Ich sehe nur den Schock vor Augen, wenn die Post im zweiten Quartal den Trend des ersten bestätigt. Dazu braucht man nur realistisch die Steigerung der Geschäftstätigkeit (vor allem im PeP-Bereich) verfolgen. Dann kann man nur zu dem Schluss kommen, dass der Kurs beibehalten wird. Vielleicht nicht auf dem Rekordwert des ersten Quartals, aber dennoch deutlich gestiegen im Vegleich zu den Vorjahren.
Dann erst werden die bislang ungenügenden Einschätzungen des Marktes und der Analysten die richtige Korrektur vornehmen müssen, die die Geschäftssteigerung erfordert. Bislang ist das EpS als Durchschnittswert von 191 auf 201 Cent angehoben worden. Bleibt man mal realsitisch auf dem Teppich und rechnet von 201 Cent einfach die erreichten 57 Cent des ersten Quartals ab, so verbleiben nur noch 144 Cent. Jetzt aber hat man ein Problem, weil das letzte unbelastete vierte Quartal war das in 2013 und brachte damals 64 Cent EpS.
Zieht man die von 144 ab, so verbleiben nur noch 80 Cent für das zweite und dritte Quartal. Will man dann wirklich davon ausgehen, dass die Post in 2016 im zweiten und dritten Quartal und erst recht im vierten Quartal kein Wachstum gegenüer 2013 und 2014 erzeugen konnte ?
Rein recnerisch wären das mehr als 25% weniger als im ersten Quartal; also ein Einbruch der Geschäftstätigkeit.
Nein, der Markt beginnt das zu ahnen und reagiert entsprechend. Der ständig andersperformende Kurs der Post beruht auf der Tatsache, dass die Käufer die Post nur kaufen, wenn der Markt nicht steigt, weil das den Kurs dann doppelt antreiben würde, weil die Shorties da aufspringen würden, was sie beim fallenden Dax nicht tun. Nur so erklärt sich der ständige Kursanstieg der Post, wenn der Dax schwach ist. Kauforders der Post im steigenden Dax werden nur streng limitiert unterhalb des Daxanstieges gegeben und dürfen die Post nicht ansteigen lassen.
Das aber hat zur Folge, dass man an dem Umsätzen sehen kann, dass dann nur sehr geringe Stückzahlen umgesetzt werden, weil kaum noch einer zu den Kursen verkaufen will. Kommen dann aber unlimitierte Kauforders, so springt der Kurs sofort an und auch die gehandelten Stückzahlen. Das war heute Vormittag schon der Fall. Darauf stellten die Käufer ihre Orders ganz ein. (bei 26,60)
Erst als sich wieder Verkäufer gesammelt hatten ging der Kurs sofort zurück und die limitierten Orders kamen wieder in geringer Stückzahl zum Zug.
Das Problem bei dieser Vorgehensweise ist, dass fundamental die Zahl der Verkäufer immer geringer wird und die Shorties gar nicht dabei sind. Da ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Post immer steigen wird, bis sie ihre richtige Marktgewichtung erreicht hat. Selbst 200 Cent kann man nicht mit 26 oder 27 rechtfertigen. Da müssen mindestens 28,41 (=altes Allzeithoch) beim Dax unter 10 474 her.
Ich warte mit dem nächsten Nachkauf bis nach dem Brexit ab. Nachkaufen zu steigenden Kursen kann ich immer, aber hier ist eine kleine Chance auf fallende Kurse. Die werde ich erst einmal mindestens abwarten.
Alles Gute
Der Chartlord