Ich hatte geschrieben, dass m.W. mehr als 100 Bohrlöcher geplant seien. In der Meldung vom 01.02.2012 hat die DRAG mitgeteilt, dass mehr als 100 Vertikalbohrungen bzw eine kleinere Zahl Vertikalbohrungen sowie eine Vielzahl von Horizontalbohrungen möglich seien. Das ist ein sehr großer Unterschied!
www.rohstoff.de/2012/02/01/...rgy-beginnt-erstes-bohrprogramm/
Das bedeutet, dass die Förderkapazität beim Einsatz von Vertikalbohrungen - vorausgesetzt die Förderleistung ist vergleichbar mit den Leistungen der Anardarko Petroleum (800- 1.200 Barrel/Tag) - sehr, sehr stark ansteigen wird, da eine vertikale Bohrung der (anfänglichen) Leistung von etwa 12-24 horizontalen Bohrungen (also 600-1200 Barrel/Tag) entspricht (allerdings auch deutlich teurer ist).
Anadarko Petroleum schätzt die Netto-Ressourcen für deren Feld (400.000 acres) auf 500 Mio bis 1,5 Mrd BOE. Unterstellt man vergleichbare Zahlen, dann müsste Ressourcen des Feldes von Tecton (2.000 acres) bei 2-6 Mio BOE liegen!
Förderbar davon dürften dann ca. 50 % sein - also 1-3 Mio Barrel Oelequivalent. Die Annahme von Tecton, dass mehr als 100 Vertikalbohrungen möglich seinen, legt die Vermutung nahe, dass die förderbare Ressource von Tecton deutlich höher eingeschätzt wird als die von mir durch Vergleich ermittelte Resssource. Die Erklärung ist realtiv einfach. Berücksichtige ich in meiner Rechnung die von Tectron avisierten 100 Vertikalbohrungen müsste jede vertikale Bohrung ca. 20.000 Barrel erbringen - bei 600 Barrel/Tag wäre das lediglich 33 Tage (bei voller Förderleistung) -und das dürfte deutlichst übertroffen werden!
Die Gesamtförderdauer ist abhängig von dem vorhandenen natürlichen Druck sowie ggf. der zusätzlichen Stimulierungen z. B. Einpressen von Wasser zur Anhebung des Druckes (Fracking wird wohl nicht angewendet werden, da die Permeabilität aufgrund der jetzt bekannten Leistungen der horizontalen Bohrungen ausreichend sein solllte) und wird letztendlich die Wirtschafltichkeit bestimmen.
Bemerkenswert an der Meldung heute ist zudem, dass die Bohrkosten für Horizontalbohrungen tatsächlich sehr günstig sein dürften, da diese Anlagen üblicherweise nach Tagen (inklusive Bohrmanschaft) gemietet werden und vom 01.02. bis zum 22.02. immerhin 3 Bohrungen erfolgreich abgeteuft wurden. Vertikalbohrungen (ohne Fracking) dürfte zwar deutlich teuer sein, haben aber den Vorteil, dass eine (längere) Vertikalbohrung zwischen 12 und 24 Horizontalbohrungen ersetzen kann!
Eigentlich ist eine Vertikalbohrung nichts anderes als eine horizontale Bohrung, die ab Erreichen der kohlenstoffhaltigen Schicht vertikal weitergeführt wird (durch bewegliche Bohrköpfe). Der Vorteil liegt darin, dass oelhaltige Schichten eine begrenzte Schichtstärke haben (z.B. 50 Meter) und dementsprechend über die Länge dieser 50 Meter die Aufnahme und Abführung des Erdoels (bei horizontalen Bohrungen) erfolgt. Die Vertikale Ausbreitung ist natürlich wesentlich breiter - wenn also die vertikale Bohrung über 600 Meter in diese Schicht geführt wird, die Aufnahme sich auf 600 Meter erweitert - also das 12-fache! Die Kapazität hängt folglich von der Länge der vertikalen Bohrung ab!