Sie lesen eine Meldung vom 07.09.2000
zu Lambda Physik AG:
WirtschaftsWoche Analyse: Lambda Pysik AG
Lambda Physik. Mehr als 5000 Löcher in ein zehn Zentimeter langes
Haar bohren, ohne dass es zerfällt – in solchen Dimensionen arbeitet
die Lasertechnik von Lambda Physik. Das Göttinger Unternehmen ist
Spezialist für Laser im UV-Bereich: Ultraviolette Strahlen sind dank ihrer
kurzen Wellenlänge besonders für Produktionsanlagen im
mikroskopisch kleinen Bereichen geeignet.
Die Geräte werden etwa zu je einem Drittel eingesetzt für die Herstellung
immer kleinerer Chips in der Halbleiterindustrie, in der Fertigung von
Flachbildschirmen oder Tintenstrahldruckern und für
medizinisch-wissenschaftliche Aufgaben, zum Beispiel bei der
Behandlung von Kurzsichtigkeit.
An den Neuen Markt geht das 1971 von zwei Wissenschaftlern der
Max-Planck-Gesellschaft gegründete Unternehmen, um vor allem massiv
in die Belieferung der Halbleiterindustrie investieren zu können. „Das ist
das Segment mit den höchsten Wachstumsraten“, sagt Gründer und
Vorstandschef Dirk Basting. Hintergrund: Die Strukturen auf den Chips
müssen mit steigender Leistungsfähigkeit immer kleiner werden. „Alle
Chiphersteller, die moderne Strukturen bieten wollen, sind auf
Excimer-Laser angewiesen. Ohne Laser kein Fortschritt bei den Chips“,
sagt der promovierte Chemiker Basting. Diese für Präzisionsfertigung
entwickelten Excimer-Laser erzeugen den Lichtstrahl mit einer Mischung
aus Gasen. Lambda hat hier dem größten Konkurrenten und Marktführer
Cymer in den vergangenen drei Jahren 15 Prozent seines Marktanteils
abgenommen.
Lambda schreibt seit Jahren schwarze Zahlen. Im Geschäftsjahr
1999/2000 (30. September) wird das Unternehmen bei einem
voraussichtlichen Umsatz von 95 Millionen Euro einen Gewinn nach
Steuern von fünf Millionen Euro erzielen. In den Folgejahren sollen die
Erlöse im Schnitt um 30 Prozent wachsen, beim Gewinn erwarten
Analysten sogar mehr als eine Verdoppelung.
Eine Stärke des Unternehmens sieht Basting in der Diversifizierung: Der
Umsatz ist auf drei Geschäftsbereiche und drei Regionen – Europa, USA,
Asien – verteilt. Allerdings machen die fünf größten Kunden etwa die
Hälfte des Umsatzes aus. Wichtigster Abnehmer ist ASML, ein Hersteller
von Maschinen für die Chipfertigung. Weitere wichtige Kunden sind
Japan Steel Works, Canon, Carl Zeiss, Lexmark und Nikon.
Lambda sieht sich als Technologieführer und investiert 15 Prozent
seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Erfolg der
Laser-Aktie dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Göttinger
technologisch die Nase vorn behalten. Da das Unternehmen bereits jetzt
an einem Laser forscht, der die voraussichtlich in zehn Jahren benötigten
Chips fertigen kann, sind die Chancen dafür gut.
Mit schönem Dank an die Wirtschaftswoche
Näheres zum Börsengang wird auf der morgigen Pressekonferenz bekantgegeben.
Gruß Dampf