Vieles hängt natürlich davon ab, wie sich die Märkte im weiteren Jahresverlauf verhalten werden.
Ich neige aber eher der Meinung zu, dass die nunmehr über 2 Jahre anhaltende Aufwärtstrendlinie der Post zu steil ist, um auf Dauer gehalten zu werden und dass ich einkalkuliere, dass die Aktie unter weiterhin hoher Volatilität allmählich versuchen wird, einen neuen flacheren Aufwärtstrend auszubilden. Denn zeichnet man die gegenwärtige Linie in die Zukunft fort, so stößt man schnell in Kursregionen, die das Gewinnwachstum einfach nicht her gibt, ohne über kurz oder lang zu einer starken Überbewertung zu führen. Die Steilheit der jetzigen Linie ergab sich schließlich aus einer enormen Unterbewertung der Post in Verbindung mit einer hohen Erwartungshaltung durch die Strategie 2015. Diese Unterbewertung ist jetzt abgebaut.
Auf der anderen Seite werden jetzt Analystenmäßig sicherlich die Erwartungen an die Post wieder nach unten angepasst; wenn dann der Währungstrend - wie in den letzten Wochen bei manchen Emerging Market Währungen zu beobachten, wieder auf Dauer drehen sollte, kann allein über die Währungsseite auf einmal wieder ein ziemlich positives Überraschungspotential in den nächsten Zahlen stecken.
Wenn ich jetzt kein Endfünfziger wäre, sondern "deutlich" jünger, würde ich mir über mein Engagement in der DP keinerlei Gedanken machen, sondern sie auch durch die Dividende als Cash Cow mit Steigerungspotential betrachten und vor allem auch angesichts der verkündeten Strategie 2020 und der marktbeherrscenden Stellung in vielen Märkten der Welt "stärkere" Kursrücksetzer durchaus zum Nachkauf nutzen (das war jetzt noch kein stärkerer Rückgang). In meiner Alters-Situation muss ich natürlich schon etwas aufpassen, dass ich mir meine Vermögenslage nicht durch unvorhergesehene "Unfälle" zu stark beeinträchtige. deshalb geh ich bei der Post jetzt auch etwas vorsichtiger zu Werke. Meine Tradingpositionen hatte ich ja zum Glück schon ein paar Tage vor den Zahlen rausgehauen und mein Engagement auf das Basisinvest reduziert.