Die Glücksritter des Neuen Marktes


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calexa:

Die Glücksritter des Neuen Marktes

2
27.11.01 16:14
Wer sind eigentlich die großen Gewinner des Börsenbooms am Neuen Markt. Auf www.manager-magazin.de habe ich eine interessante Serie gefunden. Ich stelle mal die Artikel hier rein, dann könnt IhrEuch ein Bild davon machen....

So long,
Calexa
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calexa:

P A U L U S N E E F , P I X E L P A R K

 
27.11.01 16:16
Mann der ersten Stunde
     
Schon 1991 gründete Paulus Neef die Internet-Agentur Pixelpark. Sein First-Mover-Advantage zahlte sich aus. Späteinsteiger verbuchten dagegen herbe Verluste.

1996 verkaufte der Gründer des Internet-Dienstleisters 75 Prozent seines Unternehmens an den Bertelsmann-Konzern. Wie viel er dafür bekommen hat, bleibt bis heute sein Geheimnis. Als die "Pixels" 1999 an den Neuen Markt gingen, machten die Altgesellschafter Kasse. Eine Dreiviertelmillion Aktien  gaben sie aus ihrem Bestand ab. Erlös: etwa 22 Millionen Mark.

Die Party zum Börseneinstand gilt als legendär. Weniger glanzvoll gestaltete sich der weitere Geschäftsverlauf. Von der Internet-Krise voll erfasst, macht das Unternehmen heute hohe Verluste. Der Aktienkurs stürzte von 180 Euro auf zeitweise nur noch drei Euro ab.
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calexa:

P E T E R K A B E L , K A B E L N E W M E

 
27.11.01 16:17
Gewinne mitgenommen
     
"Nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne", mag sich Peter Kabel gedacht haben. Der Firmengründer verkaufte seine Aktien zum richtigen Zeitpunkt und heimste ein Vermögen ein. Wer dem Unternehmen treu blieb, verlor seinen Einsatz.

Der smarte Chef des heute insolventen Multimedia-Dienstleisters hatte offenbar den richtigen Riecher. Auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie soll er vergangenes Jahr 700.000 Kabel-Aktien  im Wert von rund 100 Millionen Mark verkauft haben.

Geld genug, um von einem Bauerngehöft in Mecklenburg aus einen Neuanfang zu planen. Über die nötige Zeit verfügt Kabel auch: Im September trat er als Vorstandschef von Kabel New Media zurück. Jetzt wird das Unternehmen abgewickelt, und die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Börsengesetz, gegen das Wertpapierhandelsgesetz sowie Herbeiführung des Bankrotts nach Paragraf 283 des Strafgesetzbuches.

Das Nachsehen haben die Aktionäre des Unternehmens. Die Aktien, die im März 2000 noch 80 Euro kosteten, sind heute nahezu wertlos.
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calexa:

T H O M A S H A F F A , E M T V

 
27.11.01 16:18
Sunnyboy der Börse

Keiner hat den schnellen Reichtum der New Economy so glänzend zur Schau getragen wie Thomas Haffa. Solange der Aktienkurs stieg, waren die Investoren zufrieden. Jetzt mehren sich die Zweifel, ob bei EM.TV alles mit rechten Dingen zuging.

40 Millionen Mark kassierte der einstige Superstar der deutschen New Economy im Februar vergangenen Jahres für 200.000 EM.TV-Aktien . "Strategische Investoren" hätten ihn gedrängt, entschuldigte sich Haffa, als der Verkauf bekannt wurde. Dabei hatte er sich nach einer Kapitalerhöhung gegenüber dem Konsortialführer WestLB verpflichtet, keine Anteile abzustoßen.

Ein halbes Jahr später war die Erfolgsgeschichte von EMTV abrupt beendet. Das Unternehmen musste Bilanzen korrigieren und schrieb Riesenverluste. Jetzt strengen Anwälte in Deutschland und den USA einen Prozess gegen den Kirch-Zögling an. Er und sein Bruder Florian, der frühere EM.TV-Finanzchef, sollen die finanzielle Schieflage des Konzerns verschleiert haben.

Nach dem Einstieg von Medienzar Leo Kirch bei EMTV dankte Haffa im Juli 2001 als Vorstandschef ab. In seinem Depot sollen aber immer noch über 57 Millionen Aktien lagern.
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calexa:

R Ü D I G E R B A E R E S , I N T E R T A I N

 
27.11.01 16:19
Und alle gucken zu
     
Mit vielen Vorschusslorbeeren ist der Filmrechte-Vermarkter 1999 an der Börse gestartet. Frühzeichner freuten sich über einen Emissionsgewinn von annähernd 290 Prozent. Und Hauptaktionär Rüdiger Baeres wurde ein reicher Mann.

Die Aktienverkäufe von Rüdiger Baeres nehmen eine Ausnahmestellung ein. Zum ersten Mal konnten Privatanleger täglich mitverfolgen, wie im Namen des Unternehmenschefs große Aktienpakete auf den Markt geworfen wurden - und der Kurs sich innerhalb kürzester Zeit halbierte. Vom 1. März bis Mitte April veröffentlichte die Deutsche Börse auf ihrer neugeschaffenen Internet-Seite der "meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte" mehrmals große Verkaufsorders im Namen von Baeres. Insgesamt wurden über 600.000 Stück im Gesamtwert von mehr als drei Millionen Euro auf den Markt geworfen.

Später erklärte Baeres, die Verkäufe seien ohne seine Zustimmung von JP Morgan getätigt worden. Die Investmentbank habe die Anteile veräußert, mit denen er für einen privaten Kredit gebürgt habe.

Vor dem 1. März wäre der Verkauf nicht ans Licht der Öffentlichkeit geraten, da Vorstände und Aufsichtsräte von Neuen-Markt-Unternehmen nicht verpflichtet waren, ihre Wertpapiergeschäfte offen zu legen.
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calexa:

DETLEF F I S C H E R , S Y S T E M A T I C S

 
27.11.01 16:20
Vom Gründer zum Aufseher
     
Aktionärsschützer haben Detlef Fischer den Systematics-Verkauf an EDS übel genommen. Aber die Übernahme hat dem Firmengründer nicht nur viel Geld in die Tasche gespült. Mit dem amerikanischen Mutterhaus steht die IT-Firma auf sicherem Fundament.

Knapp 200 Millionen Mark erhielt der Ingenieur aus Cuxhaven für sein Aktienpaket, als er den Internet-Dienstleister im März 2001 an den US-Konzern EDS (Electronic Data Systems) verkaufte. Fischer, der Systematics 1999 an den Neuen Markt gebracht hatte, musste das Unternehmen nach kreditfinanzierten Firmenübernahmen an einen kapitalkräftigen Partner anlehnen. Den freien Aktionären zahlte EDS 34 Euro je Anteilschein. Ein Jahr zuvor wurden die Papiere an der Börse noch zu Kursen von über 90 Euro gehandelt.

Dafür musste Fischer viel Kritik einstecken. "Friss oder stirb", betitelten Aktionärsschützer seinerzeit das Angebot. Dafür scheint das Überleben der Firma gesichert. EDS  gilt als wichtigster IT-Dienstleister der US-Regierung und hält derzeit rund 98 Prozent der Anteile von Systematics.

Aus dem operativen Geschäft hat sich Fischer weitgehend zurückgezogen. Derzeit hält er den Posten als europäischer Senior Vice President bei EDS und ist Aufsichtsrat bei Systematics.
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calexa:

A L E X A N D E R F A L K , I S I O N

 
27.11.01 16:21
Der Milliardenmann

Unter den Glücksrittern des Neuen Marktes ist Alexander Falk der König. Er ist nicht nur zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen, sondern hat sich auch frühzeitig verabschiedet. Heute gehört er zu den 100 reichsten Deutschen.

Der Erbe der Falk-Pläne hat wohl am meisten am Neuen Markt verdient. Mehr als 1,6 Milliarden Mark brachte ihm der Verkauf seines börsennotierten Internet-Dienstleisters Ision ein. Der Erwerber, die britische Telekom-Firma Energis, zahlte Falk Anfang dieses Jahres 411 Millionen Mark in bar und 1,2 Milliarden – nach damaligem Wert – in Aktien.

Einen Teil des Erlöses will Falk, der den Stadtplan-Verlag seines Vaters bereits 1995 an Bertelsmann verkauft hatte, nun wieder investieren – diesmal in unterbewertete Firmen aus MDax und SDax.
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calexa:

STEPHAN SCHAMBACH , I N T E R S H O P

 
27.11.01 16:22
Abenteuer Ost

Stephan Schambachs Softwarefirma gehörte lange zu den Lieblingen der Anleger. Aber als die Internet-Blase platzte, löste sich auch der Aktienkurs in Luft auf. Zurück blieb ein kleines Vermögen in der Tasche des Firmengründers.

Er war so etwas wie der Vorzeige-Ossi der New Economy. 1970 in Erfurt geboren, siedelte Schambach 1996 ins kalifornische Silicon Valley über. Ein Jahr später gelang ihm auf der Cebit in Hannover der Durchbruch mit seiner Softwarefirma Intershop. Im Juli 1998 brachte er die nach den ehemaligen Devisen-Kaufhäusern der DDR benannte Firma an den Neuen Markt.

Mitte März 2000 kostete die Intershop-Aktie  mehr als 140 Euro. Ein knappes Jahr später waren es nur noch rund vier Euro. Vor allem ein plötzlicher Einbruch des US-Geschäfts brachte das Unternehmen in arge Schwierigkeiten. Mittlerweile streitet sich Intershop vor Gericht mit enttäuschten Anlegern, die Schadenersatz wegen mangelhafter Informationspolitik des Unternehmens verlangen.

Schambach, der die Führung des operativen Geschäfts abgegeben hat, muss das nicht allzu sehr belasten. Er verkaufte 1999 und 2000 insgesamt etwa fünf Prozent seiner Anteile. Erlös: knapp 60 Millionen Mark.
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calexa:

S T E F A N R Ö V E R , B R O K A T

 
27.11.01 16:24
Die Null-Euro-Premiere
     
Der Börsengang war der Anfang vom Ende. Mit dem Emissionserlös ging Mitgründer Stefan Röver auf Einkaufstour, hat den E-Commerce-Spezialisten in die Schuldenfalle gelotst. Jetzt wird Brokat filetiert.

Mit vier Partnern hob Stefan Röver das Softwareunternehmen 1994 aus der Taufe. Vier Jahre später ging Brokat an die Börse, und die Altaktionäre machten Kasse: Rund 840.000 Anteilsscheine aus ihrem Bestand spülten etwa 54 Millionen Mark in die Kasse.

Nach einem kurzen Höhenflug auf 150 Euro sackte der Aktienkurs jedoch steil ab. Im Juni dieses Jahres überraschte das Bankhaus Metzler dann mit einer ungewöhnlichen Analyse: Die Experten setzten das Kursziel auf null Euro und begründeten die Entscheidung mit "Liquiditätsschwierigkeiten". Die hohen Verbindlichkeiten ließen eine Erholung oder Übernahme des Unternehmens unwahrscheinlich erscheinen.

Mittlerweile kommt die Aktie dem angekündigten Kursziel bedenklich nahe. Röver muss sich darum allerdings nicht mehr kümmern. Er verließ das Unternehmen im August. Der neue Vorstand übt sich im Gesundschrumpfen und verkauft die wichtigsten Beteiligungen Stück für Stück.
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calexa:

up o.T.

 
27.11.01 16:39
Antworten
calexa:

Nochmal up

 
27.11.01 16:59
damit noch mehr davon erfahren können.....
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Timchen:

Wo bleibt Daniel David von Gigabell ?

 
27.11.01 21:13
Schon verjährt ?
Erfolgloser Schlagersänger, der vor Gigabell
schnell 2 Firmen in die Pleite fuhr schaffte es dennoch
das atemberaubende Geschäftsmodell und seine
herausragenden Managerqualitäten den Banken und den
Anlegern zu verkaufen.

Timchen
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calexa:

@ timchen

 
27.11.01 21:38
Welchen Profit hat denn Daniel David aus der Sache geschlagen?

Bei den obigen Personen ist die Gemeinsamkeit, daß sie alle mit einem deutlichen Plus, sei es durch Aktienverkäufe, sei es durch Aufstieg auf der Karriereleiter, aus dem Börsenboom gegangen sind.

So long,
Calexa
Antworten
calexa:

noch einmal up o.T.

 
28.11.01 09:59
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Depothalbierer:

Kabel in einem Bauerngehöft in Mecklenburg !?

 
28.11.01 10:11
Weiß jemand, wo genau das ist? Muß doch rauszukriegen sein!
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calexa:

Du willst

 
28.11.01 17:02
ihm doch nicht etwas Böses antun....*g*

So long,
Calexa
Antworten
Timchen:

@calexa

 
28.11.01 17:04
Naja, zumindest hat er ein Jahr lang als CEO
sehr feudal leben können und hat auch einige Vermögenswerte
auf sein Privatkonto umgebucht.
Wenn man dies in Relation zu seinen fachlichen Qualitäten
setzt, hätte er stattdessen von der Sozialhilfe leben
müssen.

Timchen
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Brummer:

alte Aktienweißheit

 
28.11.01 17:09
Mein Geld ist doch nicht weg, es hat nur ein anderer. Jetzt weiß ich wer.
Antworten
Linus:

gut und sachlich....

 
28.11.01 17:16
die Welt ist halt nicht "gut" genug !!!

Gruss Linus
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calexa:

Aber Geld machen konnte er....*g* o.T.

 
28.11.01 18:52
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