Die Nobelpreisverleihung feiert ihr 100. Jubiläum


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sir charles:

Die Nobelpreisverleihung feiert ihr 100. Jubiläum

 
01.10.01 16:53
Die Nobelpreisverleihung feiert ihr 100. Jubiläum
... doch hinter den Kulissen geht es oft weniger hehr zu
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  Stockholm - In einer Woche ist es soweit: Am 8. Oktober wird mit der Verleihung des Medizin-Nobelpreises die heurige Runde der Preisverleihungen eröffnet. Weiter geht es mit Physik (9. 10.), Chemie und Wirtschaft (beide 10. 10.) sowie Frieden (12. 10.). Der Literaturnobelpreisträger wird traditionsgemäß erst später bekannt gegeben.
Doch diesmal ist es nicht einfach irgendeine Preisverleihung - die Nobelstiftung feiert heuer das 100. Jubiläum, zugleich ist 10. Todestag des Stiftungsgründers Alfred Nobel. Explosiv war bekanntermaßen die Vorgeschichte. Albert Einstein (1879-1955), der 1922 den Physikpreis erhielt, konstatierte bei einer Festrede schlechtes Gewissen als wichtigste Grundlage für den Nobelpreis: "Alfred Nobel erfand ein Sprengmittel, das mit seiner Zerstörungskraft stärker war als alles vorher Bekannte. Seinen Preis stiftete er zur Gewissenserleichterung."

Die Dotierung von zehn Millionen Kronen (13,99 Mill. S) ist übrigens finanziell nicht der große Sprung nach oben - das Prestige des Preises jedoch ist längst im Bereich der Mythenbildung angelangt.

Dunkle Punkte

Indes gibt es zahlreiche Kritikpunkte an der Auswahl der PreisträgerInnen - wobei man sich das geschlechtermäßige Splitting eigentlich sparen könnte, denn bis auf wenige Ausnahmen werden stets Männer ausgezeichnet. In den ersten 100 Jahren gab es unter mehr als 700 Preisträgern ganze 29 Frauen! Auch die überwältigende Dominanz der Wissenschafter aus den Vereinigten Staaten bei den Preisvergaben wird immer wieder kritisiert - und bleibt doch unverändert.

Zwischen 1934 und 1939 wurde nicht ein einziger jüdischer Wissenschaftern ausgezeichnet

Die wissenschaftlichen Komitees halten zahlreiche Unterlagen streng unter Verschluss. So können Historiker nicht anhand von Sitzungsprotokollen der Frage nachgehen, warum zwischen 1934 und 1939 nicht ein einziger jüdischer Wissenschafter mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, als Schweden sich um ein betont freundschaftliches Verhältnis zum nationalsozialistischen Deutschland bemühte. In einigen Kriegsjahren dann hatte das Komitee ganz auf die Vergabe der Preise verzichtet.

Skandale mit einzelnen Preisträgern oder solchen, die es eigentlich verdient gehabt hätten, sind vor allem durch Memoiren oder anderen Äußerungen von Juroren und anderen Nobel-Insidern bekannt. Überwiegend als skandalöser Fehlgriff wird die Verweigerung des Chemiepreises 1944 an die Deutsche Lise Meitner eingestuft. Die 1939 als Jüdin aus Berlin nach Skandinavien geflüchtete Physikerin ging im Gegensatz zu Otto Hahn leer aus, obwohl sie 30 Jahre lang mit ihm die Radioaktivität erforscht hatte. Hahn arbeitete bis Kriegsende im nationalsozialistischen Deutschland.

Wie findet man eigntlich einen Nobelpreisträger?

Wer sich Hoffnungen auf den Nobelpreis für Physik macht, muss die Gunst von vier schwedischen Professoren im Stockholmer Nobelkomitee sowie dessen Vorsitzender Cecilia Jarlskog gewinnen. Und möglichst auch die von Anders Barany, der als Komiteesekretär bei der jährlichen Preisvergabe im Oktober zwar kein Stimmrecht, beim langwierigen Auswahlprozess, aber ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat.

"Natürlich ist die Entscheidung subjektiv, und es gibt Fehler, aber doch sehr selten", meint der 59-jährige Physikprofessor. "Lesen von Fachzeitschriften" nennt Barany als wichtigste Tätigkeit eines Nobelkomitee-Mitglieds.

Der Ablauf

In Zeiten von Public Relations und Selbstvermarktun warten viele Wissenschafter jedoch nciht einfach auf ihre "Entdeckung". - "Jedes Jahr bekommen wir tausende Briefe, Faxe und Mails, mit denen Leute auf sich selbst hinweisen. Es ist unglaublicher Mist dabei", seufzt der Sekretär. Sinnlos sind die Hinweise überdies, denn die Nobelstatuten legen genau fest, wer Kandidaten vorschlagen darf. Ehemalige Preisträger gehören dazu und vor allem wissenschaftliche Einrichtungen, von denen das Komitee jedes Jahr mehr als 2.000 schriftlich bittet, Vorschläge einzureichen.

Die Rücklaufquote beträgt etwa 15 Prozent, und zusammen mit anderweitig eingegangenen Vorschlägen stehen im Februar auf Grund vieler Überschneidungen normalerweise 200 bis 250 Namen auf der Stockholmer Liste. Nach dem ersten Aussieben holt das Komitee Gutachten von angesehenen Fachwissenschaftern ein und hat von diesem Moment an heftig mit dem Geheimhaltungsproblem zu kämpfen.

Niemand soll bis zur Stunde der Bekanntmachung erfahren, wer begutachtet und wer begutachtet wird, wer vom fünfköpfigen Komitee für die letzten Abstimmungsrunden nominiert wird, und wie die neunköpfige Gesamtjury schließlich abstimmt. (APA/red)

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zombi17:

Für den wichtigen Beitrag ......

 
01.10.01 17:31
....kannst du gleich in die Mülltonne hüpfen.
Thema verfehlt!
Schönen Gruß
Zombi
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hjw2:

Der alternative Nobelpreis

 
01.10.01 19:18
Der alternative Nobelpreis

1980 wurde er zum ersten Mal vergeben - der "Alternative Nobelpreis".

Jakob von Uexküll, Philatelist, Journalist, zeitweise Mitglied des Europäischen Parlaments und Enkel des Biologen Jakob von Uexküll (1864-1944) "erfand" und stiftete diesen Preis aus dem Erlös seines Bestandes wertvoller Briefmarken.
Der Right Livelihood Award ist dank weiterer Spenden mit DM 200 000 dotiert und wird an Personen, Organisationen und Repräsentanten von Bewegungen vergeben, die sich mit praktischen Handlungsanweisungen und Modellen für menschenwürdige Lebensweisen einsetzen.
Nicht wissenschaftliche Spitzenleistungen für einige wenige sind gefragt, sondern die mit dem Preis ausgezeichneten kleinen Gruppen und Einzelpersonen haben beispielhaft gezeigt, wie mit minimalen Mitteln große Widerstände überwunden werden können. Diese Problemlösungen sollen vielen Menschen Wege in eine helle Zukunft aufzeigen und sie bestärken, diesen Beispielen zu folgen und konstruktiv und mutig an der Gestaltung unser Zukunft mitzuarbeiten.


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