partner für eine größere Firmeneinheit. Der Kursverlust von PLAMBECK ist bisher allerdings der Größte gewesen. Siehe eingezogener Langfristchart in der obigen Grafik.
REPOWER (WKN (617 703) - 25 E) plant in diesem Jahr einen Umsatzsprung von 50 %. Zielgröße sind 330 Mio E. gegen einen Börsenwert von 140 Mio E. Die operative Marge wird zweistellig erwartet. Bisheriger Schwerpunkt ist Deutschland. Angestrebter Auslandsanteil sind aber 30 %. Das soll vor allem über Partnerschaften erreicht werden. REPOWER war eine der ganz wenigen Neuemissionen des letzten Jahres.
Entscheidend ist die Perspektive. Anläßlich der Neuemissionen vor zwei bzw. drei Jahren hatte ich mich eher zurückhaltend geäußert, insbesondere wegen der Emissionspreise. Sie lagen an der oberen Kante des Vertretbaren. Jetzt sieht das Ganze völlig anders aus: a) Der Wachstumsmarkt Windenergie steht. b) Die Bewertung der relevanten Titel liegt im unteren vertretbaren Rahmen, eher in Richtung Unterbewertung. c) Es entsteht die Alternative: Raus aus der klassischen Energie und rein in die moderne Energie. Aber: Die einen sind Riesen, die anderen noch klein. Die Volatilität dieser Aktien ist also entsprechend groß. Auf der jetzigen Basis halte ich Investments jedoch für vertretbar. Schnüren Sie ein Dreierpack. Simpel gerechnet:
Für 500 RWE erhalten Sie jetzt 11.250 E. Dafür kaufen Sie 2.000 Stück NORDEX = 4.000 E., 1.000 Stück PLAMBECK = 5.500 E. und für den Rest eine Anfangsposition in REPOWER. Diese Position ist nur ein Anfang, da ich einen Rückfall des Kurses bis 18,50/19,50 E. nicht ausschließe. Die Kursbildung macht nämlich den Eindruck einer gewissen Steuerung, bei Miniumsätzen von nur 1.000 Stück pro Tag.
Die Gegenrechnung: Über 24 Monate haben diese Aktien eine gute Chance für 50 % und sogar 70 %; RWE und E.ON jedoch trotz ihrer Größe und Qualität nur eine solche von zunächst 30 - 35 %, also rd. die Hälfte. Gleiches gilt auch für andere klassische Energie-Aktien der "Old Economy".
Bitte beachten: Diese Rechnung macht auf dem gegenwärtig tiefen Niveau aller Aktien mehr Sinn, als wenn Sie auf eine allgemeine Markterholung warten und erst später handeln. Die Reaktion der Kleinen auf eine Markterholung wird m. E. gravierender ausfallen als die der Großen.
Zu meinen bisherigen Empfehlungen: BECHTLE (515 870) (6,50 E.) überzeugt mit gutem Gewinn im Gesamtjahr 2002. 18 Mio E., gegen 14 Mio E. im Vorjahr. Umsatz + 17 % auf mehr als 750 Mio E. Gleichwohl verzichtet BECHTLE als Computer- und IT-Zubehörhändler auf eine Prognose für das laufende Jahr. Dafür sieht aber die Markttechnik von BECHTLE schon recht überzeugend aus. Tiefstkurs von 4,80 E. dürfte kaum noch einmal erreicht werden. Ich rate daher zu Käufen zwischen 5,30 und 6 E.
SAP SI (501 111) (11,80 E.) forciert die externe Expansion. Technisch hat der Kurs bei 12 E. eine Art Kaufsignal. Die SAP-Tochter erreicht mit 432 Mio E. Börsenkapitalisierung den unteren Wert für die Umsatzschätzung von 310 - 315 Mio E. in diesem Jahr. Eine Anfangsposition unter 12 E. ist angemessen. Details in Kürze.
Die WALL STREET ...
... kann sich dem Irak-Konflikt ebenfalls nicht ganz entziehen. Gegenüber der Vorwoche hat sich die zugespitzte Lage im UN-Sicherheitsrat auch auf den Markt ausgewirkt. Allerdings: Der Short Range Oscillator hat seinen unteren Bereich bereits durchschritten. Das zeigt das folgende Bild:
Das müßte ausreichen, das Dow Jones-Tief vom Oktober ebenso zu verteidigen wie im breiteren S&P 500 oder dem Nasdaq. In der AB-Daily gehe ich darauf täglich ein. Ermutigend ist hierbei:
Ist die steigende Zahl der Beschäftigten ein sicheres Signal? + 143.000 sind nicht überzubewerten, aber tendenziell richtig. Die Entwicklung der Produktivität in den letzten fünf Monaten signalisierte dies bereits. Ich hatte deshalb der negativen Einschätzung der Dezemberzahlen auch widersprochen. Wer ist der Träger? Nicht die Produktion, sondern die Dienstleistungen. Hier zu 30 % der Handel und zu 70 % die technologie-lastigen Dienstleistungen aller Art. Dem folgen unwiderruflich die Investitionen in diesen Sektoren. Eine Schlüsselgröße dafür ist wiederum die Nachfrage nach Chips, die das Kernprodukt dieser Sektoren darstellen.
Problematisch bleiben die hochkapitalisierten Aktien. Mir gefällt die Markttechnik von MICROSOFT (MSFT.NAS), GENERAL ELECTRIC(GE.NYS), CICSO (CSCO.NAS) und INTEL (INTC.NAS) nach wie vor nicht. Auch DELL (DELL.NAS) zähle ich dazu. Hier hatte ich die Vorwarnung kürzlich schon formuliert. Die DELL-Story wird demnächst relativiert. Worin liegt das Problem?
Alle diese Aktien gehören zum Kern jedes Fonds-Portfolios. Es gibt keinen Fonds, der diese Aktien nicht hochgewichtet im Portfolio hat. Aber es gibt interessantere Titel als diese. Ich befürchte daher, daß Positionslösungen ausreichen, diese Titel unter Druck zu halten. Das drückt jedoch wiederum auf die großen Indizes. Mithin:
Bleiben Sie sämtlichen Titeln dieser Art fern, solange nicht eine einwandfreie Markttechnik das Gegenteil signalisiert. GENERAL ELECTRIC ist dafür besonders typisch. Börsenwert immerhin 224 Mrd $ für einen Umsatz von 131 Mrd $ als "Mischkonzern". Damit ist GE noch nicht einmal mit MICROSOFT oder den anderen vergleichbar. Bei MICROSOFT ist der Börsenwert von 251 Mrd $ für Umsatz von 36 Mrd $ trotz 38 Mrd $ Barreserve auch nicht gerade eine preiswerte Einschätzung. Kurs unter 40 $ wäre richtiger.
Mein Vorschlag: Es gibt Besseres und Interessanteres. Dazu zählen auch die mittleren Technologietitel, die eine weitaus größere "Entwertung" hinter sich haben als die Großen. Ferner:
Ziehen Sie sich weiterhin aus den defensiven Titeln zurück. Sie waren eine gute Gelegenheit, über die Börsenbaisse hinwegzukommen, also COCA-COLA (KO.NYS), PROCTER & GAMBLE (PG.NYS), COLGATE PALMOLIVE (CL.NYS) und sogar ALTRIA (MO.NYS) (früher PHILIP MORRIS) trotz der jüngsten Einbußen im Zusammenhang mit Tabakklagen und der Gewinnwarnung. In allen Titeln dürften Sie m. E. noch immer gut im Plus stehen. Sogar EASTMAN KODAK (EK.NYS) und GILLETTE (G.NYS) gehören dazu. Alle werden in einer positiven Tendenz sicherlich nicht auf der Stelle treten, aber deutlich weniger zulegen als andere. INTERN. PAPER (IP.NYS) und DUPONT (DPMI.NAS) sind in gleicher Weise betroffen.
Resümee für Sie: Stellen Sie sich auf eine zweijährige Erholungsphase am amerikanischen Aktienmarkt ein. Dafür die Favoriten zu finden, ist jetzt das Thema auf der Basis tiefster Kurse.
Eines vorweg: Verzichten Sie vorerst auf die Spezialitäten. Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Unternehmen mit weniger als 500 Mio $ Umsatz betrachte ich in der Technologie als kritische Papiere. Vor allem dann, wenn dazu eine relativ hohe Verschuldung gehört. Das hat zwei Gründe:
Weniger als 500 Mio $ Umsatz signalisieren keine feste Marktstellung. Dann genügt schon die eine oder andere Attacke der Konkurrenz, um die Position des Unternehmens empfindlich zu tangieren, was sofort zu Herabstufungen durch die Investmentadressen führt. Die Alternative liegt dann in der Übernahme durch einen Großen. Das ist jedoch schwer vorauszusagen.
Hohe Schulden sind noch riskanter. Das gilt sowohl für die kurzen wie langen Schulden. Liegt die Verschuldungsquote oberhalb von 30 % des Gesamtkapitals, werde ich vorsichtig. Hier reicht schon eine Abstufung durch eine Ratingagentur, um empfindliche Kursverluste zu initiieren. Das kommt wie aus heiterem Himmel.
Auch größere Unternehmen sind davon nicht frei. Jüngster Fall ist AGILENT TECH (A.NYS)-11,50 $). Diese Aktie war vor einer Woche einer der Hauptverlierer im Markt. Was ist der Grund?
Sind 20 % Kursverlust "angemessen"? AGILENT hat 22 - 26 Cents Verlust je Aktie statt bisher 15 Cents bekanntgegeben. Grund: "Wir sehen ein kollektives Zögern bei unseren Kunden, die große Investitionen zurückstellen", so AGILENT-Chef Ned Barnholt. In Zahlen: Per 31. Januar (Quartalsende) gibt es 1,4 Mrd $ Umsatz und damit 0,2 Mrd $ weniger als erwartet. Umsatz im Gesamtjahr nun 5,8 Mrd $ als Ziel gegenüber bisher 6,4 Mrd $. Gewinntaxe per 2004 bleibt aber nach Strukturmaßnahmen noch immer um 60 - 62 Cents je Aktie als Wahrscheinlichkeit. Schuldenanteil 25 % am Gesamtkapital. Börsenwert jetzt 4,62 Mrd $. Kann die Basis 10 $ halten?
10 $ sind vertretbar. Vor drei Jahren waren es 162 $ (!), was deutlich überzogen war. Erholung seit Oktober lief bis 20 $ oder 100 %. Jetzt beginnt der zweite Lauf. Mein Vorschlag: AGILENT ist als einer der Großen für Meßtechnik aller Art mit dieser Bewertung an der unteren Grenze angelangt. Jede Verbesserung der Auftragslage der Technologiekonzerne führt sofort zu entsprechenden Aufträgen für alles, was mit Meßtechnik in der Computerbranche zu tun hat. Einzige Bedingung: Wer bei 10 $ kauft, plaziert einen Stop Loss-Kurs bei 8,80 $.
Erneuter Hinweis: Keine Investments in den kleineren und mittleren Werten der Bio- und Gentechnologie. Ich registriere eine Reihe von "Analysen", die zur Zeit von einigen Brokern herausgegeben werden. Dabei handelt es sich um eine gute Investors-Relation-Arbeit, aber nicht mehr. Nur in den ganz großen Titeln mit eindeutiger Marktstellung läßt sich ein Engagement vertreten. Ich hatte lediglich auf eine einzige Aktie aufmerksam gemacht: GENENTECH (DNA.NYS) (als Tochter von ROCHE (851 311)) bei 32 $, zwischenzeitlich 37/38 $, aber nun erneut knapp unter 36 $. Selbst hier ist also die Wende noch nicht komplett.
In der Spekulation der Telekomausrüster trete ich vorerst kurz. Mir gingen die Kurserholungen seit Oktober etwas zu weit. Deshalb warte ich auf eine technische Konsolidierung, weise aber darauf hin:
Alle drei Großen, so LUCENT (LU.NYS), NORTEL (NT.NYS) und CORNING (GLW.NYS), haben die langfristige Wende absolviert. Sie gehören seit mehreren Wochen zu den umsatzstärksten Titeln im Markt. Folgen jetzt neue Beurteilungen durch einige Investmentadressen, ergäbe sich daraus ein neuer Anstoß. Andernfalls rechne ich mit Kurskorrekturen um 30 - 35 % gegenüber den Spitzenwerten der letzten Wochen. Wie man damit umgeht, hatte ich in der letzten AB am Beispiel LUCENT vorgerechnet, wobei alle Kurse zwischen 1,20 und 1,60 $ dafür zu akzeptieren sind. Sie bleiben die Leitlinie für Sie. Denn: Als erste unter den großen Technologiebranchen rechnen die Telekomausrüster nach einem Riesenverlust im letzten Jahr mit einem - wenn auch geringen Plus - im neuen Jahr. Ich hatte die entsprechende Grafik in der AB DAILY am Mittwoch gezeigt.
Zu meinen bisherigen Empfehlungen: Differenzieren Sie bitte sorgfältig zwischen Festnetz und Wireless. Sämtliche Empfehlungen für Festnetz sind zurückgezogen. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Wireless. Der Grund liegt in der noch offenen Entscheidung der amerikanischen Aufsichtsbehörde für die Telekom-Konzerne. Erst danach kann im einzelnen beurteilt werden, wer davon wie tangiert ist. HEWLETT-PACKARD (HWP.NYS) hat die technische Korrektur auf den Anstieg von 11 bis 21,50 $ mit Rückfall auf 16 $ bereits absolviert. AOL TIME WARNER (AOL.NYS) stabilisiert sich oberhalb von 10 $, wie erwartet.
An den EURO-BÖRSEN ...
... sind die Schnäppchenjäger bereits unterwegs. Was billig ist, zieht nicht nur Investoren, sondern nun auch die Strategen der großen Konzerne an. ZÜRICH liefert einen interessanten Beleg:
ROCHE bietet ein Aufgeld von 55 % auf den Börsenkurs von DISETRONIC (901 303). Letztere ist ein Medizintechnik-Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 300 Mio CHF (Insulinpumpen/Blutzuckermeßgeräte). Der Spitzenkurs von DISETRONIC lag vor drei Jahren bei über 1.780 CHF, das Tief im letzten Herbst bei 406 CHF. Der aktuelle Wert der Übernahme liegt bei 1,6 Mrd CHF und damit in der Gegend um 500 % des Zielumsatzes dieses Jahres. DISETRONIC veröffentlichte kürzlich eine Gewinn-Perspektive von 60 Mio CHF oder 31 CHF je Aktie, was ein KGV von 17 bedeutete. Mit dem Übernahmeangebot bewegt sich das KGV um 20/21. Das ist eine Meßlatte. Wer ist der Nächste? Ich schließe eine derartige Überlegung bei PHONAK (893 484) (Hörtechnik) nicht aus. 10 CHF sind ein interessanter Ansatz, sowohl für einen Amerikaner als auch einen Europäer. PHONAK ist einer der Großen in diesem Spezialgebiet, aber wahrscheinlich zu klein, um allein die Marktstellung zu halten. Aktueller Börsenwert 750 Mio CHF für einen Umsatz von 350 Mio CHF.
Sonderthema: Rand-Zeros!
Mit keinem Zins-Portfolio kamen Sie so sicher über die Börsenkrise der letzten zwei Jahre wie mit Rand-Zeros. Sie erinnern sich sicherlich meiner früheren Empfehlungen und zwischenzeitlichen Kommentierungen. Ich hatte dieses Spezialgebiet stets mit dem "Zürcher Finanzbrief" zusammen bearbeitet. Die aktuelle Zwischenbilanz ist beeindruckend. Knapp 70 % Kursgewinn allein in 14 Monaten. Das ist das Portfolio:
Rand-Zero-Portfolio Dezember 2001 START Communications AG, CH-8700 Küsnacht ZH
ZF Nr. 25/01 vom 18.12.01
Nominal Währung Titel WKN Valor Kaufkurs Kurs aktuell Wert aktuell
Euro
524.286 500.000 Rand 0 % Europarat 31.12.10 (230 808) 870294 31,50% 45,55% 25.313
469.844 500.000 Rand 0 % Nordic Inv. Bank 31.12.10 231146 884231 35,15% 45,55% 25.313
465.999 500.000 Rand 0 % Südwest LB 31.12.10 231135 884037 35,44% 45,71% 25.402
623.208 600.000 Rand 0 % Weltbank 14.05.12 (191 470) 629312 26,50% 40,60% 27.075
103.103
1 Euro=ZAR9,00 Eigenkapital 60.800
Gewinn 42.303
Kaufspesen nicht berücksichtigt EK-Rendite 69,58%
Rand-Zeros sind und bleiben eine der interessantesten Portfoliostützen. Entweder als Alternative oder als Ergänzung zu einem Hochzins-Portfolio. Meine ersten Empfehlungen dieser Art datieren von 1987. Wie sich diese Portfolios trotz 50 %-Rand-Abwertung entwickelt haben, können Sie leicht nachrechnen. Das Ergebnis geht weit über 100 % und mehr hinaus. Der Schlüssel liegt natürlich im Zinseszinseffekt eines Zeros. Wer den Rand als schwache Währung regelmäßig abgesichert hat, erreichte weit über 300 %. Das ist natürlich eine Langfristkonzeption. Meine Anregung geht dahin: Beschäftigen Sie sich mit Südafrika eingehender. In diesem Zusammenhang weise ich auf den Südafrika-Spezialbrief aus meinem Hause hin. Oder aber Sie beschäftigen sich mit Zeros speziell, dann sollte der "Zürcher Finanzbrief" eine Pflichtlektüre sein. Er ist der einzige deutschsprachige Brief dieser Art, der sich mit diesen Spezialgebieten befaßt. Sie können ihn über FAX 0041 1 912 08 70 direkt verlangen. Daß es sich lohnt, zeigen alle Portfolios der letzten Jahre, gleichgültig wann auch immer sie aufgelegt wurden. Man kann also eine Aktienbaisse auch dadurch besser überstehen, wenn man über ein solides zweites oder drittes Bein verfügt. Das lege ich Ihnen unverändert nahe. Denn: Zeros haben noch Laufzeiten von mehr als 20 Jahren und einen Renditesockel von zur Zeit 11 %. Eine bessere "Vorsorge" können Sie gar nicht finden. Doch dazu bedarf es einiger Details, die Sie wiederum in dem genannten Brief finden. Auf den Punkt gebracht: Während alle Aktionäre in den vergangenen 15 Monaten rund 50 % in Aktien verloren haben, schafften die Zero-Bonds den gleichen Prozentsatz im Gewinn. Ist das ein zweites Bein? Machen Sie sich darüber bitte ernsthafte Gedanken. Denn:
Die eine Hälfte des Lebens ist Glück, die andere ist Disziplin - und die ist entscheidend, denn ohne Disziplin könnte man mit seinem Glück nichts anfangen (Carl Zuckmayer).
Gruß Pichel ![]()