23 Ingenieure untersuchen im Auftrag der US-Regierung, warum das World Trade Center dem Flugzeug-Aufprall nicht standhielt, wo das Gebäude zuerst nachgab. Sie sehen Videos vom Einsturz, zeichnen Kreidestriche in den Schutt, haben aber noch keine Lösung. Wichtige Hinweise könnte die Antenne auf dem WTC-Dach geben.
New York - Wieder und wieder betrachten sie Videos aus allen erdenklichen Perspektiven: Schon Hunderte Male haben die Ingenieure das WTC zusammenbrechen sehen.
Klar ist für die Experten, dass kein Wolkenkratzer den Aufprall der Passagier-Jets ausgehalten hätte. Dennoch untersuchen sie, wo und wann genau die brennenden Zwillingstürme nachgaben - und rund 3.000 Menschen mit in die Tiefe rissen und unter sich begruben.
Der Neigungswinkel als Indiz
Die 23 Mitglieder des Teams kamen in dieser Woche zum zweiten Mal nicht öffentlich zusammen, um ihre bisherigen Erkenntnisse zu besprechen. Sie interessieren sich besonders für Aufnahmen des Nordturms und dessen Antenne, exakt um 10.29 Ortszeit - dem Augenblick des Zusammenbruchs, beinahe eine Stunde und 45 Minuten nach dem Einschlag von Flug American Airlines 11.
"Sie schauen, wie vertikal die Antenne blieb", erklärte Larry Roth, Direktor der Ingenieurs-Gesellschaft. Das könne Hinweise darauf geben, wie der Kollaps begann." Die Neigung der Antenne könnte anzeigen, wo das Gebäude zuerst nachgab.
Wohin stürzten die Säulen?
So wollen die Wissenschaftler die These beweisen oder widerlegen, dass die inneren Säulen des WTC zuerst zusammenbrachen - und dann Stockwerk für Stockwerk mit sich rissen. Nach einer zweiten Theorie knickten die äußeren Säulen nach innen ein und ließen die vom Feuer geschwächten Stützbalken einstürzen.
"Ich weiß, dass sie (die Ingenieure) daran interessiert sind zu sehen, in welche Richtung die äußeren Säulen gingen", erklärte der Direktor des Instituts für Bauingenieurwesen der Gesellschaft, John Durrant.
Codes auf dem Schrottplatz
Bislang konzentriert sich das Team auf die baulichen Faktoren des Einsturzes. Die Ingenieure untersuchen dabei auch die Gebäude, die in der direkten Umgebung des WTC beschädigt oder zerstört wurden. Darunter ist auch Komplex 7 des World Trade Centers; das Hochhaus mit 47 Stockwerken war um 17.25 Uhr Ortszeit eingebrochen, nachdem es zuvor stundenlang gebrannt hatte. Gebäude 7 wurde von den Flugzeugen nicht getroffen, aber trotzdem stürzte es ein", sagte Durrant. Dies habe die Ingenieure besonders überrascht, weil Gebäude normalerweise nicht wegen eines Feuers einbrechen.
Zusätzlich zur Auswertung der Videos inspizieren die Mitglieder des Teams regelmäßig den "Ground Zero" und den riesigen Schrottplatz, zu dem die geräumten Stahltrümmer gebracht werden. Dort suchen sie nach Kreidemarkierungen und aufgemalten Codes, die zeigen, an welcher Stelle des Gebäudes sich ein Stück Stahl einmal befunden hat. Die Ingenieure untersuchen Feuerschäden und nehmen Proben, um so festzustellen, wie heiß der Stahl in den von Kerosin angefachten Flammen wurde. Einige Wissenschaftler erklärten bereits, möglicherweise hätten einige Säulen nicht über einen ausreichenden Feuerschutz verfügt; daher seien sie schneller eingebrochen.
Platz sparend, aber verwundbar gebaut
Vor 30 Jahren war das World Trade Center so gebaut worden, dass es dem Aufprall einer Boeing 707 standhalten konnte. Der schlauchförmige Aufbau des Gebäudes - ein Kern, der das Gewicht trägt, umgeben von Glas und 62 Stahlsäulen pro Seite - wurde damals gefeiert, weil er mehr Raum im Inneren schaffte als andere Bauweisen. Kritiker mahnten schon damals: Dieser Aufbau mache die Türme auch verwundbarer.
Einige Ingenieure, Sicherheitsexperten und Opfer-Angehörige fordern eine weiter reichende Untersuchung des Einsturzes. Sie erklärten, neben den möglichen strukturellen Schwächen des Gebäudes müssten zum Beispiel auch fehlerhafte Evakuierungen geprüft werden. "Dies ist der größte Gebäudeeinsturz in der Geschichte und wir denken, das verlangt nach mehr, als bisher geleistet worden ist", sagte Glenn Corbett, Professor für Brandschutz. "Es gibt Bereiche, die noch gar nicht untersucht wurden."
Einige Ingenieure meldeten sich freiwillig
Über die bisherigen Untersuchungen der Regierung hat die Öffentlichkeit noch nichts erfahren. Wir versuchen, diese Themen in der Öffentlichkeit nicht zu debatiteren", sagte eine Sprecherin der Ingenieurs-Gesellschaft. Bislang wurde nur bekannt, dass die Ingenieure aus den gesamten USA stammen. Einige werden für ihre Arbeit bezahlt, andere meldeten sich freiwillig. Die Regierung trägt die Kosten der Untersuchung, die auf rund 600.000 Dollar geschätzt werden.
New York - Wieder und wieder betrachten sie Videos aus allen erdenklichen Perspektiven: Schon Hunderte Male haben die Ingenieure das WTC zusammenbrechen sehen.
Klar ist für die Experten, dass kein Wolkenkratzer den Aufprall der Passagier-Jets ausgehalten hätte. Dennoch untersuchen sie, wo und wann genau die brennenden Zwillingstürme nachgaben - und rund 3.000 Menschen mit in die Tiefe rissen und unter sich begruben.
Der Neigungswinkel als Indiz
Die 23 Mitglieder des Teams kamen in dieser Woche zum zweiten Mal nicht öffentlich zusammen, um ihre bisherigen Erkenntnisse zu besprechen. Sie interessieren sich besonders für Aufnahmen des Nordturms und dessen Antenne, exakt um 10.29 Ortszeit - dem Augenblick des Zusammenbruchs, beinahe eine Stunde und 45 Minuten nach dem Einschlag von Flug American Airlines 11.
"Sie schauen, wie vertikal die Antenne blieb", erklärte Larry Roth, Direktor der Ingenieurs-Gesellschaft. Das könne Hinweise darauf geben, wie der Kollaps begann." Die Neigung der Antenne könnte anzeigen, wo das Gebäude zuerst nachgab.
Wohin stürzten die Säulen?
So wollen die Wissenschaftler die These beweisen oder widerlegen, dass die inneren Säulen des WTC zuerst zusammenbrachen - und dann Stockwerk für Stockwerk mit sich rissen. Nach einer zweiten Theorie knickten die äußeren Säulen nach innen ein und ließen die vom Feuer geschwächten Stützbalken einstürzen.
"Ich weiß, dass sie (die Ingenieure) daran interessiert sind zu sehen, in welche Richtung die äußeren Säulen gingen", erklärte der Direktor des Instituts für Bauingenieurwesen der Gesellschaft, John Durrant.
Codes auf dem Schrottplatz
Bislang konzentriert sich das Team auf die baulichen Faktoren des Einsturzes. Die Ingenieure untersuchen dabei auch die Gebäude, die in der direkten Umgebung des WTC beschädigt oder zerstört wurden. Darunter ist auch Komplex 7 des World Trade Centers; das Hochhaus mit 47 Stockwerken war um 17.25 Uhr Ortszeit eingebrochen, nachdem es zuvor stundenlang gebrannt hatte. Gebäude 7 wurde von den Flugzeugen nicht getroffen, aber trotzdem stürzte es ein", sagte Durrant. Dies habe die Ingenieure besonders überrascht, weil Gebäude normalerweise nicht wegen eines Feuers einbrechen.
Zusätzlich zur Auswertung der Videos inspizieren die Mitglieder des Teams regelmäßig den "Ground Zero" und den riesigen Schrottplatz, zu dem die geräumten Stahltrümmer gebracht werden. Dort suchen sie nach Kreidemarkierungen und aufgemalten Codes, die zeigen, an welcher Stelle des Gebäudes sich ein Stück Stahl einmal befunden hat. Die Ingenieure untersuchen Feuerschäden und nehmen Proben, um so festzustellen, wie heiß der Stahl in den von Kerosin angefachten Flammen wurde. Einige Wissenschaftler erklärten bereits, möglicherweise hätten einige Säulen nicht über einen ausreichenden Feuerschutz verfügt; daher seien sie schneller eingebrochen.
Platz sparend, aber verwundbar gebaut
Vor 30 Jahren war das World Trade Center so gebaut worden, dass es dem Aufprall einer Boeing 707 standhalten konnte. Der schlauchförmige Aufbau des Gebäudes - ein Kern, der das Gewicht trägt, umgeben von Glas und 62 Stahlsäulen pro Seite - wurde damals gefeiert, weil er mehr Raum im Inneren schaffte als andere Bauweisen. Kritiker mahnten schon damals: Dieser Aufbau mache die Türme auch verwundbarer.
Einige Ingenieure, Sicherheitsexperten und Opfer-Angehörige fordern eine weiter reichende Untersuchung des Einsturzes. Sie erklärten, neben den möglichen strukturellen Schwächen des Gebäudes müssten zum Beispiel auch fehlerhafte Evakuierungen geprüft werden. "Dies ist der größte Gebäudeeinsturz in der Geschichte und wir denken, das verlangt nach mehr, als bisher geleistet worden ist", sagte Glenn Corbett, Professor für Brandschutz. "Es gibt Bereiche, die noch gar nicht untersucht wurden."
Einige Ingenieure meldeten sich freiwillig
Über die bisherigen Untersuchungen der Regierung hat die Öffentlichkeit noch nichts erfahren. Wir versuchen, diese Themen in der Öffentlichkeit nicht zu debatiteren", sagte eine Sprecherin der Ingenieurs-Gesellschaft. Bislang wurde nur bekannt, dass die Ingenieure aus den gesamten USA stammen. Einige werden für ihre Arbeit bezahlt, andere meldeten sich freiwillig. Die Regierung trägt die Kosten der Untersuchung, die auf rund 600.000 Dollar geschätzt werden.
