Deutsche Bank erringt Teilerfolg gegen Postbank-Investoren
Dienstag, 07.08.2018 15:09 von Handelsblatt
Ärger für Postbank-Investoren: Im Streit um die Postbank-Übernahme durch die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) verzichten die Staatsanwälte auf ein Ermittlungsverfahren.
Seit Jahren ist die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank ein Zankapfel zwischen dem Frankfurter Kreditinstitut und mehreren Investoren. Die Anleger – zu denen auch große Adressen wie Fondshäuser zählen – sind der Meinung, dass die Deutsche Bank ihnen 2008 nach ihrem Einstieg bei der Postbank ein lukratives Übernahmeangebot hätte unterbreiten müssen. Auf einem Nebenschauplatz der komplexen Zivilverfahren hat die Deutsche Bank nun einen juristischen Sieg errungen.
Es geht um eine Strafanzeige, die Investoren gegen viele an der Transaktion Beteiligte gestellt hatte. Zu den Beteiligten gehören auch der damaligen Finanzvorstand der Bank, Stefan Krause sowie Post-Chef Frank Appel. Doch die Staatsanwaltschaften in Köln und Bochum haben die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgelehnt. Sie halten die Vorwürfe für unbegründet.
Die Frankfurter Staatsanwälte hatten sich zuvor bereits für unzuständig erklärt. Die Deutsche Bank und die Rechtsanwaltskanzlei BayerLaw, die die Investoren vertrat, bestätigten dies auf Anfrage. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet.
„Damit sind sämtliche von BayerLaw erhobenen Vorwürfe eingestellt. Die Deutsche Bank sieht sich hierdurch in ihrer Rechtsauffassung bestätigt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Auf der gegnerischen Seite kündigte Rechtsanwalt Jan Bayer (Bayer Aktie) von BayerLaw an, von weiteren Rechtsmitteln absehen zu wollen.
Er begründete das unter anderem damit, dass Ex-Deutschbanker Krause und Post-Chef Appel in einem der beiden Zivilverfahren gegen die Deutsche Bank zu diesem Thema nun erneut als Zeugen geladen werden. „Ein weiterlaufendes Ermittlungsverfahren hätte dann unter Umständen zu Aussageverweigerungsrechten im Zivilverfahren geführt“, sagte Bayer.
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