Mitte letzten Jahres habe ich mich bei meinem Aktien-Portfolio für ein Engagement für die DP entschieden. Dem gingen eigene Chancen- und Risiken-Bewertungen (SWOT-Analysen) vorweg. Auszugsweise habe ich neben vielen anderen Kriterien eine allgemeine wirtschaftliche Eintrübung (externes Risiko) berücksichtigt.
Risiko extern
Allgemeine/r wirtschaftliche/r Eintrübung/Rückgang oder Gleichstand
Grundsätzlich kann sich kaum ein Unternehmen einer gewissen wirtschaftlichen Eintrübung (wenn sie dann kommt) entziehen. Die Frage ist jedoch, ob die Gesamtheit der Chancen (extern) und Stärken (intern) größer sind und sich unterm Strich für die DP positiv auswirken.
Vorab hierzu ein netter Satz mit einem Stück Wahrheitsgehalt von einem ehemaligen Kollegen:
Läuft die Wirtschaft nicht ganz so, geht’s der Post gut, weil mehr Werbung zur Kundengewinnung (Werbebriefe, Image-Broschüren, Einladungen zur Hausmesse etc.) gemacht werden muss.
Die DP ist mit verschiedenen Geschäftsfeldern auch geografisch diversifiziert aufgestellt. Aus Sicht der Umsatz- und Absatzentwicklung bedeutet das immer eine Risikominimierung. In Wirklichkeit sehe ich bei der vorhandenen Struktur mehr Chancen. Betrachtet man z.B. nur die wirtschaftlichen Entwicklungen in Asien, so wird sich dieser Markt dauerhaft die nächsten Jahre prosperierend und damit extrem positiv für die Post entwickeln. Panzerasseln in Nord-Korea ist nur Psychologie, am Ende werden andere Kräfte das Land heilsam verändern.
Ein anderen Aspekt ist gewissermaßen mein Lieblingsthema: Online-Shopping. Hier sehe ich ungebrochen langfristig eine stetige Zunahme von Anbietern und Kunden in Deutschland. Hierzu trägt auch bei, dass in vielen Ländern Europas die Potentiale bei weitem noch gar nicht ausgeschöpft sind. Der zu verteilende Kuchen für Ware allgemein wird durch die Angebote der Online-Anbieter nicht größer, jedoch ändert sich das Einkaufsverhalten der Kunden verbunden mit zunehmenden Dienstleistungen für bzw. durch die DP.
Das Paketgeschäft der DP wird sich von daher weiterhin gut entwickeln. Ein Nebenaspekt ergibt sich aus der einfachen Betrachtung, wo Pakete sind, werden auch Briefe (Mahnungen, Werbung, Kataloge etc.) versendet. Das fördert den Briefbereich.
Insgesamt mache ich mir um die geschäftliche Entwicklung der Post keine Sorgen. Dennoch ist der Kurs aktuell zurückgegangen und sicherlich wird der Chartlord mit seinen professionellen Analysen, Anmerkungen uns weiterhin gut erklärend begleiten.
Ich habe den Eindruck, dass einige Analysten die Post nur oberflächlich beurteilen, einfach nicht in die Tiefe gehen und sich nicht mit wichtigen Details auseinandersetzen. Ich glaube jedoch, dass der Druck auf dem Kessel für die Anleger und für einige Analysten bis zur 1. Quartalsmeldung 2013 der DP eher zunehmen wird und dann ist Erklärungsnot angesagt. Aber nicht für uns Posträuber.
Besten Tag wünscht Flanke