T-Online verlangt jetzt Geld für Inhalte
Neue Bezahl-Angebote im Internet sollen Umsatzstruktur der Telekom-Tochter verbessern
Stuttgart/Darmstadt - "Werner und die Rache des Igels" heißt das Internet-Spiel, mit dem T-Online seine Kunden erstmals über die reinen Verbindungsgebühren hinaus zur Kasse bitten will. Die Darmstädter Telekom-Tochter ist damit der erste Onlinedienst im deutschsprachigen Raum, der seine kostenlosen Angebote mit kostenpflichtigen Inhalten ergänzt. Neben dem Bereich Unterhaltung können zahlungswillige Abonnenten von T-Online ab sofort auch Inhalte aus den Feldern Wirtschaft, Sport und Wellness anklicken.
Aus technischen Gründen können nur T-Online-Abonnenten die neuen Dienste nutzen. Die Abrechnung erfolgt über die monatliche Telefonrechnung der Telekom, bei der die einzelnen Posten aufgelistet sind. Die Angebote von T-Online, die in Kooperation mit externen Partnern entwickelt worden sind, kosten zwischen 0,50 und 4,50 Euro. An der oberen Preisgrenze befinden sich vor allem die Einzelausgaben der Unternehmerinformation "Fuchsbrief" und des "Platow Finanzbrief", die auch im Monatsabo erhältlich sind. Am unteren Ende der Skala liegt das "Bundesliga-Sammelalbum", das ausführliche Informationen zu jedem Spieltag bieten soll. Im preislichen Mittelfeld: Fitnessvideos, mit denen der T-Online- Kunde Leibesübungen vor dem PC-Monitor vornehmen kann.
T-Online-Sprecher Michael Schlechtriem sagte gegenüber der WELT, dass "wir kein Preisschild auf bisher kostenlose Angebote geklebt haben und dies in Zukunft auch nicht tun werden". Dies gilt allerdings nicht für einige Serviceleistungen wie zum Beispiel Kurzmitteilungen: SMS kosten seit Jahresbeginn 0,19 Euro. T- Online begründet dies mit gestiegenen Übertragungskosten der Mobilfunk-Netzbetreiber.
Die Einführung kostenpflichtiger Inhalte ist ein Schritt, den der Chef des europäischen Marktführers, Thomas Holtrop, bereits vor längerer Zeit als zentrale Komponente der neuen Unternehmensstrategie angekündigt hat. Das defizitäre Unternehmen will bis zum Jahr 2004 mindestens 30 Prozent seiner Umsätze mit dem Portalgeschäft - also Werbung und kostenpflichtigen Inhalten - erwirtschaften und so innerhalb der nächsten zwei Jahre in die Gewinnzone vorstoßen. Der Portalumsatz macht derzeit 13 Prozent der Gesamterlöse aus, deren Hauptteil immer noch aus dem Zugangsgeschäft kommt. Harald A. Summa, Geschäftsführer des Verbands Electronic Commerce Forum (Eco), sagte, das Vorpreschen von T-Online werde "die ganze Internet-Szene verändern." Andere Internet- Zugangsdienste würden über kurz oder lang nachfolgen.
T-Online-Sprecher Schlechtriem kündigte an, dass das Angebot kostenpflichtiger Inhalte, die über die verschiedenen Bereiche verstreut sind, "nach und nach" ausgebaut werde. Ursprünglich war für den Januar die Markteinführung von "T-Online-Vision" geplant, einem Extraportal, das bewegte Bilder wie Konzertmitschnitte, Kurzfilme und Online-Spiele im Programm hat. T-Online-Vision, für das der Nutzer einen breitbandigen DSL- Anschluss benötigt, wird offenbar bei der Technologiemesse Cebit Mitte März präsentiert.
Die Anleger zeigten sich unbeeindruckt. Das T-Online-Papier verlor bis zum frühen Mittwoch Nachmittag in einem ohnehin nachgebenden Neuen Markt 2,3 Prozent und pendelte um einen Wert von 11,92 Euro.
Neue Bezahl-Angebote im Internet sollen Umsatzstruktur der Telekom-Tochter verbessern
Stuttgart/Darmstadt - "Werner und die Rache des Igels" heißt das Internet-Spiel, mit dem T-Online seine Kunden erstmals über die reinen Verbindungsgebühren hinaus zur Kasse bitten will. Die Darmstädter Telekom-Tochter ist damit der erste Onlinedienst im deutschsprachigen Raum, der seine kostenlosen Angebote mit kostenpflichtigen Inhalten ergänzt. Neben dem Bereich Unterhaltung können zahlungswillige Abonnenten von T-Online ab sofort auch Inhalte aus den Feldern Wirtschaft, Sport und Wellness anklicken.
Aus technischen Gründen können nur T-Online-Abonnenten die neuen Dienste nutzen. Die Abrechnung erfolgt über die monatliche Telefonrechnung der Telekom, bei der die einzelnen Posten aufgelistet sind. Die Angebote von T-Online, die in Kooperation mit externen Partnern entwickelt worden sind, kosten zwischen 0,50 und 4,50 Euro. An der oberen Preisgrenze befinden sich vor allem die Einzelausgaben der Unternehmerinformation "Fuchsbrief" und des "Platow Finanzbrief", die auch im Monatsabo erhältlich sind. Am unteren Ende der Skala liegt das "Bundesliga-Sammelalbum", das ausführliche Informationen zu jedem Spieltag bieten soll. Im preislichen Mittelfeld: Fitnessvideos, mit denen der T-Online- Kunde Leibesübungen vor dem PC-Monitor vornehmen kann.
T-Online-Sprecher Michael Schlechtriem sagte gegenüber der WELT, dass "wir kein Preisschild auf bisher kostenlose Angebote geklebt haben und dies in Zukunft auch nicht tun werden". Dies gilt allerdings nicht für einige Serviceleistungen wie zum Beispiel Kurzmitteilungen: SMS kosten seit Jahresbeginn 0,19 Euro. T- Online begründet dies mit gestiegenen Übertragungskosten der Mobilfunk-Netzbetreiber.
Die Einführung kostenpflichtiger Inhalte ist ein Schritt, den der Chef des europäischen Marktführers, Thomas Holtrop, bereits vor längerer Zeit als zentrale Komponente der neuen Unternehmensstrategie angekündigt hat. Das defizitäre Unternehmen will bis zum Jahr 2004 mindestens 30 Prozent seiner Umsätze mit dem Portalgeschäft - also Werbung und kostenpflichtigen Inhalten - erwirtschaften und so innerhalb der nächsten zwei Jahre in die Gewinnzone vorstoßen. Der Portalumsatz macht derzeit 13 Prozent der Gesamterlöse aus, deren Hauptteil immer noch aus dem Zugangsgeschäft kommt. Harald A. Summa, Geschäftsführer des Verbands Electronic Commerce Forum (Eco), sagte, das Vorpreschen von T-Online werde "die ganze Internet-Szene verändern." Andere Internet- Zugangsdienste würden über kurz oder lang nachfolgen.
T-Online-Sprecher Schlechtriem kündigte an, dass das Angebot kostenpflichtiger Inhalte, die über die verschiedenen Bereiche verstreut sind, "nach und nach" ausgebaut werde. Ursprünglich war für den Januar die Markteinführung von "T-Online-Vision" geplant, einem Extraportal, das bewegte Bilder wie Konzertmitschnitte, Kurzfilme und Online-Spiele im Programm hat. T-Online-Vision, für das der Nutzer einen breitbandigen DSL- Anschluss benötigt, wird offenbar bei der Technologiemesse Cebit Mitte März präsentiert.
Die Anleger zeigten sich unbeeindruckt. Das T-Online-Papier verlor bis zum frühen Mittwoch Nachmittag in einem ohnehin nachgebenden Neuen Markt 2,3 Prozent und pendelte um einen Wert von 11,92 Euro.
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