DEUTSCHE TELEKOM: Ergebnis 2001 wird tiefrot

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DEUTSCHE TELEKOM: Ergebnis 2001 wird tiefrot

 
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Erstmals seit dem Börsengang muss der Chef der Telekom, Ron Sommer, am Dienstag für ein Geschäftsjahr einen Verlust bekannt geben. Unter dem Strich rechnen Experten mit einem Minus von 2,5 Milliarden Euro.

Bonn - Nach Einschätzung von Experten ist der Verlust trotz der Verbesserung der operativen Geschäfte zu erwarten. Ohne Sondererträge soll der Fehlbetrag sogar mehr als vier Milliarden Euro betragen. Zum Ende des dritten Quartals waren beim Bonner Telefonriesen Verluste von einer Milliarde Euro aufgelaufen.
Den Aktionären hatte der Telekom-Vorstand im November bereits signalisiert, dass das Unternehmen für 2001 ein negatives Ergebnis erzielen wird. Die Dividendenfähigkeit sei davon aber nicht betroffen, hieß es damals. Ursache für den Rutsch in die Verlustzone sind die hohen Abschreibungen auf Firmenwerte, die unter anderem durch den Kauf des US-Mobilfunkbetreibers VoiceStream entstanden sind. Hinzu kommen die Zinsaufwendungen für die UMTS-Mobilfunklizenzen und die Verluste bei der US-Tochter VoiceStream.

Nur mit Erlösen aus Beteiligungsverkäufen hatte die Telekom schon im Geschäftsjahr 2000 ein schwaches Ergebnis im Kerngeschäft kompensieren können. Für das Geschäftsjahr 2001 hatte das Unternehmen vor allem außerordentliche Erträge aus dem Verkauf des TV-Kabelnetzes an den US-Medienriesen Liberty Media in Höhe von 5,5 Milliarden Euro eingeplant. Ende Februar genehmigte das Bundeskartellamt jedoch den Verkauf nur unter strengen Auflagen, die Liberty-Media-Chef John Malone nicht akzeptierten wollte.

Durch das Scheitern sei die Telekom beim Verkauf ihres Kabelnetzes um zwölf Monate zurückgeworfen worden, sagte Telekom-Vorstand Gerd Tenzer am Montag in Bonn bei der Vorstellung des 1. Umweltberichtes. Die Telekom werde aber mit Hochdruck daran arbeiten, einen neuen Käufer zu finden. Zu möglichen Interessenten wollte sich Tenzer aber nicht äußern. Innerhalb der nächsten Tage werde die Telekom mit Liberty Media über eine Aufhebung des Vertrages sprechen. Der Vorstand für Produktion, Technik, Einkauf und Umweltschutz rechnet bis Ende März mit einem Abschluss dieser Gespräche.

Tenzer bekräftigte, dass das Kabelnetz der Telekom weiterhin zum Verkauf stehe: "Wir wollen verkaufen." Ziel bleibe eindeutig der komplette Verkauf des Kabels, was Zwischenlösungen nicht ausschließe. Wenn sich alle die Interessenten bei der Telekom meldeten, die in Presseberichten genannt würden, dann werde das Unternehmen keine Schwierigkeiten haben, das Kabelnetz in angemessener Zeit zu verkaufen.

Mit dem vorläufigen Scheitern des Kabelnetzverkaufes ist das Ziel der Telekom, ihre Schulden bis Ende 2002 auf 50 Milliarden Euro zu verringern, nur noch schwer zu erreichen. Ende vergangenen Jahres stand die größte europäische Telekommunikationsgesellschaft bei ihren Geldgebern mit mehr als 60 Milliarden Euro in der Kreide. Für den Schuldenabbau fest eingeplant hat die Telekom ferner zehn Milliarden Euro aus dem geplanten Börsengang ihrer Tochtergesellschaft T-Mobile. Als mögliche Termine wurden Juni oder November genannt. Inzwischen wird aber wegen der angespannten Lage an den Kapitalmärkten eine erneute Verschiebung nicht ausgeschlossen.



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