Die Währungspolitik wirkt sich nicht nur auf die Post aus - auch umgekehrt ? Wieso ? Womit ? Ganz einfach, die Post ist selbst am Kapitalmarkt als Anleiheausgeber tätig, und steht damit zu allen anderen Anlehen in Konkurrenz. Diese Konkurrenz gestaltet und entwickelt den Zinsmarkt natürlich in Abhängigkeit von der jeweiligen Bonität und dem Leitzins. Auch auf diesem Feld der Wirtschaft gilt das Prinzip Angebot und Nachfrage. Da die Post ihre Anleihe unternehmensbezogen aus Deutschland heraus plaziert, ist das gesamte deutsche Anleihenumfeld relevant. (und nicht das griechische) Teuerungsraten haben auch bei der Post einen wesentlichen Einfluss auf die Preisgestaltung. Ich bin bislang davon ausgegangen, dass das nicht extra in diesem Forum erwähnt werden muss, dann sei es hiermit eben getan.
Zu den Kenntnissen der deutschen EZB Vertreter möchte ich mich nicht Äussern, zu ihren öffentlichen Äusserungen schon. Insbesondere, wenn beide gegenteiligen Meinungen nur von untergeordneter Bedeutung sind. Beide gehen gleichermassen von der Einhaltung einer strengen Haushaltsdisziplin aus. Aber erstens - Alle schuldrechtlichen Verpflichtungen wie auch immer sie sein mögen, sind solange nicht von Bedeutung, solange die Tilgung erfolgt. Das ist unstreitig. Zweitens - Jede Form des Eingriffs der EZB egal wie (Zinsschiene, Anleihenaufkauf), steht unter der Bedingung der Währungsstabilität. Das ist unsttreitig. Drittens - anders als in der "alten" Bundesrepublik, in der ein einheitlicher Wirtschaftsstandort mit einheitlicher Währungsstabilität vorhanden war, ist der Euroraum zwar währungsvereinheitlicht, aber nicht wirtschaftsvereinheitlicht. Hier kann und wird es im Laufe der Zeit immer wieder zu Schwankungen der Währungsstabilität kommen, da die einzelnen Nationalstaaten gesondert und verschieden regional auf den Markt einwirken. Dabei sind auch wie bei der Post Bonität und Zinsniveau tragende Fakten, die im Resultat das Zinsniveau der Staaten bilden. Der Leitins hat anders als in der früheren Bundesrepublik keine vereinheitlichende Wirkung, da die Bonität Deutschlands, seiner Bundesländer und der Kommunen immer gleich war. Das ist mit den Mitgliedsstaaten des Euro nicht der Fall. Damit ist jedoch der EZB in dieser Hinsicht das Mittel der Änderung der Leitzinspolitik entzogen. Die Folge sind unterschiedliche Zinsen in unterschiedlichen Wirtschaftsräumen. Darauf zu reagieren hat keiner der beiden deutschen EZB Vertreter in irgendeiner Weise erwähnt. Es ist immer nur von Schulden die Rede gewesen, nicht von Zinsregularien. Da in diesen Fällen die Zinsen nicht direkt durch die EZB den Ländern vorgegeben werden können, bleibt natürlich nur der direkte Weg über den Schuldenaufkauf und zwar nicht im deflatorischen Sinne. Das geht aber nur in dem man die Anleihen direkt von den Staaten kauft. Das bewirkt, dass die Nachfrage nach den Anleihen künstlich durch die EZB gesteigert wird in dem das Angebot gesenkt wird und der Markt das Zinsniveau senkt bevor die Anleihen plaziert werden. Sinkende Anleihezinsen bedeuten aber sinkende Inflation, und die heute Vormittag erwähnte Schere zwischen Inflation und Deflation schliesst sich wieder. Dazu muss aber direkt und nicht indirekt gekauft werden. Das geht aber nur durch restriktives Einwirken auf die Landeshaushalte, ansonsten (grins über beide Backen) würde Deutschland nach und nach den Wettbewerb der übrigen Europäer abwürgen (TNT), und die Märkte beherrschen. Anfangen würde es übrigens in Italien und Frankreich. In diesen Ländern würde die jetzt schon schwierige Lage der Automobilbranche zusammenbrechen und nur die Cars made in Germany würden überleben. Massenarbeitslosigkeit ist die Folge und den Rest kann sich jeder denken. Alle Länder ausser Deutschland haben jetzt schon eigentlich nur die Wahl zwischen dem Regen des Überschuldungsabbaues und der Traufe des kollabierenden Euroraumes. Darüber braucht sich die Post nicht den Kopf zerbrechen, denn entweder ist der regionale deutsche Bereich betroffen oder der aussereuropäische. Der Rest wird immer geringer.
Alles Gute
Der Chartlord