Die Hälfte ist geschafft


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Nassie:

Die Hälfte ist geschafft

 
30.06.03 15:59
Das erste Hälfte des Jahres 2003 ist geschafft und derzeit sieht es so aus, als würden die Börsen nach drei Verlustjahren in Folge das Quartett nicht komplettieren.

Zu Jahresbeginn waren die Prognosen für die weitere Entwicklung an den Börsen verhalten. Der sich abzeichnende Irak-Krieg, die damit verbundene Angst vor weiteren Terroranschlägen, der steigende Ölpreis und die darbende Konjunktur dämpften die Stimmung.

Die ersten beiden Monate bestätigten die Skeptiker. Die Aktienkurse stürzten weiter ab: Am 12. März markierten DAX und TecDAX ihre Jahrestiefstände. Bis dahin hatten die Blue Chips schon wieder knapp ein Viertel an Wert eingebüßt, der Technologie-Index lag 14 Prozent im Minus.

Als sich aber eine schnelle Kriegs-Entscheidung im Irak zugunsten der Alliierten abzeichnete, wendete sich das Blatt. Die Börsen kletterten in einem Ausmaß, das von Analysten nicht für möglich gehalten worden war. Drei Monate nahezu ungebrochener Kurszuwächse bescheren dem DAX zur Jahresmitte ein Sechs-Monatsplus von gut 12 Prozent, der TecDAX notiert sogar 19 Prozent über dem Schlussstand vom 31.12.

Die weiteren Aussichten

Inzwischen gibt es durchaus ein paar Hoffnungszeichen, die für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung sprechen. Experten rechnen damit, dass die Steuersenkungen in den Vereinigten Staaten der US-Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte auf die Sprünge helfen wird. Läuft die Konjunkturlokomotive USA, wird Europa davon profitieren. Zudem dürften die niedrigen Zinsen einen Aufschwung stützen.

Die kritischen Stimmen unter den Analysten sind damit aber keineswegs verstummt. Viele Experten sind der Ansicht, dass die Börsen einen großen Teil der erwarteten Konjunkturbelebung vorweg genommen haben, Aktien wieder teuer sind.

Darüber kann man geteilter Ansicht sein, bleiben bei der Bewertungsfrage doch oft die historisch niedrigen Zinsen unberücksichtigt. Klar ist aber, dass ein Kurszuwachs von 50 Prozent erst einmal verdaut werden muss.

Dennoch die Skepsis der Analysten macht Hoffnung, lagen sie doch schon zu Jahresbeginn ziemlich daneben mit ihren vorsichtigen Prognosen. Möglicherweise stellt sich zum Jahresende ja wieder der Vermögensverwalter Ken Fisher als besonders treffsicher heraus. Seiner Prognose zufolge wird der DAX 2003 bei 5.000 Punkten beenden - das entspricht noch einmal einem Potenzial von 50 Prozent.

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Nassie:

Halbjahresbilanz ist positiv

 
30.06.03 22:59
Halbjahres-Bilanz der Börsen stimmt Anleger froh
Rund um den Globus überwiegen die positiven Vorzeichen - Experten rechnen mit Stockpicking-Markt in zweiter Jahreshälfte
von Beatrix Wirth

Berlin -  Die Aktienmärkte, so scheint es, haben die Kurve gekriegt. Nach zahllosen gruseligen Börsen-Rückblicken dürfte die Zwischenbilanz zum ersten Halbjahr 2003 den Anlegern ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Schlugen in den ersten sechs Monaten 2002 an den Weltleitbörsen noch zweistellige Kursverluste zu Buche, stehen die Signale nun auf "grün": Die große Mehrheit der Aktienindizes rund um den Globus weist zur Jahresmitte 2003 Gewinne auf - in lokaler Währung wie auf Euro-Basis. "Die Stimmung bei den Investoren hat komplett gedreht", sagt John Hatherly, Leiter der Globalanalyse bei M & G Investment in London. "Langsam können wir ernsthaft über das Ende des Bärenmarktes reden."


Die Börsen mit den deutlichsten Halbjahresgewinnen kommen zwar aus dem Bereich der Emerging Markets. Ganz oben auf der Gewinnerliste stehen mit Argentinien und Brasilien zwei Latino-Börsen, die von den Anfängen einer politischen und finanziellen Stabilisierung der Länder profitierten. Der russischen Börse, mit einem Kurszuwachs von 27,8 Prozent (auf Euro-Basis) auf Platz vier, kamen der hohe Ölpreis und Reformen zu Gute. Doch vertrauen die Investoren bei ihrer Suche nach hohen Renditen mehr und mehr auch wieder den Märkten der Industrieländer, zeigt die Bestandsaufnahme. Der deutsche Dax gehört dabei zu den Favoriten in Europa. Mit einem Plus von 12,7 Prozent schlug er im ersten Halbjahr den Dow Jones um Längen. Das US-Barometer weist auf Euro-Basis sogar ein kleines Performance-Minus von 1,1 Prozent auf.


Von einem kontinuierlichen Aufwärtstrend war der Dax allerdings weit entfernt. Das erste Halbjahr glich vielmehr einer Berg- und Talfahrt, in deren Verlauf der Index vom schlechtesten zum zeitweise besten Börsenbarometer aufrückte. "Am Dax lässt sich die Stimmungswende am Markt gut ablesen", sagt Stratege Hatherly. "Um den 12. März, an dem die Europa-Börsen mit einem halben Jahr Verspätung zu den US-Märkten ihr Tief markierten, schlugen Pessimismus und Depression in Hoffnung um, dass es mit der US-Wirtschaft nun wirklich aufwärts geht." Und dies sei fundamental gerechtfertigt: "Die Chancen auf eine Konjunkturerholung stehen weitaus besser als bei allen vorherigen Bärenmarkt-Rallyes." So sei es auch kein Zufall, dass derzeit vereinzelte Unternehmen wieder den Gang an die Börse wagten. "Die positive Stimmung wird sich weiter verfestigen", ist Hatherly überzeugt.


Nach der jüngsten Rallye dürfte sich jedoch das Tempo der Kursgewinne stark verlangsamen. Das gesteht selbst Optimist Hatherly ein, der nun erst einmal mit einer Konsolidierungsphase rechnet. Viele Marktteilnehmer wollen vor weiteren Käufen harte Fakten sehen, die die Konjunkturhoffnungen untermauern. "Erst wenn die Unternehmen zwei Quartale hintereinander bessere Zahlen vorlegen, schöpfe ich echtes Vertrauen", sagt etwa Andre Köttner, Fondsmanager bei Union Investment. "Und das habe ich noch nicht gesehen. Bislang sind Währungs- und Spareffekte die Gewinntreiber." Entsprechend sieht Köttner die Börsen-Erholung auch skeptischer als Stratege Hatherly. "Man darf nicht vergessen, dass ein Teil der Kursrallye einfach daraus resultierte, dass der Verkaufsdruck auf die Versicherer ausgelaufen ist", warnt er.


Wer im zweiten Halbjahr Geld verdienen will, muss aktives Stockpicking betreiben, sind sich die Experten einig. Bei den Emerging Markets halten sie dabei die Börsen der Region Asien für attraktiver als die Südamerikas, da dort die Dividendenpapiere schon sehr weit gelaufen sind. "Vor allem China und Indien sind interessant", meint Stratege Hatherly. Bei der Entscheidung zwischen Europa und den USA machen die Aktienmärkte diesseits des Atlantiks das Rennen. Hatherly: "Sie haben noch einige Bewertungsabschläge aufzuholen."


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