DRAM-Markt: "Es bleiben nur vier Große übrig"


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MJJK:

DRAM-Markt: "Es bleiben nur vier Große übrig"

 
30.10.01 18:35
DRAM-Markt: "Es bleiben nur vier Große übrig"
 
Dataquest korrigiert Prognose nach unten - Auch 2002 keine Erholung
 
Die Marktforscher von Dataquest sehen weiterhin keine Erholung der Krise auf dem Markt für DRAM’s, die in Hauptspeichern von PCs, Servern und Telekommunikationsgeräten eingesetzt werden. Im Gegenteil: Waren sie noch im Juli der Meinung, der Weltmarkt ginge im laufenden Jahr um 55 Prozent auf 14 Mrd. Dollar zurück , sagen sie jetzt eine Schrumpfung um 67 Prozent auf 10,5 Mrd. Dollar voraus. Das Jahr 2002 bringt auch keine Erholung: Der Markt soll um weitere 19 Prozent auf 8,5 Mrd. Dollar zurückgehen.

Das ist noch lange hin für die Anbieter solcher Produkte, die bereits seit geraumer Zeit Geld verlieren. Die derzeit erzielbaren Spot-Preise decken vielleicht noch die variablen Kosten, nicht mehr. Sie sind im Vergleich zum Sommer 2000 um rund neun Zehntel abgestürzt.

Kommt es erst im vierten Quartal 2002 zur Trendwende, wie Dataquest meint, ist eine harte Marktbereinigung unausweichlich. Analyst Andrew Norwood glaubt, dass insgesamt nur vier von gegenwärtig sechs großen Anbietern überleben werden. Samsung werde sicher dazu gehören. Die Nummer eins wird in einer starken Position gesehen. Zusammen mit der Nummer vier, der deutschen Infineon ist der Marktführer aggressiv in den High-end-Bereich der 256-Megabit-Chips vorgedrungen. Das ist eines der Segmente des DRAM-Marktes, wo gegenwärtig am wenigsten Geld verloren wird.

Die südkoreanische Hynix ist bereits schwer angeschlagen. Investoren bewahren den drittgrößten DRAM-Anbieter teilweise mit verlorenen Zuschüssen vor dem Untergang in der vagen Aussicht, dass sich sein Geschäft im nächsten Jahr erhole. Norwood glaubt, Hynix könne der erste sein, der beim DRAM-Pokerspiel den Tisch verlassen muss.

Kleinere Anbieter, wie z.B. Toshiba, suchen ihr Heil, d.h. ihren weichen Ausstieg, in der Kooperation. Die Nummer sechs redet seit geraumer Zeit mit Infineon . Vor einiger Zeit haben schon NEC (Rang 5) und 3321;Hitachi (Rang 7) das DRAM-Jointventure namens Elpida Memory gegründet.

Auch der Ruf nach dem Staat wird laut. Japanische Anbieter unterstellen ihren namentlich nicht genannten südkoreanischen und taiwanesischen Rivalen Preis-Dumping. Dieselben Unternehmen drangen in den 80-er Jahren massiv in den amerikanischen DRAM-Markt ein, bevor die dortige Konkurrenz die US-Regierung zu Hilfe holte. Einstweilen drohen die Südkoreaner ihrerseits: „Wenn wir mit japanischen Strafzöllen bedacht werden, reagieren wir auf gleicher Ebene,“ heißt es. Und Hynix-Vertreter meinen lapidar, an den fallenden Preisen sei der Abschwung der Informationstechnologie schuld, nicht die koreanischen Anbieter.

Jetzt könnte sich die Geschichte auch in anderer Hinsicht wiederholen: Haben die Japaner zu jener Zeit den DRAM-Markt erobert und amerikanische Konkurrenten wie z.B. Texas Instruments in die Ecke stellen können, schicken sich jetzt Südkorea und Taiwan an, die Führung zu übernehmen.

Der nächste Wachwechsel auf dem DRAM-Weltmarkt könnte schon bald stattfinden. Zumindest bei den Standard-Varianten schickt sich China an, eine größere Rolle zu spielen. Analyst Norwood glaubt denn auch, „alle Anbieter wollen auf grünere Weiden.“ Zumindest die Produktion mittlerer bis niedriger Kapazitäten, sowie der älteren SDRAM-Typen sind für die großen Anbieter strategisch uninteressant. Hier könnte China einen leichten Einstieg finden.

Neben Samsung und Infineon zählt Norwood auch Elpida zu den wahrscheinlich Überlebenden. Andere sollten seiner Meinung nach entweder dem Beispiel von Fujitsu folgen und aussteigen oder mehr investieren, um konkurrenzfähig zu werden. Der vierte Überlebende steht auf Rang zwei: Es ist der letzte amerikanischen Anbieter Micron Tech.

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MJJK:

Infineon - gemeinsame Sache

 
02.11.01 09:36
Infineon - gemeinsame Sache

Der Halbleiterhersteller Infineon spricht nach eigenen Angaben mit mehreren Herstellern von Speicherchips über die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens. Mögliche Partner seien Toshiba sowie die taiwanischen Unternehmen Mosel Vitelic, Winbond und Nanya, sagte der Vorstandsvorsitzende von Infineon, Ulrich Schumacher, der Financial Times Deutschland (Donnerstagsausgabe). Die Zusammenführung der Speicherchip-Sparten könne in einem oder mehreren Schritten erfolgen.

Schumacher will die Gespräche bis Ende des Jahres abschließen. "Knackpunkt der Verhandlungen mit Toshiba sind mögliche Restrukturierungsaufwendungen", sagte er. In der Branche heißt es, die Sanierung der DRAM-Sparte von Toshiba könne rund 500 Millionen Dollar kosten. Infineon wolle sich daran nicht beteiligen: "Bei allem, was wir machen, wird es nichts geben, was unsere Cash- und Liquiditäts-Situation verschlechtert", sagte Schumacher.

Sollten die Gespräche keinen Erfolg haben, werde Infineon auf den Ausstieg anderer Anbieter warten. Der Infineon-Chef hofft dabei auf politische Schützenhilfe. Die beiden südkoreanischen Konzerne Hynix und Samsung stellen derzeit eine "künstliche Situation" her, sagte er. Samsung betreibe Preis-Dumping, und die südkoreanische Regierung bewahre mit Subventionen Hynix vor dem Konkurs. Die EU, USA und auch Japan hätten deswegen bereits rechtliche Schritte eingeleitet. "Ich hoffe, dass da jetzt politischer Druck entsteht", sagte Schumacher.

Unterdessen haben die drei möglichen Partner Mosel Vitelic, Winbond und Nanya die Aussagen des Zeitungsberichts heruntergespielt. Thomas Chang, Vizepräsident von Mosel Vitelic, sagte, es gebe keine formalen Verhandlungen. Bisher sei es lediglich zu einem Austausch von Positionen gekommen. Ein Nanya-Sprecher kommentierte den den Bericht mit den Worten, sein Unternehmen habe nicht die Absicht zu fusionieren.  
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