Andreas Hoose vom Antizyklischen Boersenbrief heute in seinem Kommentar:
"Viele Kollegen scheinen nämlich gerade erst zu registrieren, was seit Monaten mit großen Buchstaben überall angeschrieben steht: Dass die Lage an den Kapitalmärkten doch nicht so rosig ist, wie sie, die Kommentatoren, bis vor wenigen Wochen noch geglaubt hatten. Deshalb wird jetzt eifrig zurück gerudert. Die „Rettungspolitik“, die wir seit Jahren bestaunen dürfen, ist nun auf einmal vielleicht doch keine so gute Idee. Das können wir da jetzt tatsächlich lesen!
Andere sind da schon ein wenig trotziger: Kaum fallen die Kurse einmal ein paar Tage hintereinander, wird nun, einem alten Reflex folgend, lauthals nach der Notenbank gerufen. Die EZB solle doch bitte eingreifen und möglichst bald die Börsen „retten“. Zum Beispiel, indem sie in großem Stil Staatsanleihen aufkauft.
Natürlich wird sie das schon bald tun, doch wer immer noch nicht verstanden hat, dass auch dieser verzweifelte Schritt nichts bewirken wird, dem kann man nur ein herzhaftes „Ja mei!“ zurufen Diesmal mit der Bedeutung: „Du Hornochse wirst es wahrscheinlich nie kapieren!“
Im Großen und Ganzen scheint sich im Übrigen gerade eine gewisse Desillusionierung breit zu machen: Während der DAX mit der „Betonmarke“ von 8.900 Punkten flirtet, eine Tatsache, die viele Kollegen noch zu Jahresbeginn für „vollkommen ausgeschlossen“ gehalten hatten, scheinen die Anleger in den USA gerade vor einem veritablen Oktober-Crash zu zittern.
Am Donnerstagabend hat der Angst und Gier Index des Börsensenders CNN das mit weitem Abstand niedrigste Niveau seit mehr als drei Jahren erreicht. Nur noch drei Punkte von 100 Möglichen.
Das bedeutet: Der großen Masse schlottern jetzt die Knie. Ein Crash scheint unausweichlich.
Doch das ist die wirklich gute Nachricht an diesem Freitag: Denn wovor alle Angst haben, das wird garantiert nicht eintreffen..."
Quelle: Godmodetrader.de
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