Deutsche Börse bringt große Opfer


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Deutsche Börse bringt große Opfer

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20.06.06 07:52

HANDELSBLATT, Dienstag, 20. Juni 2006, 07:37 Uhr

Fusion mit EuronextDeutsche Börse bringt große Opfer 2624477
Deutsche Börse bringt große OpferDeutsche Börse bringt große Opfer 2624477

Bislang will die Vierländerbörse Euronext mit der New York Stock Exchange fusionieren. Auch die Deutsche Börse buhlt um die Pariser. Um ein Umdenken herbeizuführen, haben die Frankfurter weitreichende Zugeständnisse gemacht: Sie opfern Führungspositionen, ihr Handelssystem Xetra und sogar ihre eigene Stadt.

Deutsche Börse bringt große Opfer 2624477
Deutsche Börse bringt große Opfer 2624477bin01.handelsblatt.com/...&sfn=cn_load_bin&id=1260255" style="max-width:560px" align=left vspace=20 border=0>Deutsche Börse bringt große Opfer 2624477 Frankfurt würde in der fusionierten Börse an Gewicht verlieren. Foto: ap

ali/ben/mm/pot/rob/HB FRANKFURT/PARIS. Laut dem neuen Vorschlag würde Euronext den Aufsichtsratschef stellen, teilte die Deutsche Börse am Montagabend nach einer siebenstündigen Aufsichtsratssitzung mit. Bisher hatte Frankfurt diesen Posten beansprucht und ihm überdies eine entscheidende Stimme einräumen wollen. Ob das wichtige Doppelstimmrecht in der neuen Konstellation gelten werde, sei offen, hieß es gestern bei der Börse. Im Gegenzug für den Verzicht auf den Aufsichtsratschef will Frankfurt nun den Vorstandschef nominieren, der bislang für Euronext vorgesehen war.

Zudem sollen jetzt die Zentralfunktionen auf Amsterdam, Paris und Frankfurt verteilt werden. In ihrer ersten Offerte hatte die Börse auf Frankfurt als Hauptsitz beharrt. Vorstandschef und Finanzchef sollen laut dem neuen Vorschlag am Main angesiedelt sein.

Zu den Zugeständnissen der Deutschen Börse an Euronext gehört darüber hinaus der Verzicht auf das bislang benutzte Aktienhandelssystem Xetra. Im Falle einer Fusion mit der Euronext soll der gemeinsame Aktienhandel auf dem System NSC der Pariser stattfinden. Außerdem soll die IT, einer der Kernbestandteile der Deutschen Börse, in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Atos, dem IT-Dienstleister der Euronext, ausgegliedert werden. Die Euronext hatte diese Ausgliederung gefordert, nachdem sie selbst ihre IT-Abteilung mit dem Dienstleister Atos zusammengelegt hatte.

„Dieses Angebot soll den Umschwung zu Gunsten der Deutschen Börse herbeiführen und ist ein Ergebnis unserer Gespräche mit Aktionären und Politikern in Paris, Brüssel und den Niederlanden“, sagte Aufsichtsratschef Kurt Viermetz dem Handelsblatt. Von einer Veränderung des Kaufpreises habe man zunächst abgesehen, damit man auf ein mögliches höheres Angebot der Nyse reagieren könne. Bislang bieten beide Kaufinteressenten rund 7,5 Mrd. Euro in Aktien und Bargeld. Durch den Kursverfall der Nyse-Aktie in den vergangenen Wochen ist das Angebot aus Frankfurt derzeit aber etwas attraktiver.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Politiker sorgen sich um Frankfurts Zukunft.

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Euronext-Chef Jean-François Theodore hatte bislang eine Fusion mit Frankfurt abgelehnt und mit der Nyse ein Zusammengehen vereinbart. Damit war er jedoch auf Widerstand gestoßen. So sprach sich etwa der französische Staatspräsident Jacques Chirac für eine europäische Lösung aus. Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni nutzte dies und sprach in den vergangenen 14 Tagen mit Politikern, Bankern und Euronext-Aktionären über Wege für deren Zustimmung für eine Fusion Paris/Frankfurt.

Die Euronext lehnte gestern einen Kommentar zu den neuen Vorschlägen ab. Im Vorfeld der Frankfurter Aufsichtsratssitzung wurden die Gespräche Francionis mit Euronext-Aktionären in Pariser Börsenkreisen aber als „feindlicher Akt“ eingestuft. Nyse-Chef John Thain sagte, er sehe keinen Grund, die Vereinbarung mit der Euronext zu verändern.

Die hessische Landesregierung, welche die Aufsicht über die Börse hat und bislang eine Fusion mit der Euronext befürwortete, zeigte sich besorgt „Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Wirtschaftsminister Alois Rhiel sehen die Entwicklung mit großer Sorge“, sagte ein Regierungssprecher nach Bekanntwerden der Pläne. Bei allem Streben nach einer europäischen Lösung dürfe die Bedeutung Frankfurts als kontinental- europäischer Finanzplatz Nummer eins nicht gefährdet werden. Frankfurt sei aus sich heraus stark und deshalb dürfe es keine Fusion um jeden Preis geben.

Widerstand gab es auch von Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat. Sie lehnen die Fusion mit Euronext ab, weil sie Angst vor Stellenkürzungen haben. Francioni wollte sich am Montag vor Journalisten nicht zum Umfang eines eventuellen Jobabbaus äußern.

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Gehe nie mit den Franzosen ins Bett

 
21.06.06 09:52
HANDELSBLATT, Mittwoch, 21. Juni 2006, 08:32 Uhr


Aktionärspakt neu verhandeln


Frankreich will mehr Macht bei EADS


Von Holger Alich, Matthias Eberle und Markus Fasse


Die französische Regierung will den Aktionärspakt bei EADS, der die Machtverteilung bei dem Luft- und Raumfahrtkonzern regelt, neu verhandeln. Die Politiker aus dem Nachbarland streben offenbar mehr staatlichen Einfluss an.

 
Ein Streit um die Machtverteilung bei EADS käme zum ungelegenen Zeitpunkt, gibt es doch erhebliche Probleme mit dem Vorzeigeflieger A380. Foto: dpa  

PARIS/FRANKFURT/MÜNCHEN. Premierminister Dominique de Villepin hat am Dienstag im Parlament angekündigt, den Pakt neu aufrollen zu wollen. Sein Finanzminister Thierry Breton sagte, er habe mit Arnaud Lagardère bereits über „mögliche Änderungen im Pakt und in der Managementstruktur“ gesprochen. „Manche meinen, dieser Pakt gebe dem Staat nicht genug Macht, denn die operative Führung wird von den Industrieaktionären Lagardère und Daimler-Chrysler sichergestellt.“ Das Vorgehen solle den deutschen Partnern abgestimmt werden, so Breton.

Das Umfeld Lagardères hing die Ankündigungen der Politik tief: „Wir sind nicht besorgt um den Aktionärspakt“, hieß aus Lagardère-Kreisen. Der Staat habe „nichts in den strategischen Fragen zu suchen“, hieß es. Mehr Staatseinfluss bei EADS sei mit Lagardère nicht zu machen. Daimler-Chrysler wollte die Vorgänge nicht kommentieren.

Der Pakt bindet die EADS-Gründungsaktionäre Daimler-Chrysler (22,5 Prozent), Lagardère (7,5 Prozent) und den französischen Staat (15 Prozent). Der Pakt regelt, dass Lagardère operativ die französische Seite vertritt. Der Staat hat im Tagesgeschäft nichts zu melden. „Dies wurde damals so festgeschrieben, um Daimler zum Einstieg bei EADS zu überzeugen“, erklärt Harald Liberge-Dondoux, Analyst des Brokers Aurel Leven. Er hält es daher für unwahrscheinlich, dass Daimler und Lagardère einer umfassenden Pakt-Änderung zustimmen.

Langfristig seien indes Pakt-Änderungen vorstellbar, wenn Daimler und Lagardère erneut EADS-Anteile abgeben sollten. Im April kündigten beide an, jeweils 7,5 Prozent des EADS-Kapitals zu verkaufen. Dabei wiesen sie darauf hin, dass der Pakt bleibe.



Ärger droht EADS auch von Kunden. Die ersten, unter anderem die weltgrößte Flugzeugleasing-Firma ILFC, drohen wegen der verspäteten Auslieferung des weltgrößten Passagierflugzeugs A380 erstmals offen damit, Bestellungen zu kündigen. „Wir sind nicht zufrieden und befinden uns bei einer Kündigung auf sicherem Boden“, sagte ILFC-Chef Steven Udvar-Hazy.

Informationen des Fachmagazins „Air Transport World“ zufolge steht Malaysia Airlines kurz davor, seinen Milliardenauftrag über sechs A380-Flugzeuge zu stornieren. Darüber hinaus gebe es mindestens eine weitere Fluggesellschaft, die eine Abbestellung prüfe. Je nach Triebwerksausstattung kostet ein Riesen-Airbus zwischen 270 und 290 Mill. Dollar.

Bei ILFC stehen darüber hinaus die Bestellungen des neuen mittelgroßen Airbus-Modells A350 zur Disposition. In den überarbeiteten Ertragsprognosen hat Airbus zwar Vertragsstrafen angesichts der verspäteten A380-Auslieferung berücksichtigt, aber keine Stornierungen. Sollte ILFC ernst machen mit den Abbestellungen, wäre das ein weiterer herber Rückschlag für Airbus.

Die mögliche Stornierung träfe auch EADS hart. Am Montag endete ein Treffen zwischen den Top-Managern Noël Forgeard, Tom Enders und den beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff und Arnaud Lagadère ohne greifbares Ergebnis. Es sei über die aktuellen Probleme bei Airbus gesprochen worden, hieß es im Anschluss offiziell.





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OK für die Französinnen machen wir eine Ausnahme

 
21.06.06 09:53
wenn es tatsächlich um das Bett geht.

Im wirtschaftlichen Sinne darf man den Franzosen wohl wahrlich nicht den sprichwörtlich kleinen Finger reichen..............


gruss

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