Experten erwarten keine Herabstufung der USA
(AFP) – Vor 1 Tag
Washington — Ein privates Beraterteam der US-Regierung sieht nach der Einigung im Schuldenstreit kurzfristig keine Anzeichen für eine Herabstufung der staatlichen Kreditwürdigkeit. Das Finanzministerium teilte mit, die Expertengruppe sei bei einer Sitzung am Vortag einhellig zu dieser Einschätzung gelangt. Aus Regierungskreisen hieß es zudem, dass die Berater auch in einer Herabstufung der Bonitätsnoten durch Ratingagenturen keine ernstzunehmende Gefahr für die Nachfrage nach US-Staatsanleihen sehen. Dem Expertengremium gehören Spezialisten aus dem US-Finanzmarktbereich an.
Die Ratingagentur Moody's hatte am Dienstag mitgeteilt, die Bonität der USA nach der Einigung weiterhin mit der Bestnote AAA zu bewerten. Allerdings werde sie mit einer negativen Tendenz versehen, was bedeutet, dass eine Abwertung in naher Zukunft möglich ist. Das Land könne seine Bestnote verlieren, wenn es eine "Schwächung der Budgetdisziplin im kommenden Jahr" oder eine "deutliche Konjunkturverschlechterung" gebe, erklärte Moody's. Die Agentur hatte ihren Untersuchungszeitraum für die USA am 13. Juli eröffnet. Bis zu einem neuen Urteil über die Kreditwürdigkeit des Landes dürfte es noch Wochen dauern.
Eine Sprecherin der Agentur Standard & Poor's sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine Neubewertung der USA stehe erst Mitte Oktober an. Damit behielt das Unternehmen ebenfalls die Bestnote AAA bei. Allerdings hatte es seine Bewertung der langfristigen Aussichten der USA Mitte April von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Damals teilte die Agentur mit, dass die Gesamtbewertung des Landes innerhalb von zwei Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Drittel gesenkt werde. Drei Monate später sprach sie von einer mindestens 50-prozentigen Senkungswahrscheinlichkeit in einem Zeitraum von drei Monaten.
Auch die Agentur Fitch hielt nach der Einigung an der Bestnote AAA fest. Die Haushaltslage der USA erlaube diese Bewertung vorerst noch, teilte Fitch am Dienstag mit. Den Kompromiss zwischen Demokraten und Republikanern, die sich auf eine Anhebung der US-Schuldengrenze bei gleichzeitigen Einsparungen im US-Haushalt geeinigt hatten, nannte die Ratingagentur einen "wichtigen ersten Schritt". Dieser zeige, dass es den politischen Willen gebe, "am Ende gute Maßnahmen zu ergreifen". Fitch hatte den Untersuchungszeitraum für die USA am 8. Juni begonnen und dürfte Ende August neue Ergebnisse vorlegen.