--------------------------------------------------
Themen-Vorschau zur Ausgabe 98 vom 23./24. Mai 2001
--------------------------------------------------
Staatsanwaltschaft und WestLB einig
ag – Die gegen Mitarbeiter sowie frühere und derzeitige Mitglieder des Vorstands der WestLB seit 1996 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung von Kunden stehen kurz vor dem Abschluss. WestLB-Vorstand Holdijk hat einen Strafbefehl akzeptiert und scheidet aus dem Gremium aus. Gegen die WestLB ist eine Auflage in Höhe von 15 Mill. DM verhängt worden, zu der noch einmal knapp 2 Mill. DM für Mitarbeiter kommen, die die Bank übernimmt. Dies führt zur Einstellung der Verfahren gemäß § 153 a. Damit sei kein Schuldeingeständnis verbunden, sagte WestLB-Chef Friedel Neuber. Mit Blick auf die Brüsseler Beihilfe-Vorwürfe verfolgt die WestLB weiter das Mutter-Tochter-Modell, das die Aufspaltung der Landesbank vorsieht. In das Jahr 2001 ist die Bank mit einer leichten Verbesserung des Betriebsergebnisses nach Risikovorsorge gestartet. Das Ergebnis nahm im ersten Quartal gegenüber dem anteiligen Vorjahreswert um 2,8 % zu. Ausführliche Berichte zur Bilanzpressekonferenz, die letztmalig vom scheidenden Vorstandsvorsitzenden Friedel Neuber geleitet wurde, lesen Sie morgen in der Börsen-Zeitung.
--------------------------------------------------
Goldman will IPO-Spitzenplatz verteidigen
ruh - Goldman Sachs will ihren Spitzenplatz auf dem deutschen Markt für Aktienemissionen verteidigen. Dafür wird unter anderem der Zugang zu den Privatkunden durch Kooperationen intensiviert. Im vergangenen Jahr hatte Goldman in Deutschland den zweiten Rang nach der Deutschen Bank belegt. Zuletzt waren dem US-Haus allerdings einige lukrative Mandate durch die Lappen gegangen. Ein ausführliches Porträt der Emissionsbank folgt in der Mittwochausgabe der Börsen-Zeitung.
--------------------------------------------------
Babcock praktisch schuldenfrei
rd – Der Babcock-Borsig-Konzern ist „praktisch schuldenfrei“, nachdem der Verkauf der A. Friedr. Flender AG und der Börsengang der Nordex AG entsprechende Mittel in die Kasse gespült haben. Es besteht lediglich noch ein vom Land Nordrhein-Westfalen verbürgtes, zinsgünstiges Darlehen. Das erklärte Klaus G. Lederer, der Vorstandsvorsitzende der Babcock Borsig AG, im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Damit ist das finanzielle Potenzial vorhanden, um von der Preussag weitere Aktien der Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW) zu kaufen. Das wird notwendig sein, wenn Babcock und ThyssenKrupp zur Bildung des deutschen Werftenverbundes bei den Werften in diesem Jahr eine Überkreuzbeteiligung von 7,5 % eingehen. Babcock hält derzeit knapp über 50 % an HDW. Die außerordentliche Hauptversammlung der Babcock-Tochter BDAG Balcke-Dürr AG hat am 25. Mai über die Verschmelzung mit der Babcock Borsig AG (neu) zu befinden. Auf diese neue Gesellschaft wird auch die Babcock Borsig AG (alt) verschmolzen. Der Verschmelzungsbeschluss wird in deren ordentlicher Hauptversammlung am 28. Mai zu fassen sein.
--------------------------------------------------
Höherer Selbstbehalt für die Länder gefordert
BZ – Der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar hat in einem Interview mit der Börsen-Zeitung einen höheren Selbstbehalt der Länder beim Finanzausgleich gefordert und eine Nachbesserung des entsprechenden Gesetzentwurfs der Bundesregierung verlangt. Die Länder müssten spürbar mehr als 20 % der jeweiligen Steuermehreinnahmen behalten dürfen, sagte er. Nur dann seien die Anreize für eine gute Wirtschaftspolitik groß genug. Bislang würde teilweise das gesamte Volumen an Steuermehreinnahmen durch den Länderfinanzausgleich wieder zunichte gemacht. Nehmerländer bekämen geringere Finanzzuweisungen, bei Geberländern würden sich die Überweisungen in den Umverteilungstopf dementsprechend erhöhen. Darum rechne es sich nicht, Politik für eine florierende Wirtschaft zu machen.
--------------------------------------------------
Lignum will im 3. Quartal an die Börse
ro Stuttgart – Die Lignum Technologie AG in Schopfloch plant für das dritte Quartal den Gang an die Börse. Es dürfte sich um eins der größten IPO in diesem Jahr handeln. Begleitet in den Amtlichen Handel wird der Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen, der in seinem Segment Weltmarktführer ist, von einem Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank. Weitere Mitglieder sind die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg. Die zu begebenden Aktien werden aus einer Kapitalerhöhung stammen, außerdem trennt sich die DBAG von ihrem 20,68 % betragenden Lignum-Paket, und auch die Altaktionäre wollen Anteile abgeben, allerdings die Mehrheit behalten. Angestrebt wird ein Free Float von etwa 40 %. Lignum steigerte im zurückliegenden Jahr den Umsatz um 21,1 % auf 1,40 Mrd. Mrd. DM, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wuchs um 77,2 % auf 107,3 Mill. DM und der Jahresüberschuss vor der Ausschüttung an stille Gesellschafter im Rahmen eines Mitarbeiterprogramms um 107,2 % auf 72,1 Mill. DM.
--------------------------------------------------
Anzeichen für Bodenbildung beim Geschäftsklima?
ks – Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im April weiter eingetrübt. Vor allem die Urteile zur aktuellen Geschäftslage der vom Münchener Ifo-Institut befragten Unternehmnen fielen noch schlechter aus als erwartet. Allerdings könnte nach dem seit rund einem Jahr zu beobachtenden Abwärtstrend der Prozess der Bodenbildung begonnen haben, da die Prognosen zur künftigen Geschäftsentwicklung nicht mehr ganz so stark nach unten gingen wie bislang. Näheres finden Sie morgen in der Börsen-Zeitung.
--------------------------------------------------