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Also ich habe das ganze Interview gelesen und finde da viel Zweifelhaftes, wenn nioht gar Traumtänzerei.
Zum einen die Aussagen zum Welthandel: Appel erwartet weiterhin nur "moderate" Wachstumsraten, wobei vor allem China als treibende Kraft seine hohen Wachstumsraten nicht werd halten können. "Solch einen Wachstumsmotor (wie China in der Vergangenheit) sehen wir in Zukunft nicht."
Aus diesen Aussagen schliesse ich auf eine verkappte Warnung, dass der belastende Frachtbereich auch in Zukunft die Achillesferse der Post bleiben wird.
Zu den Paketboxen: (Ist der Paketkasten ein System, dass funktionieren wird ?") Appel räumt ein, das die Paketbox noch längst nicht flächendeckend in den Haushalten angekommen sei, dass es allerdings Wachstumsraten gebe. Der Knaller kommt dann auf die Frage, was die Box nun eigentlich bringen solle: "Ganz neue Möglichkeiten der Vermarktung": Wenn ein Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt bringe, werd der Versandhändler wissen, welche Kunden sich dafür interessieren. Die Post könne dann dann am Morgen direkt in die Paketbox liefern (ohne dass der Kunde überhaupt bestellt habe) , sodass der Kunde das neue Angebot testen und dann auch gleich kaufen könne. . Die Kunden müsse die Ware also nicht einmal bestellen. Und wenn die sie gar nicht wollen? Dann hole die Post die Lieferung am nächstenTag wieder ab. Ich fasse es nicht: Orwells gläserner Bürger bringt Appelt Augen zum Leuchten....
Genauso skurril die Aussagen zum Lebensmitelhandel, wo Appel enormes Potential sieht. Auf die Frage, was wir denn bittschön noch alles online kaufen sollen, verweist Appel als Beispiel für das Potential von Lebensmittel-Sendungen etwa auf eine Kochsendung im Fernsehen. "Nehmen wir als Beispiel eine Kochsendung", sagt Appel. Der Kunde melde sich als Zuschauer an und erhalte daraufhin am Tag der Sendung alle Zutaten für das Fernsehrezept nach Hause geliefert. "Sie wissen vielleicht vorher gar nicht, was zubereitet wird, und kochen dann einfach mit."
Für mich fallen solche Aussagen in die Sparte Marketing-Gag ähnlich der in den Medien gehypten Postdrohne. Hier gibt Appel den Marketing-Gag sogar selbst zu: Auf die Frage, ob solche Innovationen wie die Paketdrohne echte Innovationen oder nur Marketing-Gags seien, antwortet Appel, dass manche Innovationen beides sein können. Der Paketkopter sei ein "fantastischer Marketing Erfolg gewesen, denn in all seinen Jahren bei der Post, sei noch nie so viel über die Firma geschrieben worden wie über den Testflog der Drohne.
Mein Fazit: Viele Luftblasen, wenig wirklich Substantielles. Das Interview wäre für mich eher ein Grund, die Finger von der Aktie zu lassen als mich vom Potential der Post zu überzeugen.
Und wie bewertet Appel die Gefahr, dass Amazon als wichtigster Kunde möglicherweise seinen eigen Lieferzustelldienst etablieren Könne, antwortet Appel: "Wenn neue Akteure erfolgreich in den eigenen Markt eindringen, dann bedeutet das nur, dass man selbst nicht gut genug war".
Aha.....
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