von Lars Weide
Das Internet-Schlaraffenland ist wohl abgebrannt. Nachdem meine täglichen Internet-Recherchen in der letzten Zeit immer häufiger von Zahlungsaufforderungen diverser Content-Anbieter wie Focus, Manager-Magazin oder Spiegel unterbrochen wurden, ereilte mich in der vergangenen Woche ein weiterer Schlag. Mein geliebter „langjähriger“ E-Mail-Dienstleister Daybyday.de hielt mir die Pistole auf die Brust und kündigte an, sein kostenloses Angebot komplett einzustellen. Allerdings könne man mir bei der Umstellung auf die Bezahlversionen „Classic“ oder „Premium“ behilflich sein. 39 Euro würde mich die klassische Verwaltung meiner 25 Megabytes Mails und Dateien pro Jahr kosten – eine 100 MB Premiumbehandlung würde mit 59 Euro im Jahr zu Buche schlagen. Anderenfalls gäbe man mir 30 Tage Zeit, die bisher aufgelaufene elektronische Post herunter zu laden, bevor mein Account geschlossen würde. Punkt!
Nun gut, mit den kostenpflichtigen sogenannten Premiumangeboten, die zumeist eine größere Datenspeicherkapazität der Accounts und freie SMS beinhalten, testen T-Online, GMX, Daybyday und Co schon seit einiger Zeit die Zahlbereitschaft der User. Nach Angaben von Daybyday sogar erfolgreich. Und die Verlage und Online-Redaktionen versuchen, den Lesern spätestens seit dem Einbruchs des Werbemarkts im vergangenen Jahr klar zu machen, dass sich unternehmerische oder redaktionelle Leistung im Internet wieder lohnen muss. Denn die Bannerwerbungen und integrierten Büchershops fangen die Redaktionskosten bekanntermaßen bei weitem nicht auf. Auf die schmerzliche Untergangserfahrung, die zum Beispiel die redaktionell sehr erfolgreiche gatrixx AG machen musste, sei nur am Rande hingewiesen. Hier kamen die Umstellungsbemühungen auf Bezahlservice nur 6 Monate zu spät.
Neues Paradies
Aber jetzt wird ja alles anders. Es scheint sich eine konzertierte Aktion der Medienhäuser anzubahnen, die mit ihrer Content-Offensive den Reifungsprozess des Internets vorantreiben wollen. Denn mit der Kostenlos-Mentalität des World Wide Web räumt nun auch die „Süddeutsche Zeitung“ gründlich auf. Demnächst will die Tageszeitung Gebühren für ihre Print-Artikel im Netz verlangen. Fraglich scheint nun, ob der gemeine User für den Abschied aus dem „Keine-Content-Kosten-Paradies“ bereit ist. Es darf ja nicht vergessen werden, dass er in Deutschland bereits für Einwahl und Surfvergnügen von den Telekomanbietern zur Kasse gebeten wird.
Ich bin durchaus bereit, für Qualität zu zahlen. Das mache ich im realen Leben, seitdem ich Geld in den Fingern halte, und es gibt kein logisches Argument, warum ich es im virtuellen Leben nicht tun sollte. Faire Angebote, eine sichere und bequeme Zahlweise und minimale bis keine Telefonkosten für das Internet – wie in den USA üblich – würden meine Bereitschaft sogar noch erhöhen. Keine Telefonkosten? Aber das wäre ja das Tor in ein ganz neues Paradies! Allerdings müssten vorher die Torwächter der Deutschen Telekom überwunden werden...
Quelle: instock.de
Das Internet-Schlaraffenland ist wohl abgebrannt. Nachdem meine täglichen Internet-Recherchen in der letzten Zeit immer häufiger von Zahlungsaufforderungen diverser Content-Anbieter wie Focus, Manager-Magazin oder Spiegel unterbrochen wurden, ereilte mich in der vergangenen Woche ein weiterer Schlag. Mein geliebter „langjähriger“ E-Mail-Dienstleister Daybyday.de hielt mir die Pistole auf die Brust und kündigte an, sein kostenloses Angebot komplett einzustellen. Allerdings könne man mir bei der Umstellung auf die Bezahlversionen „Classic“ oder „Premium“ behilflich sein. 39 Euro würde mich die klassische Verwaltung meiner 25 Megabytes Mails und Dateien pro Jahr kosten – eine 100 MB Premiumbehandlung würde mit 59 Euro im Jahr zu Buche schlagen. Anderenfalls gäbe man mir 30 Tage Zeit, die bisher aufgelaufene elektronische Post herunter zu laden, bevor mein Account geschlossen würde. Punkt!
Nun gut, mit den kostenpflichtigen sogenannten Premiumangeboten, die zumeist eine größere Datenspeicherkapazität der Accounts und freie SMS beinhalten, testen T-Online, GMX, Daybyday und Co schon seit einiger Zeit die Zahlbereitschaft der User. Nach Angaben von Daybyday sogar erfolgreich. Und die Verlage und Online-Redaktionen versuchen, den Lesern spätestens seit dem Einbruchs des Werbemarkts im vergangenen Jahr klar zu machen, dass sich unternehmerische oder redaktionelle Leistung im Internet wieder lohnen muss. Denn die Bannerwerbungen und integrierten Büchershops fangen die Redaktionskosten bekanntermaßen bei weitem nicht auf. Auf die schmerzliche Untergangserfahrung, die zum Beispiel die redaktionell sehr erfolgreiche gatrixx AG machen musste, sei nur am Rande hingewiesen. Hier kamen die Umstellungsbemühungen auf Bezahlservice nur 6 Monate zu spät.
Neues Paradies
Aber jetzt wird ja alles anders. Es scheint sich eine konzertierte Aktion der Medienhäuser anzubahnen, die mit ihrer Content-Offensive den Reifungsprozess des Internets vorantreiben wollen. Denn mit der Kostenlos-Mentalität des World Wide Web räumt nun auch die „Süddeutsche Zeitung“ gründlich auf. Demnächst will die Tageszeitung Gebühren für ihre Print-Artikel im Netz verlangen. Fraglich scheint nun, ob der gemeine User für den Abschied aus dem „Keine-Content-Kosten-Paradies“ bereit ist. Es darf ja nicht vergessen werden, dass er in Deutschland bereits für Einwahl und Surfvergnügen von den Telekomanbietern zur Kasse gebeten wird.
Ich bin durchaus bereit, für Qualität zu zahlen. Das mache ich im realen Leben, seitdem ich Geld in den Fingern halte, und es gibt kein logisches Argument, warum ich es im virtuellen Leben nicht tun sollte. Faire Angebote, eine sichere und bequeme Zahlweise und minimale bis keine Telefonkosten für das Internet – wie in den USA üblich – würden meine Bereitschaft sogar noch erhöhen. Keine Telefonkosten? Aber das wäre ja das Tor in ein ganz neues Paradies! Allerdings müssten vorher die Torwächter der Deutschen Telekom überwunden werden...
Quelle: instock.de