... der Geldwäschevorwürfe in Sachen Danske-Bank bei den Strafverfolgungsbehörden in den USA doch noch etwas tun, und wenn es nur die Meldung ist, dass sie konkrete Ermittlungen aufnehmen, dann war es das mit dem Mini-Jahresgewinn in 2018: Kein Wirtschaftsprüfer der Welt wird zulassen, dass dann hierfür in den Büchern keinerlei angemessene Rückstellungen gebildet werden.
In den 3 Monaten bis zum Abschluss des Jahresberichts sehe ich hier noch mit die größte Gefahr dafür, weshalb die drei Herren aus "Gründen des Anstands" auch weiterhin auf ihre Boni werden verzichten müssen, selbst wenn Karl von Rohr weiter an seiner Einschätzung festhält. Jede andere Aussage wäre im Moment ja auch fahrlässig und käme fast schon einem Schuldeingeständnis gleich. Das ist halt das Problem, wenn man die Verantwortung trägt, selbst wenn man sich selbst nichts vorzuwerfen hat.
Und genau das muss man Sewing seit gestern auch vorwerfen: Er übernimmt keine Verantwortung für das Siechtum der Aktie an der Börse, versucht einen Mini-Gewinn von 341 Mio. nach Steuern als Erfolg zu verkaufen und findet nicht einmal die richtigen Worte, um den Aktionären seiner Bank Hoffnung auf Besserung zu geben. Hausaufgaben machen und Schritt für Schritt weiterarbeiten ist nicht das, was man nach 50% Kursverlust in einem Jahr vom CEO hören will, ebenso das ständige Ausweichen bei den wirklich interessanten Fragen der Journalisten aus Gründen des Prinzips. Man hätte sich sowohl etwas mehr Demut als auch mehr "Attacke" gewünscht. Cryan war da doch noch etwas geradliniger als die aalglatten Herren am gestrigen Tag, die 1 Stunde lang den Fragen der Journalisten größtenteils auswichen und sich eon wenig wunderten, dass man sie eben nicht für das Erreichen selbstverständlicher Minimalziele feierte.
Ziemlich interessant war auch die Frage, wie man denn nun die Gefahr bezüglich einer weiteren Abstufung durch die Ratingagenturen sehe. Immerhin hatten diese ja auch angekündigt, dass sie bei einer anhaltend mauen Ertragslage die Überlebensfähigkeit der Bank gefährdet sehen. So könnten die Gewinne von heute die Verluste von morgen kompensieren helfen, falls es konjunkturell doch einmal schlechter laufen sollte!? Die Antwort war, dass man in solchen Fragen eng mit den Ratingagenturen zusammenarbeitet. Ich denke, dass den Journalisten von Bloomberg und Financial Times gestern genügend Munition in due Hand gegebrn wurde, um damit auf die Deutsche Bank zu schießen. Die werden sich ihren eigenen Reim auf das Herumdrucksen der Vorstände machen und damit Diskussionen entfachen, die man hier und so bestimmt nicht hören will.
Das von vielen erhoffte positive Überraschungsmoment ist gestern leider ausgeblieben. Dafür hat man den Zweiflern jede Menge neuer Argumente ins Körbchen gelegt, und sei es nur durch die versuchte Verheimlichung der eigentlich schlechten Nachrichten. Eine offensichtliche Underperformance wie die der Deutschen Bank vor der Fachpresse als Erfolg darzustellen kann eigentlich nur nach hinten losgehen. Da sitzen keine telev1 oder gelberbaron in den Reihen, die die Sachverhalte hinter der aufgebauten Fassade nicht verstehen. Sewing hat gestern eine Gelegenheit verpasst, mit diesen Leuten einen Schulterschluss zu üben. Er braucht auch deren Unterstützung, um in Ruhe weiter seine Hausaufgaben machen zu können, aber gestern hat er sie eher wie kleine Schulbuben behandelt und das wird sich bestimmt noch rächen in den nächsten Tagen und Wochen. Die werden über ihn herfallen und in der Luft zerreissen und den Kurs der Deutschen Bank gleich mit!