Mittelfristige Barriere erreicht
von Andreas Büchler
Der Index ist nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Tage an der seit Oktober 2008 bestehenden Verkaufszone angekommen. Da der Deutsche Aktienindex auf einem neuen Jahreshoch verläuft, sind im Intradaychart auf Stundenbasis keine Widerstände mehr erkennbar.
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Auf dieser Zeitebene sind nur noch die nächstgelegenen Kursbereiche erkennbar, an denen im Falle einer Gegenbewegung zurück nach unten wieder mit verstärkten Nachkäufen zu rechnen ist. Und nach dem steilen Anstieg in der jüngsten Vergangenheit ist dies nicht unwahrscheinlich.
Dax-Chart
Die ersten Haltezonen verlaufen zwischen 5130 und 5140 Punkten, zwischen 5050 und 5060 Punkten, zwischen 5010 und 5020 Punkten und zwischen 4900 und 4930 Zählern. Erst wenn der Index auch das letztgenannte Niveau wieder nach unten durchbricht, wäre das Ausmaß der kurzfristigen Verluste im Verhältnis zum vorangegangenen Anstieg so groß, dass der Aufwärtstrend dadurch instabil werden würde. Solange es nicht dazu kommt, ist mittelfristig mit weiteren Kursgewinnen zu rechnen. Bis wohin diese reichen können zeigt der Blick auf den Tages- und Wochenchart.
Mit einem Sprung über eine langfristige Abwärtstrendlinie und auf neue Jahreshöchststände machte der Deutsche Aktienindex in der zurückliegenden Handelswoche den Weg frei für eine Fortsetzung des im März gestarteten Aufwärtstrends. Ein Wochengewinn von mehr als fünf Prozent führte zudem zum Durchbruch über alle kurzfristigen Widerstände, so dass der Index an den unteren Rand der ersten mittelfristigen Verkaufszone steigen konnte. Diese charttechnische Barriere reicht bis an die seit Oktober 2008 im Chart erkennbaren Zwischenhochs zwischen 5300 und 5380 Punkten zurück. Hier dürfte der nach einem Anstieg von mehr als 750 Zählern mittlerweile wieder überhitzte Markt eine Atempause einlegen, denn der DAX ist gemessen am Doppelt Geglätteten Stochastik-Oszillator und dem Relative Stärke Index wieder deutlich überkauft.
Gelingt anschließend jedoch der Ausbruch über diesen Widerstandsbereich ist aus Sicht der Charttechnik Aufwärtspotenzial von mehr als 20 Prozent vorhanden.
Der Ausbruch über den langfristigen Abwärtstrend hellt auch das Bild im Wochenchart leicht auf. Hier verblasst diese einzelne Kursbewegung allerdings noch im Vergleich zur gesamten vorangegangenen Abwärtstendenz. Erst wenn der Index auch über die 5380er-Marke steigt, wird ein länger andauernder Umschwung bis in den Bereich zwischen 6550 und 6630 Zählern wahrscheinlicher.
Der Preis-Volumen-Chart zeigt in Form eines Volumengebirges am rechten Rand, auf welchem Kursniveau Umsatzhäufungen stattgefunden haben. Je mehr Umsätze in der Vergangenheit zu einem bestimmten Kurs zustande gekommen sind, desto länger ragt der jeweilige Umsatzbalken nach links in den Chart hinein.
Tageschart mit Preis-Volumen-Profil
Um diese Grafik zu erstellen, wird das Volumen eines einzelnen Tages auf der y-Achse des Charts dort aufgetragen, wo sich der Kurs an diesem Tag bewegt hat. Wenn öfters hohe Umsätze auf dem gleichen Kursniveau getätigt wurden, entsteht mit der Zeit eine Spitze im Preis-Volumen-Chart. In der Regel sind diese Umsatzspitzen gute Indikatoren für Wendepunkte des Kurses.
Niveaus, auf denen viele Umsätze stattgefunden haben, sind erfahrungsgemäß mit höherer Wahrscheinlichkeit eine starke Unterstützung oder ein starker Widerstand. Ein Durchbruch durch eine derartige Chartbarriere hat dann auch eine höhere Aussagekraft als ein Durchbruch durch ein umsatzschwaches Kursgebiet.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/...-erreicht/545183.html?p=1