Die amerikanischen Langfrist-Zinsen


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Die amerikanischen Langfrist-Zinsen

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11.06.05 08:54

Die amerikanischen Langfristzinsen im Griff von Spekulanten  

Entgegen weit verbreiteten Erwartungen sind die Langfristzinsen im Dollarraum, ebenso wie jene im Euro- oder im Frankenraum, in den vergangenen Wochen gesunken.
Selbst an höchster Stelle, nämlich in der Schaltzentrale der amerikanischen Notenbank, gaben die rekordtiefen Renditen langfristiger Anleihen Rätsel auf - dies bestätigte der Vorsitzende des Fed, Alan Greenspan, in einer Anhörung vor dem Kongress am Donnerstag.

Aus fundamentaler Sicht spricht einiges für höhere Langfristzinsen: etwa die erstarkende US-Wirtschaft oder die anziehende Inflation. Um das Zinsrätsel zu lösen, muss also nach anderen, technischen Faktoren gesucht werden.
Zu diesen Faktoren zählen spekulative Geschäfte an den Märkten für Zinsderivate, wie Experten der Credit Suisse in einer jüngst erschienenen Analyse zeigten. Im März 2005 verkauften zahlreiche Hedge-Funds Futureskontrakte auf zehnjährige amerikanische Staatsanleihen leer (sogenannte Short-Positionen), weil sie fallende Anleihenkurse und spiegelbildlich steigende Langfristzinsen erwarteten.
Die Wette dieser institutionellen Anleger ging allerdings nicht auf: Die Langfristzinsen blieben niedrig. In der Folge bauten die Hedge- Funds ihre Short-Positionen wieder ab, wodurch die Nachfrage nach «Treasuries» stieg, deren Kurse stiegen und die Renditen sanken.

Der Meinungsumschwung unter den Hedge-Funds ging sogar so weit, dass der Markt Ende Mai «überkauft» (positive Netto-Long-Positionen) war. Die eng verknüpfte Entwicklung von spekulativen Positionen und Renditen verdeutlicht, dass die amerikanischen Langfristzinsen zumindest kurzfristig im Griff von Spekulanten sind.

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