Doppelte Hiobsbotschaft erschüttert die Börsen


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Parocorp:

Doppelte Hiobsbotschaft erschüttert die Börsen

 
13.02.04 17:19
Doppelte Hiobsbotschaft erschüttert die Börsen

Die US-Bürger leben nicht nur weit, sondern bedrohlich weit über ihre Verhältnisse: In der Handelsbilanz klaffte im Dezember ein Riesenloch von 42,5 Milliarden Dollar. Zugleich bricht das Verbrauchervertrauen unerwartet ein. Der Dax rutscht steil ab.

New York - Mit Hilfe des schwachen Dollar wollen die US-Amerikaner ihr bedrohliches Defizit in der Handelsbilanz eigentlich verkleinern. Selbst US-Notenbankchef Alan Greenspan hat vor dem US-Kongress bestätigt, dass eine nicht zu starke eigene Währung der US-Ökonomie derzeit helfe. Angesichts der anhaltenden Dollar-Schwäche waren Beobachter davon ausgegangen, dass das Defizit in der amerikanischen Leistungsbilanz im Januar knapp unter 40 Milliarden Dollar bleiben wird.
Nichts dergleichen: Die USA führen immer noch weit mehr Waren und Dienstleistungen ein, als sie selber im Ausland verkaufen. Das US-Handelsbilanzdefizit habe im Dezember mit 42,5 Milliarden Dollar den zweithöchsten Wert erreicht, der je erfasst wurde, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit.


Zweitgrößtes Defizit der US-Geschichte

Im Dezember seien die Exporte um 200 Millionen Dollar oder 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf 90,4 Milliarden Dollar gefallen. Die Importe stiegen hingegen laut Ministerium um 3,0 Prozent auf den Rekordwert von 132,8 Milliarden Dollar.

Im Gesamtjahr 2003 sei ein Rekorddefizit in der US-Handelsbilanz von 489,4 Milliarden Dollar verzeichnet worden, hieß es weiter in der Mitteilung. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Zuwachs von 17,1 Prozent.

Unerwarteter Dämpfer von den Konsumenten

Wenig ermutigende Nachrichten hatte auch die Universität Michigan parat. Das von ihr errechnete und am Aktienmarkt viel beachtete Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes ist im Februar nach vorläufigen Berechnungen überraschend eingebrochen. Der entsprechende Index der Universität sank im laufenden Monat auf 93,1 (Januar 103,8) Punkte, wie am Freitag aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Von Reuters befragte Volkswirte hatten demgegenüber im Schnitt mit einem nur leichten Rückgang auf 103,3 Zähler gerechnet.

Nachbeben an der Börse

Der Verbrauchervertrauens-Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Den Angaben aus Finanzkreisen zufolge rutschte der Index der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate auf 88,4 (Januar 100,1) Zähler ab. Bei den gegenwärtigen Bedingungen ergab sich ein Rückgang auf 100,4 (109,5) Punkte.

Der Dax drehte nach diesem Bombardement schlechter Nachrichten nus und fiel deutlich unter die Marke von 4100 Zählern. Im späten Handel notierte der deutsche Leitindex auf 4078 Zählern, ein Minus von 1,1 Prozent. In den USA pendelten Dow Jones und Nasdaq Composite um die Vortagesschlusslinie.

Der Euro kletterte umso rasanter und notierte zwischenzeitlich nur knapp unter der Marke von 1,29 Dollar. Mitte Januar hatte die Gemeinschaftswährung einen Höchststand von 1,2895 Dollar erreicht. Händler am Devisenmarkt gehen davon aus, dass der Euro in Kürze die Marke von 1,30 US-Dollar testen wird.






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lehna:

Börsen wurden erschüttert??

 
14.02.04 01:09
Ähem...
Also ich seh hier noch kein Nachbeben..        Doppelte Hiobsbotschaft erschüttert die Börsen 1382335
     
Antworten
jgfreeman:

bin ich blind?

 
14.02.04 01:16
Doppelte Hiobsbotschaft erschüttert die Börsen 1382338

noch (!) kein erdbeben...

;-)
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positiver:

fein, da wird der Benzinpreis ordentlich sinken

 
14.02.04 01:29
oder sind die Steuern schon wieder erhöht ?
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Müder Joe:

Also, so schlecht kanns der US-Wirtschaft nicht

 
14.02.04 02:06
gehen, denn:

Ich habe etwas Wunderbares erlebt, etwas, womit ich nie gerechnet hätte. Es ist nämlich so: ich arbeite derzeit als Aushilfsfahrer bei UPS und da ist es passiert, ich habe es live gesehen. Das Päckchen. Ich bin Zeuge, ich habe es gesehen. Die Firma TYCO hat ein Päckchen mit einer LCD-Anzeige an eine deutsche Firma EXPORTIERT.

Kein Witz, ich habe es persönlich übergeben.

Also, so schlecht kann es mit dem Export nicht stehen, weil mir das seit einem Jahr nicht passiert ist.

Außerdem wird Robbie Williams 30 und es gibt auch noch Prioritäten.
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bogard:

Vor kurzem meldet die Wirtschaft

 
14.02.04 08:26
noch super Wachstumsraten und jetzt plötzlich schwindet das Verbrauchervertrauen. Schon komisch. Ein günstiger Dollar bleibt Wachstumsfaktor Nummer 1 für die USA. Anscheinend ist der Dollar aber noch nicht günstig genug.
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permanent:

In Gesprächen mit Amerikanern kann man immer

 
14.02.04 11:03
wieder heraushören wie schwer es nach wie vor ist einen guten Job zu finden. Der Arbeitsmarkt ist flexibel (im Vergleich zu unserem) wer seinen Job verliert findet schnell einen neuen. Leider nicht zu den gleichen Konditionen. Das drückt schon auf die Stimmung. Außerdem können die Zinsen nicht weiter sinken und damit ist Schluss mit der Hausrefinanzierung somit lässt sich kein zusätzliches Geld mehr beschaffen. Da dieses Geld in den Kosum geflossen ist werden die Finanzierungsspielräume für die Privathaushalte geringer.
Dumm für uns, dass wir so stark am Export hängen.
Reformen sind dann wohl doch der einzig richtige Weg.

Gruss
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ecki:

Niedriger Dollar hilft nicht der Handelsbilanz!

 
14.02.04 11:17
Bisher jedenfalls.

Klar gibt es jetzt einige US-Produkte, die es leichter im Export haben, aber es gibt auch unzählige Produkte, die die USA im Ausland kaufen müssen, mit ihrem schlechten Dollar, und nicht nur das ÖL!

Z.B. gibt es so gut wie keine Textilproduzenten mehr, aber auch andere Güter des täglichen Bedarfs müssen mit dem schlechten Dollar bezahlt werden und treiben die hohen Importe nach oben. Das wird noch eine ganze weile brauchen, bis das wieder kippt. Eher muss sich USA im EInkauf zurückhalten, um das wieder ins Lot zu bringen, als dass sie schnell die Welt mit ihren Produkten überschwemmen.

Schaut auch die Import-Zahlen nochmal an. Und die Preisentwicklung.

Grüße
ecki  
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