EXPORTREKORD VON 2003 BEREITS IM NOVEMBER GEBROCHEN
Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im November trotz des Euro-Höhenflugs erneut mehr exportiert. Die Exporteure setzen nun nach dem Rekordjahr 2004 auch im laufenden Jahr auf weiter gute Geschäfte.
Die Firmen verkauften Waren im Wert von 66,6 Milliarden Euro ins Ausland und damit saisonbereinigt 0,4 Prozent mehr als noch im Oktober, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Damit lagen die Exporte 13,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. "Im neuen Jahr wird das Exportieren etwas schwieriger werden", erklärte Außenhandelsverbandschef Anton Börner. "Dennoch sehen wir keinen Anlass, von einer Trendwende nach unten zu sprechen."
Weil die Importe im November mit 54,7 Milliarden Euro um 1,8 Prozent über dem Niveau vom Oktober lagen, schrumpfte das Plus in der Handelsbilanz auf 11,9 von 12,6 Milliarden Euro. "Mit einem Handelsbilanzüberschuss von gut 145 Milliarden Euro von Januar bis November wurde bereits jetzt das Ergebnis des Vorjahres weit übertroffen", erklärte Börner. "Für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft spricht es, dass dieses Resultat vor dem Hintergrund hoher Rohstoff- und Energiepreise und eines ungünstigen Euro-Kurses erzielt werden konnte." Auch der Wert aller Exporte lag im November mit fast 674 Milliarden Euro schon zehn Milliarden Euro über dem Gesamtstand von 2003.
Ende 2004 hatte der Höhenflug des Euro - der allein im November von 1,28 auf 1,33 Dollar stieg und zum Jahreswechsel einen Rekordstand über 1,36 Dollar erreichte - erneut die Angst vor starken Bremseffekten auf den deutschen Export geschürt. Wie stark Deutschland 2005 von der Nachfrage aus dem Ausland profitiert, ist aber noch umstritten. "Ich sehe keinen Grund, warum die Exporte nicht weiter ganz gut laufen sollten", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. "Die Weltwirtschaft läuft noch ordentlich, und die Lage beim Euro hat sich entspannt." Skeptisch äußerte sich Andreas Rees von der HypoVereinsbank: "Es gibt eine Reihe von Hinweisen, dass die Weltwirtschaft an Fahrt verliert. Das ist nur eine Frage der Zeit."
Insgesamt sorgte die starke Exportwirtschaft im vergangenen Jahr fast im Alleingang für Wirtschaftswachstum in Deutschland. Die erste Schätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt für 2004 veröffentlicht das Statistikamt am Donnerstag. Volkswirte erwarten im Schnitt eine Wachstumsrate von 1,7 Prozent. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass 2005 auch die bislang sehr schwache heimische Nachfrage etwas zulegen kann.
Vor allem konsumabhängige Branchen spürten 2004 wenig von der Erholung. So sanken die realen Umsätze im Gastgewerbe um rund zwei Prozent. Dabei konnten Hoteliers allerdings wieder steigende Umsätze verbuchen, während Bar- und Restaurantbesitzer erneut weniger Einnahmen zu beklagen hatten. Von der boomenden Weltwirtschaft profitierte vor allem die deutsche Industrie, darunter auch die deutschen Stahlhersteller, die nach jüngsten Daten der Statistiker 2004 so viel Rohstahl produzierten wie nie seit der Wiedervereinigung.
Nachdem die Ausfuhren nach dem Boom zu Jahresbeginn im Sommer gesunken waren, erwarten Analysten für das Schlussquartal 2004 wieder günstigere Zahlen. "Wenn der Dezember noch einmal gut kommt, ist ein reales Plus von 1,5 Prozent drin", sagte Solveen. Ob der Handel insgesamt damit zum Wachstum beigetragen hat, hält Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein aber noch für fraglich: "Falls der Außenhandel auch im Dezember eher enttäuscht, belastet das natürlich auch die Erwartungen einer Erholung der Wirtschaft im vierten Quartal." Im Sommer war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich nur noch um 0,1 Prozent gewachsen, wobei der Außenhandel auch wegen eines kräftigen Importanstiegs das Wachstum gedrosselt hatte.
Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im November trotz des Euro-Höhenflugs erneut mehr exportiert. Die Exporteure setzen nun nach dem Rekordjahr 2004 auch im laufenden Jahr auf weiter gute Geschäfte.
Die Firmen verkauften Waren im Wert von 66,6 Milliarden Euro ins Ausland und damit saisonbereinigt 0,4 Prozent mehr als noch im Oktober, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Damit lagen die Exporte 13,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. "Im neuen Jahr wird das Exportieren etwas schwieriger werden", erklärte Außenhandelsverbandschef Anton Börner. "Dennoch sehen wir keinen Anlass, von einer Trendwende nach unten zu sprechen."
Weil die Importe im November mit 54,7 Milliarden Euro um 1,8 Prozent über dem Niveau vom Oktober lagen, schrumpfte das Plus in der Handelsbilanz auf 11,9 von 12,6 Milliarden Euro. "Mit einem Handelsbilanzüberschuss von gut 145 Milliarden Euro von Januar bis November wurde bereits jetzt das Ergebnis des Vorjahres weit übertroffen", erklärte Börner. "Für die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft spricht es, dass dieses Resultat vor dem Hintergrund hoher Rohstoff- und Energiepreise und eines ungünstigen Euro-Kurses erzielt werden konnte." Auch der Wert aller Exporte lag im November mit fast 674 Milliarden Euro schon zehn Milliarden Euro über dem Gesamtstand von 2003.
Ende 2004 hatte der Höhenflug des Euro - der allein im November von 1,28 auf 1,33 Dollar stieg und zum Jahreswechsel einen Rekordstand über 1,36 Dollar erreichte - erneut die Angst vor starken Bremseffekten auf den deutschen Export geschürt. Wie stark Deutschland 2005 von der Nachfrage aus dem Ausland profitiert, ist aber noch umstritten. "Ich sehe keinen Grund, warum die Exporte nicht weiter ganz gut laufen sollten", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. "Die Weltwirtschaft läuft noch ordentlich, und die Lage beim Euro hat sich entspannt." Skeptisch äußerte sich Andreas Rees von der HypoVereinsbank: "Es gibt eine Reihe von Hinweisen, dass die Weltwirtschaft an Fahrt verliert. Das ist nur eine Frage der Zeit."
Insgesamt sorgte die starke Exportwirtschaft im vergangenen Jahr fast im Alleingang für Wirtschaftswachstum in Deutschland. Die erste Schätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt für 2004 veröffentlicht das Statistikamt am Donnerstag. Volkswirte erwarten im Schnitt eine Wachstumsrate von 1,7 Prozent. Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass 2005 auch die bislang sehr schwache heimische Nachfrage etwas zulegen kann.
Vor allem konsumabhängige Branchen spürten 2004 wenig von der Erholung. So sanken die realen Umsätze im Gastgewerbe um rund zwei Prozent. Dabei konnten Hoteliers allerdings wieder steigende Umsätze verbuchen, während Bar- und Restaurantbesitzer erneut weniger Einnahmen zu beklagen hatten. Von der boomenden Weltwirtschaft profitierte vor allem die deutsche Industrie, darunter auch die deutschen Stahlhersteller, die nach jüngsten Daten der Statistiker 2004 so viel Rohstahl produzierten wie nie seit der Wiedervereinigung.
Nachdem die Ausfuhren nach dem Boom zu Jahresbeginn im Sommer gesunken waren, erwarten Analysten für das Schlussquartal 2004 wieder günstigere Zahlen. "Wenn der Dezember noch einmal gut kommt, ist ein reales Plus von 1,5 Prozent drin", sagte Solveen. Ob der Handel insgesamt damit zum Wachstum beigetragen hat, hält Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein aber noch für fraglich: "Falls der Außenhandel auch im Dezember eher enttäuscht, belastet das natürlich auch die Erwartungen einer Erholung der Wirtschaft im vierten Quartal." Im Sommer war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsvergleich nur noch um 0,1 Prozent gewachsen, wobei der Außenhandel auch wegen eines kräftigen Importanstiegs das Wachstum gedrosselt hatte.