Auf den ersten Blick würde man meinen, dass die Anhebung des Ratings und die Aussicht auf große Ausschüttungen bei einem unverändertem Kursziel von 27 nur eine Stimmungsmache zugunsten der Post ist. Aber dem ist nicht so. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, der merkt, dass ein maues Kursziel von ca. 7% über dem gegenwärtigen Kurs eigentlich keine Kaufempfehlung ist, die allerdings mit den pauschal erwähnten hohen Ausschüttungen so gar nicht zusammen passt.
Und genau das ist so beabsichtigt. Wer sich auskennt, der merkt, dass hier nicht auf den gegenwärtigen Kurs abgezielt wird, sondern auf die nächsten Zahlen, die schon für das dritte Quartal ein sehr aussagekräftiges Bild für 2014 abgeben, und das nicht für ein verschwommenes EBIT sondern für das klare EpS, weil dann schon die genauere Leistungsbilanz errechenbar ist. Das ist den viel besseren Zahlen des zweiten Quartals geschuldet, die die Fortsetzung des Wachstums aus dem ersten Quartal unter verminderten Währungsbelastungen beinhalten und die Aussicht für das dritte Quartal zur entsprechenden Hochrechnung ermöglichen. Das ist dem gleichbleibenden organischen Wachstum von 17% im PeP-Bereich für die ersten 6 Monate abzuleiten.
Da das aber schon erbrachte Werte sind, die weit über den 27 Euro liegen, und eine Erwartung des Vorstandes für 2015 zurückgenommen wurde, kommt den Zahlen des nächsten Quartals eine besondere Bedeutung zu. Hier wird eine Hochrechnung für das laufende Jahr im EpS ermöglicht, das weit über den Erwartungen der Analysten liegen wird. (bisher ca. 1,71 nach Steuern). Für eine Neubewertung von 2014 auf dieser Grundlage reichen aber die Hochrechnungen von nur zwei Quartalen nicht aus. Da muss auf das dritte gewartet werden, denn das gleichbleibend hohe Wachstum ermöglicht eine verläßlichere Hochrechnung, zumal dann auch daran eine Prognose für 2015 auf der hochgerechneten Basis von 2014 angeknüpft werden kann. Entgegen den bisherigen Erwartungen für die zurückgenommene Prognose für 2015, wird die Neubewertung wegen der viel höheren Basis eben auch eine viel höhere neue Prognose ergeben.
Ein günstiger Nebeneffekt dieser neuen Bewertungen ist die Berücksichtigung des höheren EpS, das auch bei der Hochrechnung bereits auf eine Anhebung der Ausschüttung hindeutet.
Alles Gute
Der Chartlord