Discount-Zertifikate sind das Produkt der Stunde

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Discount-Zertifikate sind das Produkt der Stunde Arbeiter

Discount-Zertifikate sind das Produkt der Stunde

 
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Discount-Zertifikate

Kaum ein Anlageprodukt scheint in der momentanen Börsenlage so geeignet, wie die sogenannten Discount- Zertifikate. Deren besonderer Charme liegt darin, dass mit ihnen auf eine mittelfristige Erholung der Aktienkurse gesetzt werden kann - sie aber gleichzeitig einen Sicherheitspuffer gegen weitere Rückschläge beinhalten. Möglich wird dies durch die besondere Ausgestaltung des Produktes, dass die Aktienanlage mit einem Terminmarkt-Engagement - und zwar dem Verkauf einer Call-Option - kombiniert. Der Verkaufserlös für diese Option sorgt dafür, dass die jeweilige Aktie über das Zertifikat mit einem deutlichen Abschlag gegenüber dem aktuellen Börsenkurs erworben werden kann.


Hohe Volatilität macht die Papiere besonders reizvoll

Was ohnehin vielen längst als die bessere Alternative zum Direktkauf gilt, erhält durch die starken Marktschwankungen der vergangenen Tage und Wochen einen zusätzlichen Reiz. Die extremen Kursausschläge an den Aktienmärkten haben nämlich zu einem sprunghaften Anstieg der Volatilität geführt und damit den Wert von Optionen kräftig in die Höhe getrieben, da die Volatilität - also die erwartete künftige Marktschwankung - eine der entscheidenden Preiskomponenten bei Optionen darstellt. Dies wirkt sich für den Käufer eines Discount-Zertifikates positiv aus, da er ja indirekt als Verkäufer einer Option auftritt und damit bei den momentan hohen Optionspreisen besonders hohe Abschläge für seinen Aktienkauf einstreichen kann.

So kosten Discount-Zertifikate auf den Dax mit Laufzeit bis September 2003 und Basispreis 3 500 derzeit rund 30 Euro, während für den Dax (etwa über ein Indexzertifikat) an der Börse knapp 35,80 Euro (Dax-Stand: 3 580) bezahlt werden müssen. Das entspricht einem Abschlag von knapp 20 Prozent. Diese Differenz entspricht dem Sicherheitspuffer des Zertifikats-Käufers gegenüber dem Aktionär. Sollte der Dax im September des kommenden Jahres bei 3 000 Punkten notieren, bekäme der Besitzer des Discount-Zertifikates ein Dax-Index-Zertifikat übertragen, hätte aber - im Gegensatz zum Direktanleger im Dax - bis dahin noch keinen Verlust erlitten, da er ja zu rund 30 Euro eingestiegen war. Am besten fährt der Discount-Käufer allerdings wenn der Dax im September 2003 oberhalb von 3 500 schließt. Dann streicht er die maximale Rückzahlung von 35 Euro ein und erzielt folglich eine Rendite von rund 20 Prozent, während sich der Direktanleger unter Umständen noch immer im Minusbereich bewegt.

Nur bei sehr starken Kursanstiegen
fährt der Discount-Anleger schlechter

Schlechter als der Direktanleger fährt der Discount-Käufer im Grunde nur dann, wenn der Dax eine sehr starke Aufwärtsbewegung vollzieht, die über die ?maximale Rendite? des Discount-Zertifikates hinausgeht. In dem dargestellten Beispiel wäre dies ab einem Dax-Stand von mehr als 4 300 Punkten der Fall. Dies folgt daraus, dass bei Discount-Zertifikaten als ?Gegenleistung? für das ermäßigte Einstiegsniveau ab einem bestimmten Höchstbetrag auf eine weitere Partizipation an den Kursgewinnen verzichtet wird. Diese Begrenzungsschwelle wird durch den Basiswert (auch als "Cap-Level" bezeichnet) definiert und hängt von der indirekten verkauften Call-Option ab. Die nämlich führt dazu, dass er den Basiswert (hier den Dax) zum Preis von 35 Euro abliefern muss.


Einzelwerte bieten noch höhere Abschläge

Was beim Dax möglich ist, das funktioniert auch bei den meisten Aktien, wobei in vielen Fällen sogar noch sehr viel höhere Kursabschläge zu bekommen sind. Das gilt insbesondere für die TMT-Werte aus der Dax-Familie. Bei Discount-Zertifikaten auf die Deutsche Telekom sind derzeit Abschläge von bis zu 50 Prozent zu erzielen. Das gilt etwa für Papiere mit Laufzeit bis Dezember 2003 und Basiswerten von 10 Euro. Diese wurden zuletzt bei einem T-Kurs von 11,90 Euro zu rund 7,80 Euro angeboten. Daraus folgt, dass der Käufer eines solchen Discount-Papieres am Ende der Laufzeit selbst dann noch eine Rendite von 28 Prozent erzielt, wenn die T-Aktie um weitere 16 Prozent einbricht und sich wieder leicht oberhalb von 10 Euro einpendelt.

Bei T-Discountern mit Basis-Level von 12 Euro und Laufzeit bis September kommenden Jahres ergibt sich ausgehend vom aktuellen Preisniveau um 8,90 Euro eine maximale Rendite von rund 34 Prozent, die erreicht wird, wenn sich die Telekom auf dem aktuellen Niveau behaupten und noch ein paar Cent zulegen kann. Anzumerken ist dabei, dass entsprechende Kursgewinne Gewinne bei Discount-Zertifikaten nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei bleiben.
multexinvestor


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