da sind dann bankaktien eigentlich wie n fels in der brandung, denn a) insider und b) profitieren von jeglicher börsenrichtung...
mfg
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... der insbesondere davon getrieben sein müsste, dass man der Konkurrenz (zumindest in einer Disziplin) weit voraus ist? Das Hinterherrennen scheint doch schon jetzt mehr Energie zu kosten als diejenigen benötigen, die bereits vorausgeeilt sind. Der frühe Vogel fängt den Fisch und für den Rest bleiben die Krümel. Aus dieser Postion der Schwäche heraus nach vorne zu stürmen wird nicht nur nicht einfach sein, sondern eben auch teuer. Die Deutsche Bank muss noch Gelder dort investieren, womit andere bereits Geld verdienen und dieses wiederum in neue Möglichkeiten des Vorsprungs investieren können, an die die Deutsche Bank noch gar nicht denken kann. Sie ist abgehängt und bräuchte entweder revolutionäre neue Produkte, die Bisheriges in den Schatten stellen, oder man sollte das, was noch da ist, möglichst gewinnbringend zerlegen und aufteilen.
Ich bin mir sicher, dass es viele kluge und intelligente Produktentwickler in den Reihen der Deutschen Bank gibt, aber leider scheinen sich dort in der Vergangenheit eher diejenigen mit ihren Ideen durchgesetzt zu haben, die in Grauzonen fischend das "schnelle Geld" machen wollten, während gleichzeitig nachhaltige Investitionen in die Zukunft der Finanzwirtschaft ausgeblieben sind. Damit schaffst Du auch Gräben innerhalb der Belegschaft, die eben nicht in wenigen Jahren und nach einigen Strafzahlungen zu kitten sind. Gerade deshalb würde ich auch eine Zerschlagung nicht schlecht finden, denn viel Potenzial geht eben zwischen diesen Schnittstellen innerhalb des Unternehmens verloren und könnte so (innerhalb einer neuen Hierarchie) neu gebündelt werden. Ob ein überflüssiger Arbeitsplatz dann innerhalb der Deutschen Bank oder bei der Migration eines Fachbereichs in einem neuen Unternehmen abgebaut wird, spielt dabei eigentlich keine Rolle. Wenn man diese notwendigen Schritte nicht umsetzt, wird man als börsennotiertes Unternehmen irgendwann einen noch höheren Preis bezahlen müssen. Ich persönlich denke, dass die Deutsche Bank in ihrem jetzigen Zustand reif für die Schlachtbank ist ...
... und ich denke auch, dass Deutschland für seine global agierenden Industrieunternehmen eben keine starke deutsche Bank braucht, weil diese Unternehmen sich schon längst global nach geeigneten Finanzdienstleistungen umschauen und sich da auch nicht zwingend auf nur noch eine (deutsche) Bank verlassen. Risikomanagement und Kostenoptimierung haben auch in diesen Unternehmen längst Einzug gehalten und es reicht eben längst nicht mehr aus, wenn der Key Account Manager die deutsche Sprache spricht, um dort Geschäfte abzuschließen. Die Romantik alter Zeiten, wo ältere Herren bei einem Glas Whiskey und einer Zigarre im Mund die Welt unter sich aufteilten, ist ebenso vorüber wie die des Finanzberaters, über den man alle Kredite und Versicherungen abwickelt. Das mag für ein paar wohlhabende Familien mit einem Durchschnittsalter jenseits der 60 Jahre zwar noch der Fall sein, aber auch hier wachsen Generationen nach, die sich nicht abhängig machen wollen und zudem über mehr Informationen verfügen als ihre Väter und Großväter. Schnell, transparent und günstig muss es heute sein, und wenn ich mir ein Unternehmen im DAX aussuchen müsste, das diese Eigenschaften (aktuell) nicht verkörpert, dann ist das die Deutsche Bank.
Um solche (wie von mir geforderten) schlagkräftige Units zu bilden, braucht es eine Zerschlagung. Es muss ja nicht so sein, dass man die heutigen Einheiten an ausländische Wettbewerber verkauft. Man kann diese auch in eigenständige (!) und spezialisierte Unternehmen überführen, die dann eben im MDAX, im SDAX oder eben an den Börsen in ihren Wirkungsländern geführt werden. Hier wäre es dann auch denkbar, dass eine Deutsche Bank und eine Commerzbank sich zusammentun und gemeinsam solche Unternehmen ausgliedern und auch die Kontrolle abgeben. Es sollte also keine unübersichtliche Holding-Struktur mit alten Männern an der Spitze geschaffen werden, die diese Einheiten gegenseitig ausspielen bzw. die Verluste der einen mit den Gewinnen der anderen subventionieren und so für eine Schwächung der starken Gesellschaften sorgen. Was nicht überlebensfähig ist, geht dann eben in die Insolvenz und wird abgewickelt. Infineon hat es ja letztlich auch so geschafft und so könnte es auch die Deutsche Bank als reine Investmentbank zurück an die Spitze schaffen, oder eben wie Lehman ein für allemal untergehen. Die Erde dreht sich auch ohne eine Deutsche Bank weiter, auch in Deutschland ...
... oder willst Du mich verschaukeln? Glaubst Du tatsächlich, dass ich mein Geld auf einen jahrelang andauerneden Turnaround setze, orchestriert von Dr. Achleitner und Sewing, oder auf eine Übernahme/Zerschlagung?
Die Bank hat in ihrer jetzigen (alten) Form ausgedient. Das Spiel ist vorbei und der Käse gegessen. Sobald der Tiefpunkt erreicht sein wird und der Kurs (technisch und im Zuge einer Markterholung) nach Norden dreht, werden sich entweder große Hedgefonds oder ein großer Mitbewerber über die Deutsche Bank hermachen oder der Vorstand verkündet ihre Zerschlagung (Aufspaltung) in Eigenregie nach dem oben genannten Muster und lässt sich für das nachfolgende Kursfeuerwerk feiern.
Es gibt kein Zurück in alte Zeiten mehr. Universalbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank haben im preissensitiven Deuschland ausgedient. Der nächste Zinszyklus der EZB wird in der Spitze vielleicht 3% erreichen und vielleicht sehen wir in 10-12 Jahren wieder 5% oder mehr, wenn uns zwischenzeitlich keine weitere Finanzkrise in die Steinzeit befördert. Das Geschäftsmodell der Deutschen Bank hat in seiner jetztigen Form und Zusammensetzung ausgedient. Die Integration der Postbank war nur ein notwendiges Übel, damit intern (Kunden-)Gelder umgeschichtet und die Bilanz repariert werden konnten, um somit die Bank vor einer weiteren Kapitalerhöhung und zu bewahren.
Die Niedrigzinsen werden uns im Euroraum noch mindestens 2 Jahrzente lang begleiten (siehe Japan). Wer diesen Weg einmal geht, bleibt darin stecken, weil der Markt (Unternehmen und Verbraucher) sich darauf einstellt. Eine Stabilisierung des aktuellen Geschäftsmodells wird dauerhaft - und ohne eine Zerschlagung (in kürzester Zeit, weil die nächste Krise kommt bestimmt) - bestenfalls für Kleinstrenditen (Eigenkapitalverzinsung <= 4%) sorgen, die den Kurs weiter auf dem aktuellen Niveau herumdümpeln lassen würden. Dr. Achtleitner und Sewing sitzen beide auf Schleuderstühlen und ich hoffe sehr, dass beide noch in 2019 aus diesen herauskatapultiert werden.
... die 2. Aufwärtswelle und auch sicherer, weil wir dann hoffentlich im Bereich der 200-Tage-Linie starten. Ich setze (zusätzlich) auf eine frühere Welle, spätestens ab dem 21.01.2019. Zuvor sehen wir aber noch ein neues Allzeittief. Ich bin (wie gesagt) davon überzeugt, dass wie den Tag der größten Übertreibung garantiert nicht verpassen werden. Dann wird sich auch zeigen, wer cool genug ist, um (frühzeitig) einzusteigen, denn es wird noch einmal richtig heftig gewittern ...
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