Anlageprofis schneiden noch schlechter ab als in den Vorjahren
Die meisten Fondsmanager geben ein schwaches Bild ab
Die Anlageleistung der Fondsmanager hat deutlich nachgelassen. In wichtigen Kategorien schnitten die Profis im vergangenen Jahr noch schlechter ab als in den Vorjahren. Das belegt eine Handelsblatt-Auswertung von Publikumsfonds, die in Deutschland angeboten werden.
FRANKFURT/M. So gelang es neun von zehn Fondsmanagern nicht, mit ihrer Auswahl deutscher Standardwerte den Vergleichsindex MSCI Deutschland zu schlagen. In den zurückliegenden drei Jahren schaffte dies immerhin noch jeder dritte Fondsprofi. In anderen Aktienkategorien rutschte die Erfolgsquote auf etwa ein Viertel (siehe „Bilanz des Scheiterns" nächste Seite). Branchenexperten erwarten jetzt zunehmenden Druck der Anleger auf die Gesellschaften mit schlechten Ergebnissen. Die betroffenen Häuser müssten dringend für Verbesserungen sorgen.
Keine Ausnahme machen die bisher als besonders attraktiv geltenden Jagdreviere: Aktien, die nicht im Rampenlicht stehen. Gerade hier wollen Spezialisten unentdeckten Perlen auf die Spur kommen. Aber auch das glückt nicht mehr – jedenfalls nicht dem Gros der Manager. Das zeigen die enttäuschenden Zahlen für deutsche Nebenwertefonds oder für Schwellenbörsenprodukte.
Ein wichtiger Grund für die schlechten Resultate ist der Mix aus generell fallenden Wertpapiererträgen und trendloser Börse. „Eine Überrendite zu erzielen ist wegen der sinkenden Marktrenditen zu einer anspruchsvolleren Aufgabe geworden. Dann schlagen die Verwaltungsgebühren für die Fonds und auch die Wertpapier-Handelskosten in den Portfolios stärker zu Buche“, sagt ein Sprecher von Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS. Und es gibt einen weiteren Grund. „Wenn die Börsen wie 2004 eher zur Seite laufen, wird es schwerer, die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu erwischen“, meint Wolfgang Hötzendörfer, Geschäftsführer der deutschen Dependance des Vermögensverwalters State Street Global Advisors.

Erfahrene Analysten und Investoren wie Warren Buffett rechnen auch für die kommenden Jahre mit anhaltend niedrigen Erträgen an den Wertpapiermärkten. Für die Asset-Manager war demnach das vergangene Jahr erst der Vorgeschmack auf eine harte Zukunft. Immer weniger Häuser könnten ihrem Anspruch gerecht werden, durch aktive Auswahl und Gewichtungen von Ländern beziehungsweise Einzelwerten in den Portfolios ein Renditeplus gegenüber dem Index zu erzielen. Das bringt die bereits unter geringen Margen, dem steigenden Wettbewerb und an der Anlegerzurückhaltung leidende Branche unter zusätzlichen Druck.
Andreas Fehrenbach, Geschäftsführer des zur Hypo-Vereinsbank gehörenden Fondshauses Activest, formuliert vorsichtig: „Der Druck steigt, Leistung wird noch mehr zählen.“ Joachim Meyer will zwar „wegen des Einjahresergebnisses nicht die ganze Branche verdammen“. Doch nach Meinung des Geschäftsführers der Beratungs- und Researchfirma Fonds Consult „wird sich in diesem Jahr die Spreu vom Weizen trennen. Es muss sich zeigen, wer erfolgreich Mehrrendite erwirtschaften kann“. Es stellt sich die Existenzfrage. „Aktive Asset-Manger müssen ihrem Anspruch der langfristigen Outperformance gerecht werden – sonst haben sie keine Daseinsberechtigung“, ergänzt der DWS-Sprecher.
Quelle: Handelsblatt
...be invested
Der Einsame Samariter
Die meisten Fondsmanager geben ein schwaches Bild ab
Die Anlageleistung der Fondsmanager hat deutlich nachgelassen. In wichtigen Kategorien schnitten die Profis im vergangenen Jahr noch schlechter ab als in den Vorjahren. Das belegt eine Handelsblatt-Auswertung von Publikumsfonds, die in Deutschland angeboten werden.
FRANKFURT/M. So gelang es neun von zehn Fondsmanagern nicht, mit ihrer Auswahl deutscher Standardwerte den Vergleichsindex MSCI Deutschland zu schlagen. In den zurückliegenden drei Jahren schaffte dies immerhin noch jeder dritte Fondsprofi. In anderen Aktienkategorien rutschte die Erfolgsquote auf etwa ein Viertel (siehe „Bilanz des Scheiterns" nächste Seite). Branchenexperten erwarten jetzt zunehmenden Druck der Anleger auf die Gesellschaften mit schlechten Ergebnissen. Die betroffenen Häuser müssten dringend für Verbesserungen sorgen.
Keine Ausnahme machen die bisher als besonders attraktiv geltenden Jagdreviere: Aktien, die nicht im Rampenlicht stehen. Gerade hier wollen Spezialisten unentdeckten Perlen auf die Spur kommen. Aber auch das glückt nicht mehr – jedenfalls nicht dem Gros der Manager. Das zeigen die enttäuschenden Zahlen für deutsche Nebenwertefonds oder für Schwellenbörsenprodukte.
Ein wichtiger Grund für die schlechten Resultate ist der Mix aus generell fallenden Wertpapiererträgen und trendloser Börse. „Eine Überrendite zu erzielen ist wegen der sinkenden Marktrenditen zu einer anspruchsvolleren Aufgabe geworden. Dann schlagen die Verwaltungsgebühren für die Fonds und auch die Wertpapier-Handelskosten in den Portfolios stärker zu Buche“, sagt ein Sprecher von Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS. Und es gibt einen weiteren Grund. „Wenn die Börsen wie 2004 eher zur Seite laufen, wird es schwerer, die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu erwischen“, meint Wolfgang Hötzendörfer, Geschäftsführer der deutschen Dependance des Vermögensverwalters State Street Global Advisors.
Erfahrene Analysten und Investoren wie Warren Buffett rechnen auch für die kommenden Jahre mit anhaltend niedrigen Erträgen an den Wertpapiermärkten. Für die Asset-Manager war demnach das vergangene Jahr erst der Vorgeschmack auf eine harte Zukunft. Immer weniger Häuser könnten ihrem Anspruch gerecht werden, durch aktive Auswahl und Gewichtungen von Ländern beziehungsweise Einzelwerten in den Portfolios ein Renditeplus gegenüber dem Index zu erzielen. Das bringt die bereits unter geringen Margen, dem steigenden Wettbewerb und an der Anlegerzurückhaltung leidende Branche unter zusätzlichen Druck.
Andreas Fehrenbach, Geschäftsführer des zur Hypo-Vereinsbank gehörenden Fondshauses Activest, formuliert vorsichtig: „Der Druck steigt, Leistung wird noch mehr zählen.“ Joachim Meyer will zwar „wegen des Einjahresergebnisses nicht die ganze Branche verdammen“. Doch nach Meinung des Geschäftsführers der Beratungs- und Researchfirma Fonds Consult „wird sich in diesem Jahr die Spreu vom Weizen trennen. Es muss sich zeigen, wer erfolgreich Mehrrendite erwirtschaften kann“. Es stellt sich die Existenzfrage. „Aktive Asset-Manger müssen ihrem Anspruch der langfristigen Outperformance gerecht werden – sonst haben sie keine Daseinsberechtigung“, ergänzt der DWS-Sprecher.
Quelle: Handelsblatt
...be invested
Der Einsame Samariter