füchsin hat das Thema angesprochen (#6075) - es ist wie mit dem Markt, man kann sich theoretisch in alle reindenken, aber dann eine allgemein gültige These aufstellen, die für alle gilt - geht nicht.
Warum sollte ein Wettbewerber nicht auf Kosten des Gewinns ein Wachtum im Großkunden-Segment durchführen, solange es in seine Geschäftsstrategie passt?
Die Mindestlohndebatte ist auch vielschichtig, aber einen ganz wichtigen Punkt darf man in der Überlegung grundsätzlich nicht vergessen!
Die Post hat einen Flächenversorgungsaufttrag für Deutschland! Die Wettbewerber nicht.
Gestern Abend bei Jauch die Aussage von dem "Onlineversand-Experten": "...die Post subventioniert die Paketpreise quer und kann dadurch höhere Löhne verkraften..." - da wurde das Thema "Flächenversorgungsaufttrag für Deutschland" auch wieder schön unter den Tisch gekehrt.
Am Ende sollte man diese Grundvoraussetzung als gegeben ansehen, dadurch hat die Post auch das beste Logistik-Netz über ganz Deutschland und der Wettbewerb schaut wo sich seine Geschäftsausrichtung lohnt. Entsprechend diversifiziert ist der Wettbewerb.
DPD - Ausrichtung rein auf Geschäftskunden (Franchise-Modell mit regionaler Aufstellung der Depots die eigenverantwortlich geführt werden)
Hermes - Otto-Logistik die aus ihrem Versand-Handel heraus den Kontakt zu ihren Kunden ausbauen wollen und auch mit weiteren privaten Päckchen ihr Netz weiter auslasten wollen
Viele Großkunden haben Briefe und Pakete mit unterschiedlicher regionaler Ausrichtung. Da alles zu bewerten und mehr als Tendenzen abzuleiten wie die Portoerhöhung sich auf die Geschäftentwicklung auswirkt, sehe ich als kritisch an. Daher lauft nicht jeder News / Artikel "hinterher" und münzt das auf eure Anlage um.
Ich überschlage das sehr vereinfacht und grob. Die letzte Portoerhöung hat ca. 100 Mio. Mehreinnahmen gebracht. Veranschlage ich jetzt nur 50 Mio. Mehreinnahmen für 2014 (für die Portoerhöhung auf 60 Cent) entspricht das ca. einem Potential von 100 Mio. (vollbezahlten) Briefen. Diese müssten mindestens zur Konkurrenz wegbrechen, damit sich die Erhöhung als flop rausstellt. Im Großgeschäftskunden-Umfeld hat man es aber auch häufig mit "Info-Briefen" zu tun. Gleicher Inhalt an verschiedene Kunden etc. Schaut doch mal auf eure Brief-Post dann wisst ihr was ich meine. Ganz so einfach ist damit die These nicht "wenn x Großkunden wegbrechen - geht die Portoerhöhung nach hinten los..."
Fazit: Ich bin überzeugt das sich die Portoerhöhung positiv auf die Marge auswirkt. Das Gesamtgeschäft in Deutschland (Briefe, Werbepost, Pakete) stimmt immer noch für die Post. Der Mindestlohn wird die Einstiegshürde für regionale Brief-Dienstleister (Großstädte) erhöhen. Der Wachstumsmarkt ist der Onlineversand. Hier profitiert die Post von der Flächenausrichtung in Deutschland und optimiert hier weiter in die Logistik-Netze.
Der Wettbewerb ist hart umkämpft, die Margen klein. Dadurch müssen Konkurrenten auch massiv investieren wenn sie im Massengeschäft mitspielen wollen.