Die 100 größten Unternehmen


Thema
abonnieren
Beiträge: 2
Zugriffe: 690 / Heute: 1
Happy End:

Die 100 größten Unternehmen

2
05.07.05 20:02
Stagnierender Inlandsmarkt, weiter zunehmender Wettbewerb aus Niedriglohnländern, steigende Angst vor der Übernahme durch angelsächsische Finanzinvestoren und die trotz aller Liberalisierungstendenzen zunehmende staatliche Förderung der Industrie vor allem in den Schwellenländern machen den deutschen Unternehmen zu schaffen.
Die 100 größten Unternehmen 2002204

Da werden vor allem im Bereich der Konsumartikelindustrie hierzulande die Produktionen bekannter Marken wie AEG oder Soehnle verlagert. Das kostet Arbeitsplätze. Finanzinvestoren, sie werden hierzulande häufig mit dem vom SPD-Bundesvorsitzenden Franz Müntefering geprägten Begriff der Heuschrecken gekennzeichnet, zwingen deutsche Unternehmen zu noch stärkerer Rationalisierung, also weiterem Arbeitsplatzabbau, und zum Ausschütten von Kapital (Deutsche Börse). Und Schwellenländer wie Taiwan, die Volksrepublik China oder Indien überschwemmen die traditionellen Märkte in Europa und Nordamerika zunehmend mit eigenen, auch technisch anspruchsvollen Produkten.

Europa verliert Produktionen an Fernost

So hatte sich das niemand vorgestellt. Die Globalisierung sollte allen zum Vorteil gereichen. China würde mehr Textilien exportieren. Aber gleich so viele? Der EU ist es noch einmal gelungen, die chinesischen Importe zu beschränken. Aber viel schlimmer ist der Generalangriff der Chinesen auf fast allen Märkten. Und hinzu kommt der massive Wettbewerb aus Indien, der selbst chinesische Löhne unterbietet und viele Dienstleistungsarbeitsplätze auf den Subkontinent zieht.

Immer mehr Produktionen, vor allem von Konsumgütern, verliert Europa an Fernost. Ob Kameras oder Uhren, ob Personenwaagen oder Puppen. In Deutschland oder Europa ist das alles zu wettbewerbsfähigen Preisen nicht mehr herstellbar. Und inzwischen geht es weit über traditionelle Produkte hinaus. Mit Siemens hat sich der letzte deutsche Hersteller aus der Handyproduktion verabschiedet Auch sie ging an asiatische Hersteller, in diesem Fall aus Taiwan. Das tat besonders weh, hat Deutschland damit doch ein Produkt verloren, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird. Aus Asien kommen nicht nur billige Produkte, die die niedrigen Löhne in ihren Preisen weitergeben, dort werden auch in einem atemberaubenden Tempo neue, technisch anspruchsvolle Güter entwickelt.

2004 war ein erfolgreiches Jahr - die Rationalisierung geht weiter

Dennoch war das Jahr 2004 für Deutschlands Großunternehmen ein erfolgreiches Jahr. Sie konnten ihr Wachstum wieder beschleunigen. Auch die Jahresüberschüsse liegen deutlich über denen des Vorjahres. Und das nicht nur bei Mineralölfirmen oder Stahlunternehmen, die von einer vor allem von China ausgehenden starken Nachfrage profitieren. In den Ertragszahlen spiegeln sich auch die Rationalisierungs- und Umstrukturierungserfolge der vergangenen Jahre wider.

Die Frage, die zuförderst an die Deutsche Bank gerichtet war, ob 18 oder 25 Prozent Eigenkapitalrendite in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation notwendig, angemessen oder unanständig hoch sei, geht daher an der Realität vorbei. Alle Führungskräfte sind sich einig, daß der Wettbewerbsdruck eher noch zu- als abnimmt. Daher gilt es, sich darauf vorzubereiten. Wer heute nicht rationalisiert und höchste Effizienz anstrebt, gefährdet morgen alles.

Größere Schwierigkeiten für junge Menschen

Denn die reinen Gewinnzahlen sehen zwar inzwischen wieder beeindruckend aus, sagen aber noch nichts darüber, ob sie im In- oder im Ausland erwirtschaftet worden sind. Und zumeist kommen die Gewinne aus den ausländischen Engagements der Unternehmen, so daß im Inland der Rationalisierungsdruck weiterhin anhält. Das kann man auch an der Tabelle der größten Arbeitgeber ablesen, in der viele Veränderungszahlen ein Minus als Vorzeichen aufweisen, viele Unternehmen also weiterhin Arbeitsplätze abbauen.

Allerdings läßt sich statistisch der negative Effekt der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt schwerer nachweisen, als gefühlsmäßig vermutet wird . Der Bamberger Soziologe Hans-Peter Blossfeld sieht - im Gegensatz zu den meisten Wirtschaftswissenschaftlern - eindeutig negative Auswirkungen der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt. „Durch die Globalisierung entstehende wachsende Unsicherheiten werden vor allem auf die Jugendlichen abgewälzt”, lautet ein Fazit der von der Volkswagen-Stiftung geförderten Untersuchung „Lebensverläufe im Globalisierungsprozess. Veränderung im Bildungs-, Beschäftigungs- und Familiensystem moderner Gesellschaften” durch Blossfeld.

Finanzinvestoren - Wohl oder Übel?

Junge Menschen hätten es immer schwieriger, sich angesichts der Arbeitsmarktlage auf Arbeitsplätzen mit längerfristiger Perspektive zu etablieren”, schreibt die Volkswagen-Stiftung. Die Folge seien höhere und längere Arbeitslosigkeit, Teilzeitbeschäftigungen, prekäre Formen der Selbständigkeit und befristete Arbeitsverhältnisse.

Ohne letztgültige Antwort muß derzeit auch die Frage bleiben, ob die Finanzinvestoren (Private Equity) den übernommenen Unternehmen schaden oder nutzen. Negative Einzelbeispiele wie das des Armaturenherstellers Grohe dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß einige Unternehmen ohne einen neuen Finanzinvestor nicht mehr leben würden.

Wenig Veränderung bei den Größenverhältnissen

An den Größenverhältnissen der deutschen Großunternehmen hat sich gegenüber dem Vorjahr wenig geändert. Die Spitzenpositionen in Industrie, Handel, Banken, Versicherungen und Dienstleistungen werden von den gleichen Unternehmen eingenommen wie im Vorjahr. Lediglich bei den Banken hat sich die Bayerische Hypo-Vereinsbank an der Dresdner Bank (Allianz-Konzern) vorbeigeschoben und nimmt jetzt nach der Deutschen Bank die zweite Position hierzulande ein.

In den weiteren Verläufen der Tabellen gibt es jedoch große Veränderungen. Das Chemieunternehmen Bayer konnte zwar seine zehnte Position innerhalb der Industrieunternehmen halten, obwohl die vormalige Tochtergesellschaft Lanxess (Grundstoffchemie) jetzt mit fast 7 Milliarden Euro Umsatz als selbständige Gesellschaft auf Platz 33 der Liste auftaucht und nicht mehr in den Bayer-Konzern einbezogen ist. Neu ist als selbständiges Unternehmen auch die Rheinmetall AG auf Platz 59 in die Liste aufgenommen worden. Rheinmetall war bisher Bestandteil der Röchling-Gruppe, die nach der Veräußerung von Rheinmetall und ihrer Frankiermaschinensparte mit nur noch 1,4 Milliarden Euro Umsatz gar nicht mehr in der Tabelle erfaßt wird.

Einige Neulinge in der Rangliste

Der starke Abfall von Gea (Position 51 nach Platz 23) ist auch durch Unternehmensverkäufe zu erklären. Gea (im Vorjahr noch MG technologies und früher Metallgesellschaft) hat sich auf das Kerngeschäft des Anlagenbaus reduziert und seinen Sitz von Frankfurt nach Bochum verlegt. Auch bei dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé waren es Verkäufe, die zu einem Rutsch von Platz 39 auf 54 führten. Nestlé hat sich von dem Vertriebsunternehmen Trinks getrennt.

Ein weiterer Neuling in der Übersicht der größten Industrieunternehmen ist überraschenderweise eine Textilgruppe, nämlich die niedersächsische Textilgruppe Daun & Cie. AG. Sie hatte zuletzt von sich reden gemacht durch die Übernahme der insolventen Textilwerke Deggendorf (TWD). An den Standorten in Deggendorf (Niederbayern) und in der sächsischen Stadt Glauchau konnten fast 1.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Daun & Cie. AG mit Sitz in Rastede bezeichnet sich als die größte deutsche Textilindustrie-Gruppe und beschäftigt rund 22.000 Mitarbeiter weltweit. Zu dem Unternehmen gehören unter anderen die Marken NKD, KBC-Lörrach und Mehler.

Als neues Handelsunternehmen taucht die Efremov Kautschuk GmbH mit russischem Hintergrund auf. Sie handelt mit Kautschuk- und Ölprodukten russischer Herkunft und hat ihre Geschäftstätigkeit in Deutschland wie auch im Ausland wesentlich ausweiten können. Bei den Dienstleistern hat sich die in der Entsorgung tätige Remondis (früher Rethmanns) durch die Übernahme des Umweltbereichs des RWE von Rang 45 auf Rang 36 verbessert.

Remondis hat relativ den höchsten Umsatzzuwachs im vergangenen Jahr verzeichnet. An zweiter Stelle steht mit einem Umsatzzuwachs von 151 Prozent die Tchibo Holding. Das ist aber nicht auf den zusätzlichen Verkauf von Kaffee zurückzuführen, sondern auf die Mehrheitsübernahme (50,5 Prozent) des Unternehmens Beiersdorf (Nivea, Tesa). Auch das oldenburgische Energieunternehmen EWE konnte seinen Umsatz durch Zukäufe gut verdoppeln. EWE hatte Ende vorigen Jahres die Beteiligungen des Eon-Konzerns an den Stadtwerken Bremen und der Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) übernommen.

Die 100 größten Unternehmen 2002204

Die 100 größten Unternehmen 2002204

 

Die 100 größten Unternehmen 2002204

 

Die 100 größten Unternehmen 2002204

 

Die 100 größten Unternehmen 2002204

 

Die 100 größten Unternehmen 2002204

 

Die 100 größten Unternehmen 2002204

 

Die größten Unternehmen Europas

Die Tabelle zeigt die Größenverhältnisse vieler deutscher Unternehmen im europäischen Vergleich und gibt Antworten auf die Frage: Woher kommen die Schwergewichte der anderen Länder? Die 100 größten Unternehmen 2002204

 


Die komplette Beilage „Die 100 größten Unternehmen” können Sie hier für 5, 00 Euro als PDF- und ZIP-Datei downloaden.

Auf zehn Seiten finden Sie insgesamt 15 Ranglisten der größten deutschen, europäischen und weltgrößten Unternehmen nach verschiedenen Kriterien wie Umsatz, Börsenkapitalisierung und Zahl der Mitarbeiter sowie Hintergrundberichte über Finanzinvestoren, über den Verlust von Arbeitsplätzen durch die Globalisierung und ihre statistische Erfassung, sowie Investitionsrisiken im Osten Europas.

Der Download ist nach Bezahlung für zwei Stunden freigeschaltet.

Die 100 größten Unternehmen 2002204Download der PDF-Datei
Abrechnung über Firstgate
Die 100 größten Unternehmen 2002204
Die 100 größten Unternehmen 2002204Download der ZIP-Datei
Abrechnung über Firstgate
Die 100 größten Unternehmen 2002204
 

 

Antworten
Happy End:

Kostet eine FAZ-Ausgabe eigentlich mehr 10 EUR?

 
05.07.05 21:42
Wenn für eine Beilage als PDF-Dkument schon 5 EUR verlangt werden...

Die 100 größten Unternehmen 2002319www.faz.net/imagecache/...4F66-97FA-FE4B82F52F35}picture.jpeg" style="max-width:560px" >
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--