Die Stunde der Spekulanten


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Nassie:

Die Stunde der Spekulanten

 
26.01.03 13:14

Die Wirtschaft folgt bisweilen einer zynischen Logik. Die Konjunktur hellt sich nur auf, wenn der Ölpreis wieder deutlich unter die 30-Dollar-Marke fällt. Und das passiert wohl erst, wenn im Irak die Kanonen donnern.

Das Produzenten-Kartell Opec jedenfalls erklärte sich am Wochenende erst einmal für machtlos, die Preisspirale in den Griff zu bekommen. Die Förderquoten sind bereits am oberen Ende. Die Produktion noch weiter zu erhöhen, würde nichts bringen, denn einzig und allein die Kriegsangst treibt den Preis. Erst wenn die Ölfelder des Südirak unbeschadet in der Hand der Amerikaner sind und sich herausstellt, dass der Krieg keinen Flächenbrand in der arabischen Welt auslöst, wird der Fasspreis wieder auf ein vernünftiges Maß zwischen 20 und 25 Dollar zurückfallen. Der Glaube, dass sich ein Krieg noch verhindern ließe, ist in der Ölbranche offenbar kaum verbreitet. Und deshalb schlägt an den Rohölmärkten jetzt die Stunde der Spekulanten.

Ausbaden müssen es die Unternehmen, die zur Zeit ohnehin schon gegen Reformstau, Konjunktur-Pessimismus und Kaufzurückhaltung anwirtschaften müssen. Die unsicheren Aussichten wirken wie eine zusätzliche Wachstumsbremse. Gleitet den Kriegsparteien die Situation aus der Hand, kann der Rohölpreis sogar leicht auf über 40 Dollar klettern. Der Verbraucher spürt die Auswirkungen zuerst an der Zapfsäule: Zieht sich der Krieg hin, werden die Spritpreise auf über 1,20 Euro pro Liter katapultiert.

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